Diplomarbeit, 2008
126 Seiten, Note: 1,0
1 Vorwort
2 Einleitung
3 Allgemeine Grundlagen der Krebserkrankung
Begriffsbestimmung und Verlauf
Klassifizierung der Krebsarten
Statistik der Krebserkrankungen bei Jugendlichen
Krebstherapie
Chemotherapie
Strahlentherapie
Chirurgische Therapie
Weitere Therapieformen
Physische Beeinträchtigungen durch die Krebserkrankung und deren Behandlung
4 Krebs im Jugendalter
Definition Jugend als Lebensphase
Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
Ablöseprozess von den Eltern
Zuwendung zur Gleichaltrigengruppe
Psychosexuelle Entwicklung
Aufbau eines eigenständigen Werte- und Einstellungssystems
Entwicklung einer Zukunftsperspektive
Neukonzeption der Identität
Verarbeitung körperlicher Veränderungen und deren Integration in ein neues Körperbild
5 Die psychosoziale Bedeutung von krankheitsbedingten körperlichen Veränderungen
Begriffsbestimmung
Bedeutung des Körpers im Jugendalter
Die Bedeutung von krankheitsbedingten körperlichen Veränderungen
6 Verarbeitung und Integration körperlicher Veränderungen
Definition und Begriffsbestimmung
Ziele der Krankheitsverarbeitung
Theorien der Krankheitsbewältigung
Die transaktionale Theorie der Krankheitsverarbeitung
Das Krankheits-Stress-Bewältigungs-Modell
Formen der Bewältigung
Coping und Abwehr
7 Beschreibung des Forschungsdesigns
Ziele der Untersuchung
Die Untersuchungsgruppen – Vorstellung, Auswahl, Zugang
Die Jugendlichen
Vorstellung
Die Experten
Die Datenerhebung
Das Erhebungsinstrument Problemzentriertes Interview
Besonderheiten des Chatinterviews
a) Das Chatinterview als Methode in der empirischen Sozialforschung
b) Merkmale des Chatinterviews
c) Chancen und Grenzen des Chatinterviews
Die Themenfelder der Problemzentrierten Interviews
Durchführung der Untersuchung
Datenaufbereitung
Datenauswertung
8 Auswertung
Darstellung der Ergebnisse
(A) Aspekte von Körper und Aussehen vor und nach der Erkrankung
I. Körperzufriedenheit vor und nach der Erkrankung
II. Stellenwert des äußeren Erscheinungsbildes vor und nach der Erkrankung
III. Veränderung des Bezugs zum eigenen Körper
(B) Psychosoziale Auswirkungen der körperlichen Veränderungen und Umgang damit
IV. Auswirkungen im psychischen Kontext
V. Auswirkungen im sozialen Kontext
VI. Copingverhalten
VII. Faktoren, die das Copingverhalten beeinflussen
(C) Psychosoziale Unterstützung
VIII. Bestehende Unterstützungsangebote
IX. Ziele und Aufgaben psychosozialer Unterstützung
X. Einstellung zu und Annahme von unterstützenden psychosozialen Angeboten
XI. Kritik und Verbesserung der psychosozialen Unterstützung
XII. Bewertung der allgemein und persönlich erlebten psychosozialen Unterstützung
Interpretation der Ergebnisse
Aspekte von Körper und Aussehen vor und nach der Erkrankung
Aspekte psychosozialer Belastung
Aspekte der Bewältigung
Aspekte psychosozialer Unterstützung
Forschungskritik
9 Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die psychosozialen Auswirkungen, die körperliche Veränderungen bei krebskranken Jugendlichen hervorrufen, und analysiert, wie diese Jugendlichen mit den damit verbundenen Belastungen umgehen sowie welche psychosoziale Unterstützung sie benötigen.
Die Bedeutung von krankheitsbedingten körperlichen Veränderungen
Wie bereits gesehen, wird dem eigenen Körper in der Jugendphase eine herausragende Bedeutung zugemessen. Die vielfältigen Veränderungen im und am Körper und die psychische Labilität während der Jugendphase sind schon für körperlich gesunde und psychisch relativ stabile Jugendliche nicht leicht zu bewältigen. Auch für Jugendliche, die an einer chronischen Krankheit wie Krebs leiden und mit einer durch den Krebs verursachten dauerhaften Behinderung oder zeitweisen körperlichen Einschränkungen leben müssen, steht der Körper im Zentrum des Erlebens. Jedoch wird er selten als Mittel genutzt um Aufmerksamkeit in der Gleichaltrigengruppe zu erregen, sondern wird „vielmehr als ein defekter Teil des eigenen Ichs [erlebt], der als Objekt vielfältiger Rehabilitationsmaßnahmen und Therapien auch unter funktioneller Perspektive als defizitär betrachtet“ (Boeger et al., 2002, 166) wird.
