Diplomarbeit, 2007
76 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Begriffsklärung
2.1 „Peer“ und „Peer Group“
2.2 „Culture“
2.3 „Ressource“
3 Geschichtlicher Abriss
3.1 Primitive Gesellschaften
3.2 Moderne Gesellschaften
3.3 Peer Group Forschung heute
4 Wissenschaftliche Disziplinen
4.1 Pädagogische Anthropologie
4.1.1 Übertragung
4.2 Sozialpsychologie
4.2.1 Konformität
4.3 Entwicklungspsychologie
4.3.1 Entwicklungsaufgaben
4.4 Soziologie
4.5 Zusammenfassung
5 Peer Culture
5.1 Zur Terminologie von „Peer … „
5.2 Peer Counseling
5.3 Peer Education
5.4 Peer Projekte
5.5 Peer Support
5.6 Zusammenfassung
5.7 Positive Peer Culture (PPC)
5.7.1 Begriffliche Klärung
5.7.2 Grundlagen
5.7.2.1 Eine Prosoziale Normenkultur
5.7.2.2 Die Grenzziehung und Konfrontation
5.7.2.3 Die Verbindlichkeit des Unverbindlichen
5.7.2.4 Die Verantwortung
5.7.2.4.1 Die Umkehr der Verantwortung
5.7.2.4.2 Die Übernahme von Verantwortung durch „Checking“ und „Confronting“
5.7.2.5 Positive Peer Pressure
5.7.2.6 Die Corporate Identity
5.7.3 Zentrale Elemente der Positive Peer Culture
5.7.3.1 Die Macht der Peers
5.7.3.2 Die Stärke des Geläuterten
5.7.3.3 Das Klima der Veränderung
5.7.3.4 Das soziale Training
5.7.4 Die Ziele
5.7.4.1 Das positive Selbstwertgefühl
5.7.4.2 Die Vermittlung grundlegender Werte
5.7.4.3 Die Förderung prosozialen Verhaltens
5.7.4.4 Die Veränderung des moralischen Bewusstseins
5.7.4.5 Die Mündigkeit anstatt der Anpassung
6 Partizipation und Empowerment
6.1 Partizipation
6.1.1 Definition
6.1.2 Rechtliche Grundlagen
6.1.3 „the ladder of participation”
6.2 Empowerment
6.2.1 Definition
6.2.2 Die Bündelung der Lernprozesse
6.2.3 Die vier Ebenen des Empowerment
6.3 Zusammenfassung
7 Fazit
Diese Diplomarbeit untersucht die Bedeutung der "Peer Culture" als eine wesentliche Ressource für junge Menschen während ihres Übergangs vom Kindes- ins Erwachsenenalter. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, aus welchen Gründen sich Kulturen unter Gleichaltrigen entwickeln und durch welche Mittel sie für die Entwicklung junger Menschen fruchtbar gemacht werden können.
5.7.2.4.2 Die Übernahme von Verantwortung durch „Checking“ und „Confronting“
Die Jugendlichen müssen sich, gleichgültig wo und wann Probleme auftreten, diesen stellen und sich gleichwohl für deren Lösung verantwortlich fühlen (vgl. ebd., S. 107). Die Jugendlichen lernen nicht nur die Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen, sondern sich darüber hinaus für andere Gruppenmitglieder verantwortlich zu fühlen. Die PPC trainiert diese Übernahme von Verantwortung mit den Jugendlichen auf zweierlei Art und Weise (vgl. ebd., S. 107ff.):
1. „Checking“: Legt ein Jugendlicher normwidriges Verhalten an den Tag erinnert ihn die Peer Group daran, sich selbst zu kontrollieren und reflektiert zu handeln (vgl. ebd., S. 107). Diese unmittelbare Rückmeldung über die Nichtakzeptanz seines Verhaltens verlangt von dem Jugendlichen sich ständig selbst zu kontrollieren. Es bietet ihm aber die Chance alte Verhaltens- und Denkmuster zu verlassen.39
2. „Confronting“: „In confronting, the group members show their concern by challenging negative, irresponsible behavior and making the student aware of the effect of his actions on others“ (ebd., S. 108). Der zweite Schritt zur Übernahme von Verantwortung ist die verbale Konfrontation, deren Benutzung dann gegeben ist, wenn der Jugendliche es versäumt, sich selbst zu überprüfen oder wenn sein Verhalten derart problematisch ist, dass es mit Gesten oder kurzer Aufmerksamkeit nicht verändert werden kann.40
Beim „Checking“ und „Confronting“ geht es primär nicht um die Ausübung von Druck, sondern um Fürsorge. Die prosoziale Peer Group bietet jedem Jugendlichen eine externe „moralische Instanz“, die ihn jederzeit auf nicht konformes Verhalten aufmerksam macht. Daher gibt es keine Möglichkeit, sich der Verantwortung für sein Handeln zu entziehen. „A frequently asked question is whether group confrontation is not really a kind of punishment. While it certainly is not pleasant to be confronted by one's Peers, the intent of such confrontation is not to punish but, rather, to help“ (ebd., S. 108). Konfrontation darf niemals Schikane oder Herabsetzen eines Gruppenmitglieds sein.
