Examensarbeit, 2008
69 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung: Was versteht man unter Körpererfahrung?
2.1 Das fachdidaktische Konzept der Körpererfahrung nach Funke
2.2 Selbsterfahrung – Körpererfahrung
2.3 Bewegungserfahrung – Körpererfahrung
2.4 Zusammenhang Körpererfahrung und Wahrnehmung
3 Zur Bedeutung von Körpererfahrungen im Sportunterricht
3.1 Ziele eines körpererfahrungsorientierten Sportunterrichts
3.2 Zur Vermittlung von Körpererfahrungen
3.3 Konsequenzen für den Sportunterricht
4 Möglichkeiten zum Erwerb von Körpererfahrung im Sportunterricht
4.1 Lehrplaneinordnung
4.2 Körpererfahrungen im Sport allgemein
4.3 Körpererfahrung in der Leichtathletik
4.3.1 Förderung von Körpererfahrungen am Beispiel des Dauerlaufens
4.3.2 Anregungen für einen körpererfahrungsorientierten Leichtathletikunterricht
5 Entspannung im körpererfahrungsorientierten Sportunterricht
5.1 Ziel der Entspannung
5.2 Vorgehen
6 Unterrichtsversuch: Unbemerkt und lebenswichtig: Atmung und Herzschlag
6.1 Intention
6.2 Die Schüler
6.3 Sachanalyse Atmung und Herz- bzw. Pulsschlag
6.4 Durchführung/ Unterrichtsverlauf
6.5 Auswertung/ Fazit
7 Schlusswort
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die pädagogische Bedeutung von Körpererfahrungen im Sportunterricht der Grundschule zu untersuchen und praktische Wege aufzuzeigen, wie diese gezielt vermittelt und gefördert werden können. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Kinder durch bewusste Wahrnehmung körperlicher Prozesse (wie Atmung und Puls) sowie durch vielfältige Bewegungsreize für ihren eigenen Körper sensibilisiert werden können, um so eine positive Ich-Beziehung und ein besseres Verständnis für die eigene Gesundheit zu entwickeln.
3.1 Ziele eines körpererfahrungsorientierten Sportunterrichts
Anzustreben ist die Einschränkung eines an Fertigkeitsvermittlung sowie an Leistung orientierten Sportunterrichts zugunsten eines körpererfahrungsorientierten Unterrichts. Wenn diese Tatsache gegeben ist, ist das größte Ziel eines körpererfahrungsorientierten Sportunterrichts, das bessere Kennen des eigenen Körpers, gewährleistet. Die Schüler sollen des Weiteren aus ihren Erfahrungen lernen und auch Kenntnisse erwerben, mit den neuen Erfahrungen umzugehen, also Handlungskompetenz entwickeln. Aber bis hier hin ist es ein langer Weg. Die Erfahrungen müssen immer wiederholt und in gemeinsamen Gesprächen reflektiert und gesichert werden. Handlungsfähigkeit heißt in dem Sinne auch, Erfahrungen verbalisieren und mitteilen zu können, sowie Erfahrungen der anderen erfassen und darüber nachzudenken. Körpererfahrung soll dazu beitragen, sich selbst über den eigenen Körper kennenzulernen sowie die anderen über den Körper wahrzunehmen. Die Kinder werden in einem körpererfahrungsorientierten Unterricht neue Bewegungserfahrungen machen. In der anschließenden Reflexion sollte darüber geredet werden, damit die Kinder lernen, neue Empfindungen zuzulassen und diese nicht gleich zurückzuweisen. Außerdem dient die Reflexion der Sicherung der Erfahrungen und Erlebnisse.
Körpererfahrungen zielen im großen Maße auch darauf ab, die Kreativität des Schülers bezüglich der Wahrnehmung und Gestaltung seiner Umwelt zu fördern. Der Körper ist Vermittler von Gefühlen, Gedanken und Empfindungen. Im Sportunterricht können diese genutzt werden, um Bewegungen abwechslungsreich und vielfältig zu gestalten, beispielsweise eine gymnastisch oder tänzerische Ausführung einer Bewegung.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern und begründet die Notwendigkeit, Körpererfahrung als festen Bestandteil in den Sportunterricht zu integrieren.
