Diplomarbeit, 2006
76 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Theorieteil
2.1 Klassische Theorien der Wirtschaftsgeografie
2.2 Ansatz einer Relationalen Wirtschaftsgeografie
2.2.1 Gegenüberstellung der Raumwirtschaftslehre und der Relationalen Wirtschaftsgeografie
2.2.2 Vier „Ionen“ der Relationalen Wirtschaftsgeografie
3 Empirieteil
3.1 „Evolution“ der Maquiladora-Industrie in Ciudad Juárez
3.1.1 Lokalisationsphase
3.1.2 Clusterungsphase
3.1.3 Dispersionsphase
3.1.4 Fazit
3.2 „Organisation“ der Maquiladora-Industrie in Ciudad Juárez
3.2.1 Fallbeispiele
3.2.2 Veränderungen der Beschäftigungsstrukturen in der Maquiladora-Industrie
3.2.3 Fazit
3.3 „Interaktion“ der Maquiladora-Industrie in Ciudad Juárez
3.3.1 Netzwerkstrukturen der Maquiladora-Industrie
3.3.2 Zulieferunternehmen der Maquiladora-Industrie in Chihuahua
3.3.3 Fazit
3.4 „Innovation“ der Maquiladora-Industrie in Ciudad Juárez
3.4.1 Theorieansätze zum Entwicklungsprozess der Maquiladora-Industrie in Mexiko
3.4.2 Innovative Veränderungen der Maquiladoras in Ciudad Juárez
3.4.3 Fazit
4 Schlussbemerkungen
Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss der Maquiladora-Industrie auf die langfristige regionale wirtschaftliche Entwicklung von Ciudad Juárez im Norden Mexikos. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob sich in der Evolution dieser Industrie Modernisierungstendenzen abzeichnen, die eine nachhaltige ökonomische Entwicklung der Grenzregion ermöglichen könnten.
1 Einleitung
„Outsourcing“ ist das Schlagwort, das zur Grundvokabel jedes besorgten Politikers und Arbeitgebers geworden ist, der um die Arbeitsplätze im eigenen Land fürchtet und nicht müde wird, die viel zu hohen Arbeitskosten im selbigen immer wieder aufs Neue anzuprangern. Das Schreckgespenst der Globalisierung, das Großunternehmen dazu zwingt, Teile ihrer Produktion in „Niedriglohnländer“ auszulagern, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben.
Ob die zugespitzte Debatte nun gerechtfertigt ist oder nicht, von Interesse sollte auch sein, inwiefern die sogenannten „Billiglohnstandorte“ von solchen Entwicklungen eigentlich wirklich profitieren. Dass sich ein 14-jähriger chinesischer Industriearbeiter, der für drei Dollar am Tag ohne jegliche Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen in einem „Sweat Shop“ eines multinationalen Unternehmens schuftet, nicht wirklich glücklich schätzen kann, steht wohl außer Frage. Aber es könnte ja sein, dass die Unternehmen nicht nur Landenteignungen, Umweltverschmutzung und Hungerlöhne mit sich bringen, sondern in gewisser Weise auch „Entwicklungsarbeit“ leisten. „Technologietransfer“, „Wissensspillover“ und „nachhaltige Entwicklung“ sind Stichworte, die in diese Richtung weisen könnten. Inwiefern diese Entwicklungen wirklich nachhaltig für die jeweiligen Regionen sind und zu einem Wohlstandswachstum führen, von dem unter Umständen alle Bevölkerungsschichten profitieren, lässt sich wohl nur im Einzelfall feststellen. Solch ein Einzelfall soll an dieser Stelle erörtert werden.
Da sie als ein klassischer Niedriglohnstandort gilt, wurde in dieser Diplomarbeit die mexikanische Stadtregion „Ciudad Juárez“ an der Grenze zu den USA als Untersuchungsfeld gewählt. Seit Mitte der 1960-er Jahre investieren vor allem US-amerikanische Unternehmen in diese Region, indem sie überwiegend einfache, standardisierte Produktionsabläufe in die sogenannten „Maquiladora-Fabriken“ auslagern. Grund dafür ist neben Steuervorteilen, niedrigen Umwelt- und Sicherheitsauflagen sowie einer Zollbefreiung innerhalb der mexikanischen Sonderwirtschaftszone (SWZ) für Exportgüter in erster Linie der „Lohnveredelungsaspekt“, also das Ausnutzen billiger Arbeitskraft.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Outsourcings ein und begründet die Wahl von Ciudad Juárez als Fallbeispiel für die Analyse der Auswirkungen der Maquiladora-Industrie.
2 Theorieteil: In diesem Kapitel wird das Modell der Relationalen Wirtschaftsgeografie nach Bathelt und Glückler als theoretischer Rahmen vorgestellt und von klassischen raumwirtschaftlichen Ansätzen abgegrenzt.
3 Empirieteil: Der empirische Hauptteil analysiert die Maquiladora-Industrie in Ciudad Juárez anhand der vier Dimensionen Evolution, Organisation, Interaktion und Innovation.
4 Schlussbemerkungen: Das Fazit bestätigt die These der Arbeit, dass in Ciudad Juárez keine weitreichenden Modernisierungstendenzen feststellbar sind und die Region stark von der US-Konjunktur abhängig bleibt.
Ciudad Juárez, Maquiladora-Industrie, Lohnveredelung, Wirtschaftsgeografie, Globalisierung, Outsourcing, Industrielle Entwicklung, Cluster, Standortvorteile, Technologietransfer, Netzwerkstrukturen, Mexiko, Arbeit, Regionalentwicklung, Innovation.
Die Arbeit untersucht, ob die Ansiedlung von Maquiladora-Fabriken in Ciudad Juárez einen Beitrag zur langfristigen und nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung dieser mexikanischen Grenzregion leistet.
Die zentralen Themen sind die industrielle Entwicklung in Sonderwirtschaftszonen, die Auswirkung globaler Produktionsverlagerungen auf lokale Regionen und die Verflechtung multinationaler Unternehmen mit ihrem Standort.
Die Forschungsfrage lautet, ob in der Evolution der Maquiladora-Industrie in Ciudad Juárez Modernisierungsprozesse stattgefunden haben, die über reine Lohnveredelung hinausgehen und zu einer nachhaltigen ökonomischen Stärkung der Region beitragen können.
Die Arbeit nutzt den konzeptionellen Rahmen der Relationalen Wirtschaftsgeografie. Anstelle des Raums als statisches Objekt stehen die ökonomischen Akteure (Unternehmen) und ihre Handlungsbeziehungen in der Region im Fokus.
Der Hauptteil analysiert anhand der Dimensionen Evolution, Organisation, Interaktion und Innovation empirische Fallstudien und Daten, um den tatsächlichen Grad der wirtschaftlichen Modernisierung und regionalen Einbindung zu bewerten.
Zentrale Begriffe sind Maquiladora, Ciudad Juárez, Wirtschaftsgeografie, Lohnveredelung, industrielle Evolution, Cluster-Entwicklung und Standort-Modernisierung.
Die Analyse zeigt, dass die meisten Betriebe lediglich einfache Montageaufgaben ausführen, kaum mit lokalen Zulieferern vernetzt sind und primär auf niedrigsten Lohnkosten basieren, was sie anfällig für Abwanderung macht.
Der Begriff "empresas golondrinas" beschreibt Unternehmen, die ihren Standort schnell wechseln (wie Schwalben ziehen), sobald sich in einer anderen Region günstigere Produktionsbedingungen ergeben, anstatt dauerhaft in den lokalen Standort zu investieren.
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