Bachelorarbeit, 2021
55 Seiten, Note: 1,0
1. Grundlagen zur Thematik Trennung und Scheidung
1.1 Begriff Trennung
1.2 Begriff Scheidung
1.3 Scheidung als Prozess
1.3.1 Vorscheidungsphase
1.3.2 Scheidungsphase
1.3.3 Nachscheidungsphase
2. Das Trennungserleben der Kinder
2.1 Erleben der Trennung als kritisches Lebensereignis
2.2 Einflussfaktoren auf das Erleben
2.2.1 Alter und Entwicklungsaufgabe
2.2.2 Entwicklungserfahrungen
2.2.3 Eltern-Kind-Beziehung
2.2.4 Erziehungsfähigkeit
2.2.5 Geschwisterbeziehungen
2.2.6 Sozioökonomische Rahmenbedingungen
2.3 Konflikthaftes Erleben in verschiedenen Formen
2.3.1 Das Kind im Elternkonflikt
2.3.2 Das Kind im Loyalitätskonflikt
2.3.3 Das Kind im Rollenkonflikt
2.4 Zusammenfassende Herausforderungen und Anforderungen
3. Anforderungen aus der Bewältigungsperspektive verstehen
3.1 Reaktionen und Verhaltensauffälligkeiten
3.1.1 Typische Reaktionen und Verhaltensauffälligkeiten
3.1.2 Altersspezifische Reaktionen und Verhaltensauffälligkeiten
3.2 Theorie der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch
3.3 Schutzfaktoren
3.3.1 Schutzfaktoren beim Kind selbst
3.3.2 Schutzfaktoren in der Familie
3.3.3 Schutzfaktoren im sozialen Umfeld
4. Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit im Kontext Schule
4.1 Schule und Lebenswelt
4.2 Handlungsbereich Schulsozialarbeit
4.2.1 Aufträge
4.2.2 Arbeitsansätze
4.3 Handlungsmöglichkeiten der Schulsozialarbeit
4.3.1 Niedrigschwelligkeit
4.3.2 Haltung der Fachkräfte
4.3.3 Funktionale Äquivalente
4.3.4 Reframing
4.3.5 Empowerment
4.3.6 Milieubildung
4.3.7 Erweiterte Überlegungen
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Erleben von Kindern während der Trennung und Scheidung ihrer Eltern und leitet daraus konkrete Unterstützungs- und Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit im schulischen Kontext ab, wobei die Lebensbewältigungstheorie nach Lothar Böhnisch als zentraler theoretischer Rahmen dient.
2.3.1 Das Kind im Elternkonflikt
„Es ist gerade so, als ob die beiden Piloten eines Flugzeuges sich vorne im Cockpit in die Haare geraten, die Maschine zu trudeln beginnt und die Passagiere in Angst und Schrecken verfallen.“ (Jaede 2006: 48)
Während des gesamten Trennungsprozesses kann es zu Konflikten zwischen den Eltern kommen, welche sich auf sämtliche Bereiche des Erlebens von Kindern auswirken (vgl. Staub 2018a: 35). Grundsätzlich ist zu erkennen, dass Elternkonflikte eine hohe Belastung für Kinder aufzeigen. Im vorgestellten Zitat von Jaede wird die Situation der Kinder im Elternkonflikt verdeutlicht. Fangen Eltern an zu streiten, verlieren sie meist die Kontrolle über das Geschehen (vgl. Jaede 2006: 48). Diese Elternkonflikte aktivieren bei Kindern massive Trennungs- und Verlustängste, welche das Grundbedürfnis der emotionalen Sicherheit bedrohen. Das Kind hat zum einen Angst davor, von einem Elternteil verlassen zu werden, zum anderen hat es Angst um die Eltern selbst und deren Wohlergehen (vgl. Staub 2018a: 35, Jaede 2006: 48). Die Gefühle der Angst fordern das Kind auf, Bewältigungsprozesse zu aktivieren, was die emotionalen Ressourcen der Kinder strapaziert und zu einer Überforderung führen kann (vgl. Walper/ Fichtner 2011: 101). Eine fehlende emotionale Unterstützung der Eltern durch Trost und Verständnis kann dazu führen, dass die Bewältigung der Kinder sich verzögert oder misslingt (vgl. Fthenakis/ Walbiner 2008: 39).
