Diplomarbeit, 2005
118 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung dieser Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Aufbau
2. Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
2.1 Von der Pyramide zum Pilz – die Veralterung und Schrumpfung unserer Gesellschaft
2.2 Niedrige Geburtenrate
2.3 Steigende Lebenserwartung
2.4 Relevanz der demographischen Entwicklung für meine Untersuchung des Sportangebotes der 41- bis 60-Jährigen
3. Sport der Älteren in Deutschland
3.1 Begriffsklärungen: Alterssport, Sport der Älteren und Seniorensport
3.2 Theorien zum Thema sportliche Aktivität und Altern
3.2.1 Das Defizitmodell
3.2.2 Theorien erfolgreicher Anpassung an das Alter und Altern
3.2.3 Neuere Forschungsansätze zum Alter und Altern
3.2.4 Relevanz dieser Theorien für die Altersgruppe 41 bis 60 Jahre und deren sportliche Betätigung
3.3 Strukturwandel des Alterns
3.3.1 Veränderte Lebensbedingungen
3.3.2 Die Sandwich-Generation
3.3.3 Freizeit in Deutschland
3.3.4 Schlussfolgerungen für den Sport
3.4 Ziele und Motive im Sport der Älteren
3.4.1 Ziele und Motive im Seniorensport
3.4.2 Ziele und Motive der Altersgruppe 41 bis 60 Jahre
3.5 Das Gesundheitsmotiv im Sport der Älteren
3.5.1 Altern, Alter und Gesundheit
3.5.2 Auswirkungen von Sport auf Veränderungsprozesse des Körpers
4. Sportstadt Paderborn
4.1 Eine demographische Einordnung
4.2 Sporttreiben in Paderborn
5. Die Befragung der Sportvereine in Paderborn
5.1 Begründung der Methodenwahl
5.2 Die Fragebogenerhebung
5.2.1 Der Fragebogen
5.2.2 Rücklauf und Qualität der Beantwortung
5.2.3 Zur Repräsentativität der Untersuchung
6. Strukturen der Sportvereine in Paderborn und ihre Bedeutung für die Altersgruppe 41 bis 60 Jahre
6.1 Vereinsstrukturen
6.1.1 Vereinsgröße
6.1.2 Abteilungsgliederung
6.1.3 Der Organisationsgrad der Paderborner Bevölkerung
6.1.4 Die Altersstruktur in den Paderborner Sportvereinen
6.1.5 Potentiale für neue Mitglieder
6.2 Angebotsstrukturen im sportlichen Sektor
6.2.1 Spektrum der Sportarten
6.2.2 Sportarten-Ranking nach Mitgliederzahlen
6.2.3 Spezielle Angebote für die 41- bis 60-Jährigen
6.2.4 Sportorganisation der Angebote für die Älteren
6.2.5 Zielgruppenbezogene Sportangebote und Zusammenarbeit mit Organisationen
6.2.6 Sportliche Zusatzangebote
6.3 Vereinsgeselligkeiten
7. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Diplomarbeit untersucht das Sportvereinsangebot in Paderborn mit einem spezifischen Fokus auf die Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen, um zu ermitteln, ob die bestehenden Strukturen den Bedürfnissen dieser demographisch wachsenden Gruppe gerecht werden und wie Sportvereine auf den Wandel reagieren können.
3.3.2 Die Sandwich-Generation
An dieser Stelle wende ich mich nun der Gruppe der 41- bis 60-Jährigen zu. Bei der Betrachtung dieser Altersgruppe wird schnell deutlich, dass sich deren Lebenszyklusmodelle von denen früherer Generationen unterscheiden. Die klassischen, klar abgrenzbaren Lebensphasen sind bei ihnen häufig nicht mehr erkennbar. „Aus dem traditionellen Lebensbogen Ausbildung / Beruf / Ruhestand sind heute einzelne Streckenabschnitte im Leben geworden. …[Es] entwickeln sich Patchwork-Biographien zwischen Teilzeitarbeit, Zeitarbeit und Job-Sharing, Mutterschaftsurlaub, Babypause und Sabbatical, Nebenjobs und Phasen längerer Arbeitslosigkeit“ (Opaschowski, 2004, S. 24). Früher beschäftigte sich die Altersforschung, basierend auf der Dreiteilung des Lebens, mit der Zeit nach der Erwerbstätigkeit, also etwa mit der Zeit ab dem 60. Lebensjahr. Heute wird zunehmend die gesamte zweite Lebenshälfte in den Focus genommen. Das bedeutet, dass sich dieser Forschungszweig inzwischen mit den Menschen ab etwa 40 Jahren beschäftigt. Das Altern verläuft sehr individuell und multidirektional. Es gibt keinen typischen Lebensaufbau mehr.
