Masterarbeit, 2008
102 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung und Methode
1.2. Quellenlage und Forschungsstand
2. Die Vorläufer: Die historischen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland
2.1. Die Krise an den deutschen Hochschulen
2.2. Große Koalition, Studentenbewegung und außerparlamentarische Opposition
2.3. Die Notstandsgesetzgebung
2.4. Die „Spiegel“-Affäre
3. Exkurs: Die Protestentwicklungen im Ausland
3.1. Unruheherde in Frankreich, Tschechien, Italien, Mexiko und den USA
3.2. Der Vietnamkrieg: Internationales Verbindungselement nationaler Proteste
4. Hintergrund: Der Axel-Springer-Verlag
4.1. Der Mensch Axel Springer
4.2. Der Verlag Axel Springer
4.2.1. Das Hamburger Abendblatt
4.2.2. Bild-Zeitung
4.2.3. Die Welt
4.3. Der Verlag und die (politischen) Grundsätze seines Verleger
5. Analyse: „Wechselwirkungen: Die Berichterstattung ausgewählter Zeitungen des Axel-Springer-Verlages und die ‚Anti-Springer-Kampagne‘ der 68er-Studentenbewegung“
5.1. Zur Entstehung der ‚Anti-Springer-Kampagne‘
5.2. Der 2. Juni 1967: Schahbesuch und die Erschießung Benno Ohnesorg
5.2.1. Bild-Zeitung und BZ
5.2.2. Die Welt
5.2.3. Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost
5.3. Der 11. April 1968: Mordanschlag auf Rudi Dutschke
5.3.1. Bild-Zeitung und BZ
5.3.2. Die Welt
5.3.3. Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen der Berichterstattung ausgewählter Zeitungen des Axel-Springer-Verlages und der sogenannten ‚Anti-Springer-Kampagne‘ der 68er-Studentenbewegung. Ziel ist es, die ideologischen Profile der Zeitungen zu analysieren und zu hinterfragen, inwiefern eine medienübergreifende Verlagspolitik existierte und wie diese die gesellschaftlichen Proteste beeinflusste.
1. Einleitung
„Sein Vordermann lächelt. Ein dünnes Lächeln in einem angestrengten Gesicht, aber ein glückliches Lächeln. Der Stein wandert von Hand zu Hand. Vorn wird er auf die Barrikade geschichtet. Die Barrikade wächst. Stein um Stein. Vor der Barrikade die Absperrgitter und dahinter die Bereitschaftspolizei. In Zweierreihe. Dahinter, wie ein großer grauer Panzer, der Wasserwerfer. Im Hintergrund der gewaltige Gebäudekomplex der Springer Druckereien und Redaktionen. Alle Fenster hell erleuchtet. Im Hof der Druckerei formiert sich der LKW-Konvoi mit der Samstagsausgabe von Bild.
Die Hundertschaften marschieren zur Barrikade. Ein Lautsprecherwagen fährt vor. Hier spricht die Polizei. Räumen Sie die Straße.
Eingehakt sitzen die Demonstranten vor der Barrikade. Sie singen. Sie singen die Internationale. Nur wenige kennen den Text. Aber alle singen den Refrain. An dieser Stelle kamen sie nicht durch. Die Barrikade war schon zu hoch. Die sie verteidigten zu viele.“
1. Einleitung: Hier wird das Forschungsziel definiert: die Untersuchung der Wechselwirkung zwischen der Springer-Berichterstattung und der Anti-Springer-Kampagne der 68er-Bewegung.
2. Die Vorläufer: Die historischen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet die politischen Hintergründe der BRD vor 1968, wie die Notstandsgesetzgebung und die Studentenproteste.
3. Exkurs: Die Protestentwicklungen im Ausland: Ein internationaler Überblick, der zeigt, dass die Studentenbewegung kein rein deutsches Phänomen war und Themen wie den Vietnamkrieg als Bindeglied nutzte.
4. Hintergrund: Der Axel-Springer-Verlag: Eine Analyse zur Person Axel Springer und den Strukturen seines Medienimperiums, inklusive seiner politischen Grundsätze.
5. Analyse: „Wechselwirkungen: Die Berichterstattung ausgewählter Zeitungen des Axel-Springer-Verlages und die ‚Anti-Springer-Kampagne‘ der 68er-Studentenbewegung“: Der Hauptteil, der die Berichterstattung der fünf Zeitungen anhand der Ereignisse 1967 und 1968 hermeneutisch analysiert.
6. Resümee: Eine Zusammenfassung der Ergebnisse, in der das ambivalente Verhältnis zwischen Massenmedien und Studentenbewegung bewertet wird.
68er-Bewegung, Axel-Springer-Verlag, Anti-Springer-Kampagne, Studentenproteste, Bild-Zeitung, Die Welt, Rudi Dutschke, Benno Ohnesorg, Medienanalyse, Pressefreiheit, Notstandsgesetze, Vietnamkrieg, APO, Journalismus, Meinungsbildung.
Die Arbeit analysiert die kritische Beziehung zwischen dem Axel-Springer-Verlag und der studentischen Protestbewegung der 68er-Jahre, insbesondere wie die Springer-Zeitungen die Berichterstattung über diese Ereignisse gestalteten.
Zentrale Themen sind die Medialisierung politischer Proteste, die politische Macht von Verlagen, die Rolle von Presse-Stereotypen in der Gesellschaft und die Auswirkungen emotionalisierender Berichterstattung.
Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern der Springer-Verlag durch eine spezifische, oft polemische Berichterstattung zur Eskalation und Stigmatisierung der Studentenbewegung beigetragen hat und ob dies eine bewusste medienübergreifende Verlagspolitik widerspiegelt.
Der Autor führt eine hermeneutische Analyse ausgewählter Zeitungsartikel durch, ergänzt um historische Kontextualisierungen und den Vergleich der verschiedenen journalistischen Profile innerhalb der Springer-Publikationen.
Der Hauptteil analysiert konkret die Berichterstattung der Zeitungen Bild, BZ, Die Welt, Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost im zeitlichen Umfeld des Todes von Benno Ohnesorg (1967) und des Attentats auf Rudi Dutschke (1968).
Die zentralen Schlagworte sind 68er-Bewegung, Axel-Springer-Verlag, Medienanalyse, Anti-Springer-Kampagne und journalistische Berichterstattung.
Die Spiegel-Affäre wird als ein Vorläuferereignis betrachtet, das erstmals große Teile der Öffentlichkeit und Intellektuelle gegen die Staatsmacht vereinte und als Erfahrung für die Studenten diente, dass öffentlicher Protest Wirkung zeigen kann.
Der Autor zeichnet Axel Springer als einen Verleger, dessen poltische Überzeugungen und sein "liberale" bis hin zu "konservative" Wandlung maßgeblich die Ausrichtung des Verlages prägten, wobei ihm die tragische Wechselseitigkeit seiner eigenen "Fehler" und der Eskalation durchaus bewusst war.
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