1 Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Fokus der Arbeit dar und erläutert die Bedeutung einer positiven Jugendkultur für junge Menschen.
2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe „Peer“, „Culture“ und „Ressource“, um eine gemeinsame argumentative Basis zu schaffen.
3 Geschichtlicher Abriss: Es wird die Entwicklung der Bedeutung von Gleichaltrigengruppen von der Antike bis zur modernen Peer-Forschung skizziert.
4 Wissenschaftliche Disziplinen: Dieser Abschnitt beleuchtet die Funktionen der Gleichaltrigengruppe aus anthropologischer, sozialpsychologischer, entwicklungspsychologischer und soziologischer Sicht.
5 Peer Culture: Das Kapitel widmet sich detailliert verschiedenen Peer-Ansätzen und arbeitet die Methode der "Positive Peer Culture" (PPC) theoretisch auf.
6 Partizipation und Empowerment: Hier werden die Konzepte der Partizipation und des Empowerments als essenzielle Bestandteile und Grundlagen für eine positive Jugendkultur erläutert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial der Peer Culture als Ressource in der Sozialen Arbeit.
Peer Culture, Gleichaltrigengruppe, Soziale Arbeit, Positive Peer Culture, Empowerment, Partizipation, Jugendalter, Konformität, Prosoziales Verhalten, Identitätsfindung, Peer Education, Peer Counseling, Gruppendynamik, Selbstwertgefühl, Werteerziehung
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Gleichaltrigengruppen als stärkende Ressource für junge Menschen und wie diese pädagogisch positiv gestaltet werden kann.
Zu den Kernpunkten gehören die Geschichte der Peer-Gruppen, wissenschaftliche Erklärungsmodelle für Gruppenverhalten sowie praxisnahe Konzepte wie "Positive Peer Culture", Partizipation und Empowerment.
Das Ziel ist aufzuzeigen, unter welchen Gegebenheiten eine "Peer Culture" als fruchtbar und fördernd für die Entwicklung junger Menschen wirken kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Betrachtung und Synthese sozialpädagogischer, gruppendynamischer und psychologischer Theorien.
Der Hauptteil analysiert die wissenschaftlichen Grundlagen und führt tiefgehend in das Konzept der "Positive Peer Culture" sowie in Empowerment-Strategien ein.
Die zentralen Begriffe sind Peer Culture, Empowerment, Partizipation, soziale Kompetenz, Identitätsfindung und prosoziales Verhalten.
PPC zeichnet sich dadurch aus, dass Jugendliche in Gruppen ihre Probleme selbst besprechen, adäquate Lösungen entwickeln und durch gegenseitige Fürsorge prosoziale Werte erlernen.
Konfrontation ist in der PPC kein Bestrafungsinstrument, sondern ein fürsorgliches Mittel, um Gruppenmitgliedern ihr normabweichendes Verhalten spiegeln und sie zur Übernahme von Verantwortung zu bewegen.
"Checking" ist eine unmittelbare, oft dezentere Rückmeldung bei normwidrigem Verhalten, während "Confronting" als verbale Auseinandersetzung erfolgt, wenn das Verhalten problematisch ist und mit Gesten nicht korrigiert werden konnte.
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