Bachelorarbeit, 2019
133 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN
2.1 BEGRIFFSKLÄRUNG
2.2 KLASSIFIKATIONSSYSTEME
2.2.1 Kategoriale Klassifikation
2.2.2 Dimensionale Klassifikation
3. DER EINSATZ VON HUNDEN IM RAHMEN TIERGESTÜTZTER INTERVENTIONEN
3.1 FORMEN TIERGESTÜTZTER INTERVENTIONEN
3.2 NACHGEWIESENE WIRKUNGEN VON HUNDEN
3.2.1 Physische/biologische Wirkungen
3.2.2 Psychische Wirkungen
3.2.3 Soziale Wirkungen
3.3 RAHMENBEDINGUNGEN UND VORAUSSETZUNGEN HUNDEGESTÜTZTER INTERVENTIONEN
3.3.1 Voraussetzungen beim Hund
3.3.2 Voraussetzungen bei dem/der Anbietenden
3.3.3 Voraussetzungen bei dem/der Empfänger/-in
3.3.4 Tierschutz
4. DER EINSATZ VON HUNDEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN
4.1 DER EINSATZ EINES SCHULHUNDES BEI VERHALTENSAUFFÄLLIGEN SCHÜLERN/SCHÜLERINNEN
4.1.1 Begriffsbestimmung
4.1.2 Funktionen des Hundes
4.1.3 Wirkungen des Hundes auf das Kind bzw. die/den Jugendliche/-n
4.1.4 Veränderungen im Verhalten des Kindes bzw. des/der Jugendlichen
4.1.5 Grenzen
4.2 DER EINSATZ EINES HUNDES IN DER STATIONÄREN JUGENDHILFE
4.2.1 Begriffsbestimmung
4.2.2 Funktionen des Hundes
4.2.3 Wirkungen des Hundes auf das Kind bzw. die/den Jugendliche/-n
4.2.4 Veränderungen im Verhalten des Kindes bzw. des/der Jugendlichen
4.2.5 Grenzen
5. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
5.1 FORSCHUNGSDESIGN
5.1.1 Methodisches Konzept
5.1.2 Stichprobenbeschreibung
5.1.3 Postskriptum
5.1.4 Der Interviewleitfaden
5.2 AUSWERTUNG
5.2.1 Interview mit Expertin 1
5.2.2 Interview mit Expertin 2
5.4 DISKUSSION
5.4.1 Interview mit Expertin 1
5.4.2 Interview mit Expertin 2
6. RESÜMEE UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über den Einsatz von Hunden in pädagogischen und therapeutischen Interventionen bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen zu geben. Anhand einer theoretischen Aufarbeitung und gestützt durch leitfadengestützte Experteninterviews wird untersucht, welche Wirkungen der Einsatz eines Hundes in schulischen Kontexten und in der stationären Jugendhilfe entfalten kann.
3.2.1 PHYSISCHE/BIOLOGISCHE WIRKUNGEN
Hunde wirken stressreduzierend, indem sie nachweislich Herzfrequenz und Blutdruck senken (vgl. Menke et al., 2018, S. 203) und das bereits schon, sobald ein Hund im Raum anwesend ist, wodurch ein Berühren des Hundes nicht notwendig ist (vgl. Prothmann, 2008, S. 26). Bereits nach durchschnittlich 15 Minuten Zusammensein mit einem Hund wird mithilfe von Messungen eine Senkung des Blutdrucks deutlich (vgl. Odendaal und Meintjes, 2003, o. S. zitiert nach Penkowa, 2014, S. 42).
Bezüglich der Wirkung auf die Herzfrequenz belegte eine Studie von Handlin et al. aus dem Jahr 2011, dass allein drei Minuten streicheln des eigenen Hundes bei den untersuchten Frauen zu einer deutlich reduzierten Herzfrequenz führte, welche für 55 Minuten anhielt (vgl. Beetz, 2015, S. 69). Im Rahmen eines Experiments mit 120 Erwachsenen untersuchten Forscher/-innen sowohl die Effekte auf den Blutdruck und die Herzfrequenz. Die Proband/inn/en wurden geistig, in Form von Mathematikaufgaben lösen, und körperlich unter Stress gesetzt. Um die Herzreaktion auf den Stress zu überprüfen, wurden sodann Herzfrequenz und Blutdruck gemessen. Es stellte sich heraus, dass die Anwesenheit eines freundlichen Hundes bei körperlichem oder geistigem Stress zu einer signifikanten Abnahme der Stressreaktion führte, denn die Teilnehmer/-innen fühlten sich besser und hatten zudem bessere physiologische Werte (vgl. Allen et al., 2002, o. S. zitiert nach Dawn, A. Markus, 2015, S. 42).
