Magisterarbeit, 2008
134 Seiten, Note: 2
1. EINLEITUNG
1.1 Der Aufbau der Arbeit
1.2 Der Beweggrund für die Abfassung dieser Arbeit
1.3 Das Ziel der Arbeit
1.4 Die Problemfelder der methodischen und empirischen Untersuchung
1.5 Die Fragestellung der Arbeit
1.6 Die Thesen der Arbeit
2. DIE FÖDERALE ORDNUNG?
2.1 Begriffsbestimmung des Föderalismus
2.2 Merkmalkatalog des Föderalismus
2.3 Die Begründung des Föderalismus und seine Entwicklungswege
2.4 Analyse der Vor- und Nachteile des Föderalismus
3. STAAT UND FÖDERALISMUS IM ARABISCHEN RAUM
3.1 Föderalismus im Irak
4. DIE ETHNISCHE UND RELIGIÖSE KOEXISTENZ IM IRAK
4.1 Die Entwicklung der gesellschaftlichen Vielfalt im Irak
4.2 Die Struktur der heterogenen irakischen Gesellschaft
4.2.1 Die arabischen Schiiten
4.2.2 Die Kurden
4.2.3 Die arabischen Sunniten
4.2.4 Die anderen Minderheiten
4.3 Die Entwicklung der heterogenen irakischen Gesellschaft seit der Staatsgründung
4.3.1 Bildung des Irak und Auswirkungen auf die Spannungsverhältnisse zwischen den Volksgruppen
4.3.2 Die Dominanz der Sunniten nach der Gründung des Irak
4.3.3 Die Etablierung der Kurdenautonomie im Irak
4.3.4 Der Einfluss der Verteilung der Öleinnahmen auf die gesellschaftlichen Verhältnisse
5. DIE GESTALTUNG DES FÖDERALISMUS IM IRAK UND DIE POSITIONIERUNG DER INNERIRAKISCHEN KRÄFTE
5.1 Die Föderalisten
5.1.1 Befürworter des Föderalismus: Die Kurden
5.1.2 Die Haltung der irakischen Schiiten zum Föderalismus
5.2 Die Zentralisten
5.2.1 Sunnitische Organisationen
5.2.2 Die Sadr-Bewegung
5.2.3 Die Fadila-Partei
5.2.4 Die Turkmenen
5.3 Zwischenfazit
6. DIE FÖDERALISMUSDEBATTE IM IRAK UND DIE POSITIONIERUNG DER NACHBARSTAATEN
6.1 Die Bildung der kurdischen Autonomie und die Befürchtungen der Türkei
6.2 Der iranische Einfluss auf die Schiiten im südlichen Irak
6.3 Die syrische Unterstützung für eine autoritäre Zentralregierung
6.4 Die saudisch-arabische Befürchtung: Die mögliche Hegemonie des schiitischen Iran im Irak
7. DIE INTERNATIONALE DEBATTE ÜBER DEN IRAKISCHEN FÖDERALIMUS
7.1 Der Streit um die föderale Gliederung des Landes
7.1.1 Der ethnische Föderalismus
7.1.2 Das „18-Provinzen-Modell“
7.1.3 Das „Misch-Modell“
7.2 Streit um die Stadt Kirkuk
8. DIE VERFASSUNGSDEBATTE IM IRAK UND DER FÖDERALE CHARAKTER DER NEUEN IRAKISCHEN VERFASSUNG
8.1 Der politische Prozess der Verfassungsdebatte
8.2 Der föderalistische Charakter der irakischen Verfassung vom 15. Oktober 2005
8.2.1 Die allgemeinen Prinzipien der Verfassung
8.2.2 Die Berücksichtigung der Heterogenität des Irak in der Verfassung
8.2.3 Die Ausformulierung der föderalen Ordnung in der Verfassung
8.2.4 Die Bildung der Regionen und ihre Kompetenzen
8.2.5 Das Oberste Bundesgericht
8.2.6 Die föderalen Merkmale der Verfassung bezüglich der Finanzangelegenheiten
8.3 Zwischenfazit oder: „Der Text alleine bringt noch keine Demokratie“
9. KRITISCHE BETRACHTUNG ZUR GESTALTUNG DES IRAKISCHEN FÖDERALISMUS
9.1 Das Dilemma „Unitarismus versus Föderalismus“
9.2 Die Anerkennung der Minderheitensprachen
9.3 Die Bildung der Regionen und ihre Kompetenzen
9.4 Die Probleme der Finanzordnung
9.5 Das Fehlen der Homogenitätsklausel
10. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, die Hauptmerkmale des Föderalismus im Allgemeinen darzustellen und deren Angemessenheit auf den irakischen Staat anhand der Verfassung vom 15. Oktober 2005 zu analysieren. Dabei wird der Irak nicht isoliert betrachtet, sondern unter Einbeziehung seiner übernationalen Bedeutung sowie der heterogenen gesellschaftlichen Strukturen und politischen Interessenlagen innerhalb des Landes, um zu bewerten, ob ein föderales System eine geeignete Antwort auf den anhaltenden Irak-Konflikt sein kann.