Trotz der Tendenz zur Individualisierung und der Zunahme von Ein-Personen-Haushalten ist die Familie dennoch ein zentral wichtiges Element im Leben der meisten Menschen. Bemerkenswert ist, dass es hier nicht nur um die selbst gegründete Familie geht, sondern es werden Beziehungen unter allen Generationen gepflegt. Opaschowski formuliert: „Die Mehr-Generationen-Familie lebt - in einem multilokalen Netzwerk, nicht unbedingt unter einem Dach. Der historische Wandel von der Groß- zur Kleinfamilie hat damit weder zum Verfall der Familie noch zu deren sozialer Isolation geführt“ (2004, S. 57).
Daraus ergibt sich für die Generation zwischen 41 und 60 Jahren eine sehr spezielle Konstellation. Es ist eine Generation, die zwischen jung und alt lebt, die so genannte Sandwich-Generation. Sie ist zum einen Elterngeneration für die eigenen Kinder und mit deren Betreuung und Erziehung beschäftigt. Gleichzeitig sind diese Menschen aber auch die Kinder ihrer noch lebenden Eltern, die ihrerseits wiederum Aufmerksamkeit und eventuell sogar Pflege bedürfen. Außerdem sind die meisten Menschen in dieser Generation erwerbstätig. Die Generation 41 bis 60 stellt die eigenen Bedürfnisse teilweise in den Hintergrund, um diesen Anforderungen nachzukommen und gerecht zu werden.
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz sportlicher Aktivität im mittleren Lebensabschnitt angesichts demographischer Herausforderungen und steigender Gesundheitskosten.
2. Bevölkerungsentwicklung in Deutschland: Analyse des demographischen Wandels und der damit einhergehenden Veränderung der Altersstruktur in Richtung einer „Veralterung“.
3. Sport der Älteren in Deutschland: Theoretische Auseinandersetzung mit Begriffen, Alternstheorien und der Bedeutung des Sports für die Gesundheit und Lebensgestaltung älterer Menschen.
4. Sportstadt Paderborn: Einordnung Paderborns als Sportstadt und Darstellung der vorhandenen sportlichen Infrastruktur und des Sportverhaltens.
5. Die Befragung der Sportvereine in Paderborn: Darstellung der Methodik und Durchführung der empirischen Vereinsbefragung sowie der Rücklaufquoten.
6. Strukturen der Sportvereine in Paderborn und ihre Bedeutung für die Altersgruppe 41 bis 60 Jahre: Detaillierte Auswertung der Vereinsstrukturen, Angebotsformen und potenziellen Möglichkeiten für die Zielgruppe.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Ausrichtung der Sportangebote für die mittlere Altersgeneration.
Sportvereine, Paderborn, Ältere, 41- bis 60-Jährige, Sandwich-Generation, Gesundheitsmotiv, Alternsprozess, Sportangebote, Mitgliedergewinnung, Prävention, Sportvereinsstruktur, empirische Untersuchung, Sportverhalten, demographischer Wandel, Seniorensport.
Die Arbeit analysiert das Sportangebot der Paderborner Sportvereine und prüft, ob dieses auf die Bedürfnisse der Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen ausgerichtet ist.
Zentrale Themen sind der demographische Wandel, sportwissenschaftliche Theorien zum Altern, das Gesundheitsmotiv im Sport sowie die tatsächliche Angebotsstruktur der Sportvereine in Paderborn.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie Paderborner Sportvereine auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren und ob sie angepasste Sportangebote für Menschen im mittleren Lebensalter (41-60 Jahre) bereitstellen.
Die Autorin führt eine empirische, quantitative Erhebung mittels eines standardisierten schriftlichen Fragebogens bei 127 Sportvereinen in Paderborn durch.
Der Hauptteil befasst sich mit den demographischen Grundlagen, den theoretischen Ansätzen zum Altern, einer Analyse der Sportstadt Paderborn sowie der detaillierten Auswertung der Vereinsbefragung hinsichtlich Strukturen, Angeboten und Zielgruppenfokussierung.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie "Sandwich-Generation", "Gesundheitsmotiv", "Vereinsstrukturen" und "41- bis 60-Jährige" aus.
Die "Sandwich-Generation" beschreibt die spezifische Belastungssituation der 41- bis 60-Jährigen, die sowohl für Kinder als auch für pflegebedürftige Eltern Verantwortung tragen und dadurch stark belastet sind.
Es wird festgestellt, dass trotz der Relevanz der Zielgruppe nur wenige spezifische Angebote für die Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen existieren und eine stringente gesundheitsorientierte Ausrichtung in den meisten Vereinen noch fehlt.
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