2 Begriffsbestimmung: Was versteht man unter Körpererfahrung?: Dieses Kapitel definiert Körpererfahrung durch eine fachdidaktische Einordnung und klärt die Zusammenhänge zwischen Wahrnehmung, Selbsterfahrung und Bewegung.
3 Zur Bedeutung von Körpererfahrungen im Sportunterricht: Hier werden die Ziele und Konsequenzen eines körpererfahrungsorientierten Unterrichts diskutiert, wobei insbesondere die Ich-Beziehung und die Persönlichkeitsentwicklung im Fokus stehen.
4 Möglichkeiten zum Erwerb von Körpererfahrung im Sportunterricht: Dieses Kapitel stellt praktische Ansätze für den Sportunterricht und die Leichtathletik vor, um Schüler durch gezielte Übungen und Wahrnehmungszentrierung für ihren Körper zu sensibilisieren.
5 Entspannung im körpererfahrungsorientierten Sportunterricht: Die Bedeutung von Entspannung als Methode zur bewussten Körperwahrnehmung und zur Erholung wird erläutert und mit praktischen Hinweisen zur Umsetzung ergänzt.
6 Unterrichtsversuch: Unbemerkt und lebenswichtig: Atmung und Herzschlag: Ein praktisches Fallbeispiel in einer vierten Klasse untersucht das Bewusstsein der Kinder für ihre Atmung und ihren Puls in Ruhe und nach Belastung.
7 Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Körpererfahrung kein Ersatz, sondern eine essenzielle Ergänzung zur klassischen Leistungsförderung im Sportunterricht darstellt.
Körpererfahrung, Sportunterricht, Grundschule, Körperwahrnehmung, Bewegungserziehung, Atmung, Pulsschlag, Entspannung, Selbsterfahrung, Gesundheit, Bewegungsidentität, Wahrnehmungsschulung, Persönlichkeitsbildung, Handlungskompetenz, Leichtathletik.
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Relevanz von Körpererfahrungen im Sportunterricht der Grundschule als Antwort auf Bewegungsmangel und mangelnde Selbstwahrnehmung bei Kindern.
Die Arbeit deckt die theoretische Begriffsbestimmung, die Bedeutung der Ich-Beziehung im Sport, praktische Übungsmethoden sowie die methodische Umsetzung in verschiedenen Sportbereichen ab.
Ziel ist es, den Sportunterricht durch körpererfahrungsorientierte Ansätze zu ergänzen, um Kinder für ihren Körper und dessen Signale wie Atmung und Puls bewusst zu sensibilisieren.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einem empirischen Unterrichtsversuch in einer vierten Klasse, um die praktische Relevanz ihrer Thesen zu überprüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Begriffsbestimmung, die Darstellung von Möglichkeiten zur Förderung von Körpererfahrungen in Schule und Leichtathletik sowie den konkreten Bericht eines Unterrichtsversuchs.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Körpererfahrung, Körperwahrnehmung, Bewegungsidentität, Handlungsfähigkeit und Gesundheitserziehung.
Die Atmung dient als zentrales Element, um Schülern durch Messungen und gezielte Wahrnehmung den Zusammenhang zwischen körperlicher Belastung und physiologischer Reaktion verständlich zu machen.
Die Schüler zeigten sich aufgeschlossen gegenüber den Entspannungsphasen, wobei die Reflexion des Erlebten eine zentrale Rolle bei der Zielsicherung spielte.
Es zeigt sich, dass auch leistungsschwächere Schüler durch körpererfahrungsorientierte Ansätze motiviert werden können, da nicht die sportliche Bestleistung, sondern die eigene Wahrnehmung im Vordergrund steht.
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