1. EINLEITUNG
Während ich diese Zeilen verfasse, wird im Irak noch heftig diskutiert, ob man die Bildung der föderalen Regionen gemäß Verfassungsartikel 114 erlassen soll oder die parlamentarischen Gremien ein Änderung dieses Artikels vornehmen sollen, welche nach Artikel 137, Absatz 1 bis 5 begründet werden kann. Diese Debatte begann am 6. September 2006, als die Vereinigte Schiitische Allianz (UIA) im Parlament einen Gesetzentwurf zur Regionenbildung einbrachte. Nach diesem Entwurf dürften die vorhandenen Provinzen sich zu Regionen zusammenschließen oder einzelne Provinzen sich als Region deklarieren. Auch dürften die Regionen ohne Zustimmung des Parlaments fusionieren.
Der Entwurf wird von den Kurdenparteien und den einigen schiitischen Kräften unterstützt, während er von vielen anderen irakischen Kräften aus unterschiedlichen Gründen strikt zurückgewiesen wird. Vor allem findet die Konzeption bei den Sunniten große Ablehnung. Die sunnitischen Vertreter im Parlament sind kategorisch gegen die Bildung einer schiitischen föderalen Region im Südirak und sie versuchen die parlamentarischen Gremien zur Verfassungsänderung zu mobilisieren, um die Gesetze, die die Bildung der föderalen Regionen vorsehen, außer Kraft zu setzen. Die schwach repräsentierten liberalen Kräfte und die Kommunistische Partei unterstützen grundsätzlich den Föderalismus als neue Staatsordnung, lehnen jedoch zurzeit wegen der Instabilität des Landes die Auseinandersetzungen über die föderale Regionenbildung ab. Die schiitischen Kräfte vertreten keine einheitliche Position und sind unter sich sehr gespalten. Während die Anhänger der Sadr-Bewegung eine Föderalisierung kategorisch ablehnen und die Fadila-Partei wegen der Gefahr einer Konfessionalisierung des Staates damit nicht einverstanden ist, gelten die schiitischen Parteien der Hohe Rat für die Islamische Revolution (SCIRI) und die Daawa-Partei als Befürworter der Bildung der föderalen Regionen.
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert den Beweggrund für die Arbeit, das Ziel, die methodischen Problemfelder, die zentrale Fragestellung sowie die Thesen der Arbeit.
2. DIE FÖDERALE ORDNUNG?: Hier werden grundlegende Elemente des Föderalismus erörtert, der Begriff abgegrenzt, ein Merkmalskatalog erstellt sowie die Vor- und Nachteile des Föderalismus analysiert.
3. STAAT UND FÖDERALISMUS IM ARABISCHEN RAUM: Dieses Kapitel untersucht das Verständnis von Demokratie und Föderalismus in der arabischen Welt und geht spezifisch auf die Situation im Irak ein.