Doch können elterliche Konflikte von den Kindern abgewendet werden? Hantel-Quitmann macht deutlich, dass es nicht möglich ist, Kinder immer von den Streitigkeiten fernzuhalten. Er geht davon aus, dass Kinder bei einer Trennung von Beginn an in Konflikte der Eltern offen oder verdeckt mit hineingezogen werden. Sie erfüllen Funktionen als Bündnispartner/in, als Vermittler/in, als Partnerersatz, als Elternersatz für Geschwister, aber auch als Konfliktumleitung (vgl. Hantel-Quitmann 2013: 197).
Grundlagen zur Thematik Trennung und Scheidung: Dieses Kapitel definiert wesentliche Begrifflichkeiten und erläutert den mehrdimensionalen Prozess der Trennung und Scheidung aus der Erwachsenenperspektive.
Das Trennungserleben der Kinder: Hier wird die Trennung als kritisches Lebensereignis analysiert und untersucht, welche Einflüsse (wie Alter, Erziehung oder Konfliktformen) das Erleben der betroffenen Kinder prägen.
Anforderungen aus der Bewältigungsperspektive verstehen: Das Kapitel widmet sich den kindlichen Reaktionen, der Lebensbewältigungstheorie nach Böhnisch und den Schutzfaktoren, die zur Krisenbewältigung beitragen.
Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit im Kontext Schule: Hier werden pädagogische Ansätze und Arbeitsprinzipien wie Empowerment, Reframing und Milieubildung vorgestellt, um Schulkinder während des Trennungsprozesses aktiv zu begleiten.
Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und unterstreicht die Relevanz einer unterstützenden Haltung durch die Schulsozialarbeit zur Stärkung kindlicher Ressourcen.
Trennung, Scheidung, Kinder, Schulsozialarbeit, Lebensbewältigung, Bewältigungsstrategien, Adoleszenz, Schutzfaktoren, Konflikt, Empowerment, Reframing, Milieubildung, Hilflosigkeit, Schule, Stresserleben.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Auswirkungen von Trennung und Scheidung der Eltern auf das Erleben von Kindern und Jugendlichen im Schulalter sowie den Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, diese Kinder konstruktiv zu unterstützen.
Zu den Kernbereichen gehören das Verständnis von Trennung als Prozess, die psychologischen Auswirkungen auf Kinder, der Einfluss von Schutzfaktoren sowie die praktischen Handlungsmöglichkeiten für Schulsozialarbeiter.
Das Ziel ist es, Fachkräfte der Schulsozialarbeit für das Erleben von Trennungskindern zu sensibilisieren und konkrete, theoriegeleitete Methoden an die Hand zu geben, um Kinder bei der Bewältigung dieses Lebensereignisses zu stärken.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Lebensbewältigungstheorie nach Lothar Böhnisch, die den Umgang von Individuen mit kritischen Lebensereignissen und das Streben nach psychosozialer Handlungsfähigkeit beschreibt.
Im Hauptteil werden das Trennungserleben der Kinder, die Bedeutung von Schutzfaktoren und verschiedene Handlungsansätze der Schulsozialarbeit, wie etwa die Schaffung funktionaler Äquivalente oder Empowerment, eingehend erörtert.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Dynamiken der Lebensbewältigung, das Konzept der Parentifizierung, der Loyalitätskonflikt zwischen den Eltern sowie die Resilienzförderung durch das soziale Umfeld.
Verhaltensauffälligkeiten werden hier nicht primär als Störung, sondern als notwendiger Bewältigungsversuch in einer krisenhaften Lebensphase interpretiert, der oft einen Hilferuf darstellt.
Reframing ermöglicht es Fachkräften, hinter auffälliges oder antisoziales Verhalten bei Schülern zu blicken und deren darin verborgene Stärken in einen neuen, produktiven Kontext zu stellen.
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