Bachelorarbeit, 2009
39 Seiten
1. VORÜBERLEGUNGEN
1.1. „UNSERE AUFGABE“ / DELEUZE UND FOUCAULT
1.2. „WE WILL USE EDGES“ / MEIXNER UND PEARL
2. ÄSTHETIK UND SEXUELLES BILD
2.1. „SO-ETWAS-WIE-KUNST“ / BENJAMIN
2.2. „DIE NATUR DES MENSCHEN AUF DEM BILD“ / BAUDRILLARD
3. HISTORIE UND WIEDERHOLUNG
4. SUBJEKT UND OBJEKT
4.1. „GESCHICHTE UND KUNST VERFEHLEN SICH“ / TETENS
4.2. „TIEF EINGETAUCHT IN ILLUSIONEN UND TRAUMBILDER“
4.3. „DAS ERST ZU BESTIMMENDE“ / CASSIRER UND HABERMAS
4.4. „INS OBJEKTIVE EXPORTIERTE BILDKUNST“ / JAMES
4.4.1. CREATOR OF REFRAIN OF TERRITORY
4.4.2. CREATOR OF MEDIA OF REFRAIN
4.5. „SO ERZEUGT DER MENSCH DEN MENSCHEN“ / NIETZSCHE
4.5.1. ERSTE UNTERSUCHUNG
4.5.2. ZWEITE UNTERSUCHUNG
5. CODE UND LEGITIMATION
5.1. „DIE ZEICHENORDNUNG IST IHR MEDIUM“
5.2. „EINE BOTSCHAFT EBEN MIT CODE“ / BARTHES
5.3. „DER LEGITIMIERTE ERZEUGER“ / DELEUZE UND GUATTARI
5.4. „AN EBEN DESSEN GRENZEN“ / HABERMAS
5.5. „GEFÄLLT ES DIR, KAUFST DU MICH“
5.6. „VON DEN BELANGEN DER KUNST“
5.7. EXKURS: „IM WAHREN“ / HILTON UND MENDEL
6. PRIVAT UND PUBLIK
6.1. „UND WER AUS KÖRNERN PIZZA BÄCKT“ / FLUSSER
6.2. „PUBLICATIO SUI“
6.3. „DIE GESTALTENDE KRAFT BEI MEDIEN“ / MCLUHAN
7. NEUROPHYSIOLOGIE UND ÄSTHETIK
7.1. „DIE GANZHEIT DER OPTISCHEN WAHRNEHMUNG“
7.2. „DAS BILD DES SEXES REIZT NICHT MEHR“ / ARNHEIM
7.2.1. REIZBILDER
7.3. „DESHALB NICHT DIE ANTWORT“ / DELEUZE
8. NACHGEDANKEN
Die Arbeit untersucht die komplexen Relationen zwischen Bild, Subjekt und Gesellschaft im Zeitalter technischer Medien. Dabei wird analysiert, wie Sexualität als bildhaftes Konstrukt als Seismograph für die Destabilisierung und Neubestimmung des modernen Subjekts fungiert und wie mediale Vermittlungsprozesse die Wahrnehmung von Privatheit und Öffentlichkeit transformieren.
„UNSERE AUFGABE“ / DELEUZE UND FOUCAULT
Gilles Deleuze fragt: „Warum evoziert eine Perzeption in einem einzelnen Bewusstsein diese, aber nicht jene Vorstellung?“ Er fragt danach in einer Zeit, deren Angebot an potentiell zu perzeptierenden Inhalten die Aufnahmefähigkeit menschlicher Wahrnehmung auf üblichste Weise übersteigt, die Substanzen der Inhalte aber aggressiver um Perzeptionsanteile ringen denn je. So ist nicht nur von Belang, dass er sie stellt, sondern wann er sie stellt, nämlich zur Zeit von technischen Medien. Was als beständiger Kampf umgebender (Massen-)Medien auftritt, hätte David Hume früher zwar nur die Bezeichnung „Umstand“ abgerungen, enthält heute aber „genau die Variablen, die unsere Affekte, unsere Interessen definieren:“ Ein Anteil am freien Massenmarkt ist ein Anteil an verfügbarer Einzelperzeption, an Vorstellung, an Bewusstsein. Medien, als Synonym für die Allgegenwärtigkeit (eigen-)standpunktferner Inhalte, vermitteln das Bild in den Kopf und errichten in massenhafter Vermittlung gar einen beliebigen Status-Quo, bestimmt und angepasst aber dem Perzeptionsapparat des Bewusstseins.