4. DIE ETHNISCHE UND RELIGIÖSE KOEXISTENZ IM IRAK: Es wird die historische und gesellschaftliche Substanz des Irak betrachtet, insbesondere die ethnische, religiöse und sprachliche Heterogenität sowie deren Entwicklung seit der Staatsgründung.
5. DIE GESTALTUNG DES FÖDERALISMUS IM IRAK UND DIE POSITIONIERUNG DER INNERIRAKISCHEN KRÄFTE: In diesem Teil werden die Interessen und Handlungen regionaler Akteure sowie deren Positionierung in der Föderalismusfrage analysiert.
6. DIE FÖDERALISMUSDEBATTE IM IRAK UND DIE POSITIONIERUNG DER NACHBARSTAATEN: Hier werden die Interessen der Nachbarstaaten und deren Einfluss auf die innenpolitische Debatte im Irak beleuchtet.
7. DIE INTERNATIONALE DEBATTE ÜBER DEN IRAKISCHEN FÖDERALIMUS: Dieses Kapitel erläutert die internationalen Streitpunkte der Debatte und diskutiert verschiedene Lösungsansätze für die föderale Gliederung sowie den Status von Kirkuk.
8. DIE VERFASSUNGSDEBATTE IM IRAK UND DER FÖDERALE CHARAKTER DER NEUEN IRAKISCHEN VERFASSUNG: Es erfolgt eine gründliche Analyse der neuen Verfassung und ihrer föderalistischen Hauptmerkmale anhand der normativen Föderalismustheorie.
9. KRITISCHE BETRACHTUNG ZUR GESTALTUNG DES IRAKISCHEN FÖDERALISMUS: Dieses Kapitel bietet eine kritische Analyse der verfassungspolitischen Angemessenheit des neuen Systems und der Lösungsmöglichkeiten für bestehende Problemfelder.
10. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Ausblick.
Föderalismus, Irak, irakische Verfassung, Ethnie, Konfessionalismus, Zentralismus, Autonomie, regionale Identität, Verfassungsprozess, Ölressourcen, Kirkuk, Minderheitenrechte, politische Kräfte, Staatsbildung, Stabilität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Föderalisierung des Irak und analysiert die Merkmale des irakischen Föderalismus basierend auf der neuen irakischen Verfassung von 2005.
Die zentralen Themen umfassen die föderale Theorie, die komplexe gesellschaftliche Heterogenität des Irak (Ethnien, Religionen), die politische Positionierung irakischer Akteure, die internationale Debatte um die Staatsform sowie die Analyse der Verfassungsvorschriften.
Das Ziel ist eine faire und sachliche Darstellung der irakischen Lage und eine Analyse der Angemessenheit föderaler Strukturen zur Bewältigung der Konflikte im Land.
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Analyse aktueller politischer und wissenschaftlicher Materialien, Diskussionsberichten, dem Verfassungstext sowie Medienberichten, um trotz der Aktualität des Themas eine fundierte Untersuchung zu ermöglichen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Föderalismus, die historische Entwicklung des Irak, die Interessen der verschiedenen politischen und ethnischen Kräfte, die Rolle der Nachbarstaaten sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der irakischen Verfassung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Föderalismus, Irak, Verfassung, Ethnie, Konfessionalismus, Autonomie und politische Stabilität charakterisiert.
Kirkuk ist aufgrund seiner erheblichen Ölvorkommen und seiner heterogenen demografischen Zusammensetzung ein zentraler Streitpunkt zwischen Kurden, Arabern und Turkmenen, der eine Einigung auf eine föderale Struktur erheblich erschwert.
Die Nachbarstaaten wie die Türkei, der Iran und Syrien verfolgen die Entwicklung im Irak intensiv, da sie befürchten, dass eine Föderalisierung oder ein Zerfall des Irak negative Auswirkungen auf ihre eigene Stabilität oder die Situation ihrer eigenen Minderheiten haben könnte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