Der Körper stellt das Instrument dar, in und mit dem sich das Selbst ausdrücken kann. Die unmittelbare und gleichzeitig unvermeidbare Bindung an den eigenen Körper kann für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu Veränderungen in der Beziehung zu ihrem Körper führen (vgl. Leyendecker, 1986, 310). Leyendecker (ebd., 312) spricht hier von einem „Körper, der einem nicht so unmittelbar und problemlos zum Lebensvollzug gegeben ist, sondern der den Bedürfnissen des Selbst entgegensteht und einen im Dasein behindert.“ Der eigene Körper kann dadurch als ein nicht dem Selbst zugehöriges Objekt erlebt und im wahrsten Sinne des Wortes als „behindernd“ wahrgenommen werden (vgl. Boeger et al., 2002, 167).
Viele Jugendliche sehen sich daher mit verschiedenen Ängsten konfrontiert. Zum einen ist da die Angst vor Stigmatisierungen anderer. Ein Stigma bezieht sich auf sichtbare, körperliche Merkmale, die „etwas Ungewöhnliches oder Schlechtes im Zusammenhang mit dem Charakter des Gezeichneten enthüllen“ (Salter, 1999, 6). Es stellt eine Normabweichung dar und wird als solche negativ bewertet. Die körperliche Versehrtheit krebskranker Jugendlicher kann also dazu führen, dass sie nicht als Person gesehen werden, sondern von außen über ihre Körperschädigung oder ihre Erkrankung definiert werden (vgl. Leyendecker, 1986, 313) und sich unter Umständen abgelehnt und herabgesetzt fühlen (vgl. Salter, 1999, 6).
1 Vorwort: Danksagungen an Korrektoren, begleitendes Fachpersonal, die Klinik sowie Freunde und Unterstützer.
2 Einleitung: Einführung in die Thematik der psychosozialen Bedeutung körperlicher Veränderungen bei krebskranken Jugendlichen sowie Darstellung des Aufbaus der Arbeit.
3 Allgemeine Grundlagen der Krebserkrankung: Erläuterung der Krankheitsbilder, therapeutischen Verfahren und der physischen Auswirkungen durch Krankheit und Behandlung.
4 Krebs im Jugendalter: Auseinandersetzung mit jugendspezifischen Entwicklungsaufgaben und der Herausforderung, diese unter den Bedingungen einer Krebserkrankung zu bewältigen.
5 Die psychosoziale Bedeutung von krankheitsbedingten körperlichen Veränderungen: Theoretische Herleitung der Bedeutung des Körpers im Jugendalter und der spezifischen psychosozialen Relevanz von krankheitsbedingten Veränderungen.
6 Verarbeitung und Integration körperlicher Veränderungen: Darstellung von Theorien und Strategien der Krankheitsbewältigung sowie der Abgrenzung von Coping und Abwehr.
7 Beschreibung des Forschungsdesigns: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, der Auswahl der Probanden und Experten sowie der Durchführung der qualitativen Interviews.
8 Auswertung: Darstellung und Interpretation der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich Körperbild, psychosozialer Auswirkungen, Copingverhalten und Unterstützungssystemen.
9 Zusammenfassung: Komprimierte Wiederholung der zentralen Arbeitsschritte und der wichtigsten Ergebnisse der Diplomarbeit.
Krebskranke Jugendliche, Körperveränderungen, Körperbild, Körperzufriedenheit, Krankheitsverarbeitung, Coping, Psychosoziale Unterstützung, Jugendalter, Entwicklungsaufgaben, Soziale Arbeit, Experteninterview, Chatinterview, Adoleszenz, Lebensqualität, Rehabilitation.
Die Arbeit untersucht die psychosozialen Aspekte und Belastungen, die aus körperlichen Veränderungen bei Jugendlichen resultieren, die an Krebs erkrankt sind.
Die Arbeit fokussiert auf die Themen Körperbild, Körperzufriedenheit, die Bewältigung der Krankheit (Coping) und die Rolle der psychosozialen Unterstützung in der Nachsorge.
Ziel ist es zu ermitteln, wie sich der Stellenwert des Körpers und die Körperzufriedenheit durch die Krebserkrankung verändern und welche Auswirkungen dies im psychosozialen Bereich hat.
Es wird eine qualitative Methode angewandt: das problemzentrierte Interview, wobei ein Großteil der Interviews mit den Jugendlichen als Chatinterviews durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen zu Krebs im Jugendalter und Krankheitsverarbeitung sowie einen empirischen Teil, der die Ergebnisse aus Experten- und Jugendlicheninterviews auswertet.
Krebskranke Jugendliche, Körperbild, Krankheitsverarbeitung, Coping, Psychosoziale Unterstützung und Adoleszenz.
Das Jugendalter ist geprägt durch eine enorme Bedeutungsaufwertung des Körpers und das Streben nach Identitätsfindung; krankheitsbedingte Veränderungen greifen massiv in diesen sensiblen Prozess ein.
Die räumliche Distanz und Anonymität des Chats ermöglichten den Jugendlichen eine größere Offenheit bei sensiblen Themen, wobei jedoch nonverbale Informationen verloren gingen.
Die Studie zeigt, dass psychosoziale Belastungen durch Körperveränderungen ihre volle Tragweite oft erst nach der Akutphase entfalten, wenn die Jugendlichen in den Alltag zurückkehren.
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