1. EINLEITUNG: Definiert die Relevanz von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen und stellt die hundegestützte Intervention als ergänzende Methode vor.
2. VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN: Klärt Fachbegriffe und stellt kategoriale sowie dimensionale Klassifikationssysteme vor.
3. DER EINSATZ VON HUNDEN IM RAHMEN TIERGESTÜTZTER INTERVENTIONEN: Erläutert Formen, Wirkungen und notwendige Voraussetzungen für den Einsatz eines Hundes in pädagogischen Settings.
4. DER EINSATZ VON HUNDEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN: Analysiert den Einsatz von Schulhunden und Tieren in der stationären Jugendhilfe sowie deren Auswirkungen auf Verhalten und Entwicklung.
5. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Präsentiert das Forschungsdesign und die Ergebnisse der Experteninterviews mit Fokus auf Praxiserfahrungen.
6. RESÜMEE UND AUSBLICK: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Nachhaltigkeit hundegestützter Interventionen.
Verhaltensauffälligkeiten, Hundegestützte Interventionen, Therapiebegleithunde, Schulhunde, Stationäre Jugendhilfe, Pädagogik, Sozialverhalten, Emotionalität, Stressreduktion, Bindungstheorie, Experteninterviews, Inklusion, Impulskontrolle, Selbstbewusstsein, Mensch-Hund-Beziehung.
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Hunden als unterstützende Komponente in pädagogischen und therapeutischen Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Klärung von Verhaltensstörungen, den verschiedenen Formen tiergestützter Pädagogik, den physiologischen und psychischen Wirkungen von Hunden auf den Menschen sowie dem Einsatz in speziellen Institutionen wie Schulen und stationären Jugendhilfeeinrichtungen.
Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und die praktische Umsetzung hundegestützter Interventionen zu geben, um deren Potenzial bei der Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen zu beleuchten.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur mit einer qualitativen empirischen Untersuchung (Experteninterviews) im Bereich der Pädagogik.
Im Hauptteil werden zunächst die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für Mensch-Hund-Teams erörtert, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung der Einsatzfelder „Schulhund“ und „Hund in der stationären Jugendhilfe“ sowie den dort beobachtbaren Veränderungen im Verhalten der Kinder.
Die Untersuchung ist geprägt durch Begriffe wie Verhaltensauffälligkeiten, Hundegestützte Interventionen, Sozialverhalten, Selbstregulation und tiergestützte Pädagogik.
Während in der Schule eher die Lernumgebung und der soziale Zusammenhalt im Klassenverband im Vordergrund stehen, bietet das stationäre Setting durch seine Alltagsorientierung intensivere, längerfristige Möglichkeiten der emotionalen Spiegelung, des Beziehungsaufbaus und der natürlichen Grenzsetzung.
Die Experten betonen, dass fundierte Kenntnisse und eine positive, authentische Bindung essenziell sind, auch wenn offizielle Standards in Deutschland bisher nicht flächendeckend harmonisiert sind.
Tierschutz wird als maßgeblich angesehen; die Experten unterstreichen, dass der Hund jederzeit über Rückzugsmöglichkeiten verfügen muss und Überlastung durch Fachkräfte durch kontinuierliche Beobachtung des Hundeverhaltens vermieden werden sollte.
Ja, die Arbeit zeigt, dass ängstliche Kinder durch den Hund oft Sicherheit gewinnen und lernen, in einem geschützten Rahmen mit dem Tier an ihren Ängsten zu arbeiten, was zu einer Zunahme an Selbstbewusstsein und einer klareren Kommunikationsweise führt.
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