Bachelorarbeit, 2022
62 Seiten, Note: 2,0
1) Allgemeines zum Begriff „Sklaverei“ und dem Sklavenhandel
2) Der Transatlantische Sklavenhandel, 15-18Jh.
2.1 Der Dreieckshandel
2.2 Rekrutierung
2.3 Die Händler
2.4 Die grausamen Passagen
2.5 Die Sklaven in Amerika – Ankunft und Verkauf
3) Wirtschaftsgeschichtliche Analyse
3.1 Wie können Institutionen die ökonomische Effizienz einer Volkswirtschaft beeinflussen?
3.2 Auswirkungen auf die afrikanische Wirtschaft
3.3 Auswirkungen auf die politischen Institutionen in Afrika
3.4 Afrikas Wirtschaftswachstum
4) Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den transatlantischen Sklavenhandel im Zeitraum von 1501 bis 1867, wobei der Fokus auf den Ursprungsregionen der Schiffe, den Handelswegen und den langfristigen Auswirkungen ausländischer Institutionen auf die afrikanische Wirtschaft und Gesellschaft liegt. Ziel der Arbeit ist es, die ökonomischen Determinanten sowie das methodische Vorgehen bei der Rekrutierung und dem Transport versklavter Menschen aufzuzeigen und zu analysieren, ob diese historischen Prozesse zur heutigen Unterentwicklung afrikanischer Staaten beigetragen haben.
Die grausamen Passagen
Nun, da die einzelnen Nationen, welche am Sklavenhandel beteiligt waren, benannt, die Häfen, von welchen aus Sklavenfahrten organisiert wurden, angegeben und die afrikanischen Regionen, von welchen aus Sklaven an Bord der Schiffe gebracht wurden, thematisiert wurden, akzentuiert dieses Kapitel, bevor es im nächsten um die Regionen in Amerika geht, in denen Sklaven ankamen, die sogenannte „Middle Passage“ (im folgenden MP genannt). Die Rede ist von jener Überquerung des Atlantiks, welche jeder an der Küste von Afrika gekaufte und für Amerika bestimmte Sklave durchleben musste. Zahlen und Fakten spielen in diesem Kapitel eine untergeordnete Rolle. Es wird versucht, die Erlebnisse solcher Überfahrten nach zu stellen, den mit der MP in Verbindung stehenden geschichtlichen Kontext zu umreißen und einen groben Überblick bezüglich der Verhältnisse an Bord der Schiffe zu konstruieren.
Wurden Sklavenfahrten geplant, wählten die Kaufleute zunächst ein oder auch mehrere passende Schiffe aus. Nach Auswahl der Schiffe, berechneten die Kaufleute die Anzahl der Sklaven, die ein Kapitän ankaufen sollte sowie den Platz, den jeder einzelne Sklave auf dem jeweiligen Schiff einnehmen würde. Die Händler mussten im Vorhinein Vorräte, wie zum Beispiel Wasser und Fesseln, einlagern und eine Mannschaft anheuern, die im Verhältnis zur Größe der geplanten „Fracht“ stand. Interessant ist vor allem, dass die Kaufleute ihre Schiffe nicht einfach mit einer bestimmten Menge an Geld losschicken konnten, sondern eine sogenannte „assorted cargo“ benötigten, eine ganz bestimmte Ladung an Gütern und Waren, die in einer bestimmten Region in Afrika gegen eine gewisse Anzahl von Männern, Frauen und Kindern eingetauscht werden konnte. (Richardson, 1987, S. 185-186)
1) Allgemeines zum Begriff „Sklaverei“ und dem Sklavenhandel: Dieses Kapitel definiert den Sklavenhandel als historisches Phänomen und ordnet die Praxis der Sklaverei in einen breiten, zeitlich weit zurückreichenden Kontext ein.
2) Der Transatlantische Sklavenhandel, 15-18Jh.: Hier werden die historischen Ursprünge, die Handelsrouten sowie die Akteure des transatlantischen Sklavenhandels detailliert dargelegt und die Grausamkeit der "Middle Passage" anhand von Augenzeugenberichten verdeutlicht.
3) Wirtschaftsgeschichtliche Analyse: Dieses Kapitel untersucht die ökonomischen Institutionen und deren langfristige Wirkung auf die heutige wirtschaftliche Entwicklung und politische Stabilität in den betroffenen afrikanischen Regionen.
4) Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle institutioneller Pfadabhängigkeiten bei der Erklärung der Diskrepanz zwischen wirtschaftlicher Effizienz und historisch bedingter Unterentwicklung.
Transatlantischer Sklavenhandel, Middle Passage, Afrika, ökonomische Institutionen, Sklaverei, Kolonialismus, Dreieckshandel, Wirtschaftsgeschichte, Vertrauenskultur, Zwangsemigration, Institutionenökonomik, Sklavenrekrutierung, Unterentwicklung, Handelsnetzwerke.
Die Arbeit behandelt den transatlantischen Sklavenhandel, seine historische Genese und seine sozioökonomischen Auswirkungen auf den afrikanischen Kontinent unter Einbeziehung ökonomischer Institutionentheorien.
Zu den Kernpunkten gehören die geografische Herkunft der Sklaven, die Logistik der Handelsrouten, die Bedingungen während der Überfahrt sowie die langfristigen Folgen für die afrikanische Wirtschaftsleistung und Gesellschaft.
Das Ziel ist es, den Einfluss von ausländischen Institutionen, die während des Sklavenhandels etabliert wurden, kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen, ob diese Mechanismen zur anhaltenden Unterentwicklung Afrikas beigetragen haben.
Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Analyse der Fachliteratur sowie auf eine zusammenfassende Inhaltsanalyse historischer Daten und Dokumente.
Im Zentrum steht neben der deskriptiven Darstellung des Sklavenhandels die wirtschaftsgeschichtliche Analyse der Wirkungskanäle, über die historische Prozesse bis in die heutige Zeit nachwirken.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der institutionelle Wandel, Zwangsmigration, ökonomische Effizienz, kulturelles Misstrauen und die Aufarbeitung von Kolonialgeschichte.
Die Überfahrt war nicht nur ökonomisch riskant, sondern repräsentiert den traumatischsten Teil der Zwangsmigration, dessen unmenschliche Bedingungen tiefgreifende Auswirkungen auf die betroffenen Menschen und sozialen Gefüge hatte.
Datenquellen wie "Slavevoyages" dienen als fundierte Grundlage, um die geografischen Muster der erzwungenen Migration präziser zu quantifizieren und historische Mythen durch validierte Zahlen zu ersetzen.
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