Gegenstand sind in dieser Arbeit westlich/neue, weitgehend unabhängige, dezentralisierte Medien, die ihrem jeweiligen Zweck – bzw. Foucaults dritter Zwecktechnik - nachkommen und zwischen täglichem Leben und diesem enthobener Lebensvorstellung wirken. Ein nicht streng-heidersches Medium muss als das Produkt von Institutionen, welche „aus dem Subjekt Objekte der Erkenntnis“ machen – Foucault nennt prototypisch Anstalten und Gefängnisse, vorurteilsfrei seien eben auch Medienanstalten zu ergänzen – und der Quelle, z. B. dem Bild selbst, verstanden werden. Das exakt deklarierte, technische Medium Bild sei weiter ein eigenes Kommunikationssystem, angelehnt an Claude Shannons Theorie der Kommunikation: Ist die Nachrichtenquelle der Fotograf, der Künstler, der Bildautor, so ist der Sender Verwerter sowie Bewerter des in Zeit und Raum kontextualisierten Bildes; der Kontext wird selbst zum Sender, wenn er innerhalb des Rauschens der Umwelt den Empfänger für dieses Bild sensibilisiert, für jenes aber nicht. Anstatt durch Zerlegung wird das Bild durch Kombination zur empfangbaren Nachricht, Elemente sind Zeit, Raum und ein „Vorrat an Stereotypen“, oder verquickt: Code.
1. VORÜBERLEGUNGEN: Einführung in die Problematik der Reizüberflutung und die Rolle technischer Medien bei der Konstruktion gesellschaftlicher Realität.
2. ÄSTHETIK UND SEXUELLES BILD: Untersuchung, wie Kunst als Technik fungiert und sexuelle Bildmotive als Seismographen der Subjektivität dienen.
3. HISTORIE UND WIEDERHOLUNG: Analyse der Transformation von Zeit und Geschichte hin zur „Posthistoire“, in der die Gegenwart durch ständige Wiederholung dominiert wird.
4. SUBJEKT UND OBJEKT: Erörterung der Entstehung des Subjekts als Erzeugnis medialer Einflüsse und der Dynamik der Selbstobjektivierung.
5. CODE UND LEGITIMATION: Darstellung, wie durch mediale Codes und soziale Übereinkünfte Akzeptanz und Realitätssimulation erzeugt werden.
6. PRIVAT UND PUBLIK: Analyse der Auflösung der Grenzen zwischen privater Intimsphäre und öffentlichem Raum durch exhibitionistische Medienpraktiken.
7. NEUROPHYSIOLOGIE UND ÄSTHETIK: Untersuchung der neurophysiologischen Grundlage von Wahrnehmung und der Reaktion auf sexuell konnotierte Bildreize.
8. NACHGEDANKEN: Zusammenfassende Reflexion über die Bedingungen der Möglichkeit einer moralisch flexiblen Gesellschaft durch mediale Abbilder.
Medienwissenschaft, Subjektivität, Sexualität, Wahrnehmung, Ästhetik, Baudrillard, Foucault, Deleuze, Kommunikation, Code, Digitalität, Massenmedien, Umnatur, Neurophysiologie, Gesellschaft.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Gesellschaft, Individuum und Medien, wobei der Fokus auf der medialen Konstruktion und Vermittlung von Sexualität als bildhaftes Objekt liegt.
Die zentralen Felder umfassen Medientheorie, Ästhetik, Subjektphilosophie, Neurophysiologie und die Soziologie der Kommunikation.
Das Ziel ist es, die „Bezüge“ zwischen Bild, Subjekt und Gesellschaft sichtbar zu machen und zu verstehen, wie Sexualität in modernen Kulturen zum Seismograph der Subjektivität geworden ist.
Die Arbeit nutzt einen diskurstheoretischen Ansatz, der Positionen von Denkern wie Foucault, Deleuze, Baudrillard, Flusser und McLuhan verbindet, um die medialen Prozesse hinter der Wahrnehmung zu dekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Zeichenordnung, die Rolle von Codes in der Massenkommunikation, die Verschiebung privater Räume in den öffentlichen Sektor sowie die neurobiologischen Prozesse bei der visuellen Reizverarbeitung.
Wesentliche Begriffe sind Subjektivität, Umnatur, Bildkultur, Code, mediale Legitimation, Reizverarbeitung und die Dynamik von Privatheit und Öffentlichkeit.
Der Mensch wird laut Arbeit zunehmend zum „Erfahrungstier“, dessen Wahrnehmung durch ständige Wiederholung und mediale Projektion gesteuert wird, was zu einer Abkehr von traditioneller Geschichte hin zu einer reinen Moment-Gegenwart führt.
Sexualität dient als „Seismograph“ der Subjektivität; das Bild des Sexes ist ein Medium, das durch Reizintensität und mediale Codierung die Akzeptanz des Menschen gegenüber seiner eigenen Natur und deren gesellschaftlicher Verformung messbar macht.
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