Bachelorarbeit, 2019
85 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
1.1. Abstract
1.2. Einleitung
2. Geschichte der Kurden
2.1. Zahlen und Fakten
2.2. Die Religion und die Sprache der Kurden
2.3. Aufstände der Kurden
2.4. Politik
2.5. Die autonomen Regionen
3. Die Migration in Deutschland
4. Kurdische Migranten und Flüchtlinge in Deutschland
4.1. Gründe für die Migration
5. Theoretische Grundlagen
5.1. Identität nach Heiner Keupp (2003)
5.2. Zugehörigkeit nach Pfaff-Czarnecka (2012)
5.3. Ethnizität nach Frederic Barth (1969, 1994)
5.4. Benedict Anderson „long-distance-nationalism “(1992)
5.5. Transmigration nach Ludger Pries (2004)
6. Forschungsfragen
7. Empirischer Teil
7.1. Forschungsmethode
7.1.1. Problemzentrietes Leitfadeninterview nach Andreas Witzel (2000)
7.1.2. Die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring (2003)
7.1.3. Auswahlverfahren der Interviewpartner_ innen
7.1.4. Tabelle Beschreibung der Interviewpartner_ innen
7.1.5. Die Durchführung der Interviews
7.1.6. Die Auswertung der Daten
7.1.7. Aufbau der Interviews
7.2. Die Analyse der Interviewdaten
7.2.1. Merkmale der Identität
7.2.2. Sprachkenntnisse in Kurdisch
7.2.3. Sprachkenntnisse in Türkisch
7.2.4. Zwischenfazit
7.2.5. Gründe für Nichtbeherrschen der Sprache
7.2.6. Zwischenfazit
7.2.7. Ethnische Abgrenzung
7.2.8. Zwischenfazit
7.2.9. Diskriminierung
7.2.10. Zwischenfazit
7.2.11. Kurde_ in von Türken als Türke_ in gesehen
7.2.12. Zwischenfazit
7.2.13. Kurde_ in von Deutschen als Türke_ in
7.2.14. Zwischenfazit
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Selbstverständnis von Menschen kurdischer Abstammung in Berlin, insbesondere im Hinblick auf deren Identitätskonstruktion in der Migrationsgesellschaft. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Sehen sich Kurden als eigenständige Migrantengruppe in Deutschland?“.
7.2.9 Diskriminierung
Beide Gruppen der Befragten haben bezüglich ihrer Erfahrungen Diskriminierungen von verschiedenen Situationen berichtet.
Beritan erzählt, dass die kurdische Sprache auch in Deutschland von einigen Türken nicht akzeptiert wird, aber sie sehr gerne Kurdisch spricht, weil es ihre Muttersprache ist. Und es sei sehr traurig, dass sogar ihre Freunde, welche Türke_ innen sind, ihre Identität nicht akzeptieren. Diese Tatsache bringt Beritan zu der Auffassung, dass diese Menschen sie als Angehörige eine niedrige Klasse betrachten.
(67) (…) „Bezüglich der kurdischen Sprache (…) wo wir mit Freunden saßen (…) und als ich dann angefangen habe mit den kurdischen Freunden auf Kurdisch zu sprechen habe die halt so komisch geguckt und meinten: was ist das für eine Sprache?“ (…) „Bitte Türkisch sprechen, weil wir kein Kurdisch verstehen.“ Und dann meinte ich: „Nein! Ich muss bestimmt nicht auf türkisch sprechen, wenn schon dann bitte auf Deutsch, weil wir ja dann auch hier in Deutschland leben.“ 182(…) „Es ist natürlich sehr traurig (…) das die Menschen immer noch so denken, dass die (…) dich als so ne niedrige Klasse sehen, (…) dass die immer noch dagegen sind und dass man ihre eigene Sprache spricht, obwohl wir (…) sind eine sehr große Volk (…) die Sprache ist einfach da, man kann es irgendwie nicht verheimlichen.“ (…) 183
Einführung: Die Einleitung thematisiert die prekäre Situation von Kurden als volkreichstes Volk ohne eigenen Staat und formuliert die Forschungsfrage zur Wahrnehmung als eigenständige Migrantengruppe.
Geschichte der Kurden: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen Hintergründe, die Unterdrückung sowie die politische und sprachliche Situation in den Herkunftsländern.
Die Migration in Deutschland: Hier wird der theoretische Rahmen zur Migration definiert und die demografische Bedeutung von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland umrissen.
Kurdische Migranten und Flüchtlinge in Deutschland: Es werden die spezifischen politischen und ökonomischen Fluchtursachen sowie der Kontext der Diaspora-Situation beleuchtet.
Theoretische Grundlagen: Das Kapitel führt zentrale Konzepte wie Identität (Keupp), Zugehörigkeit (Pfaff-Czarnecka), Ethnizität (Barth), Transmigration und Nationalismus (Anderson) ein.
Forschungsfragen: Hier werden die Leitfragen der Untersuchung spezifiziert, die empirisch an der Identität, der Sprache und den Abgrenzungsprozessen der Zielgruppe ansetzen.
Empirischer Teil: Der Hauptteil beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Auswahl der Interviewpartner und die detaillierte Analyse der Identitätsmerkmale, Sprachkenntnisse, Diskriminierungserfahrungen und Fremdwahrnehmung.
Fazit: Die Zusammenführung der Ergebnisse verdeutlicht, dass Identität eine hybride Konstruktion ist, die stark durch familiäre Erziehung, historische Unterdrückung und die aktuelle mediale und gesellschaftliche Wahrnehmung geprägt wird.
Kurden, Identitätskonstruktion, Migration, Deutschland, Diaspora, Diskriminierung, Kurmanci, Ethnizität, Zugehörigkeit, Fremdwahrnehmung, Transmigration, politische Unterdrückung, Sprachkenntnisse, Integration.
Die Arbeit untersucht, wie sich Menschen mit kurdischem Hintergrund in Deutschland definieren und ob sie sich als eigenständige Migrantengruppe wahrnehmen, trotz der häufigen Einordnung unter türkische Identitäten.
Die Schwerpunkte liegen auf Identitätspolitik, Migrationsgeschichte, Diskriminierungserfahrungen in Deutschland und der soziologischen Bedeutung von Sprache und Geschichte für das kurdische Selbstverständnis.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich Kurden in Deutschland als eigenständige Migrantengruppe sehen, unter Berücksichtigung sowohl der Selbst- als auch der Fremdwahrnehmung.
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring kombiniert mit dem problemzentrierten Leitfadeninterview nach Andreas Witzel.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Fundamente (Identitäts- und Migrationssoziologie) und einen empirischen Teil, der die Ergebnisse aus Interviews mit sechs Teilnehmern analysiert.
Identität, Diaspora, Diskriminierung, Transmigration, Zugehörigkeitsgefühl und ethnische Abgrenzung.
Die Sprache fungiert für die Befragten als wichtiges Identitätsmerkmal, ist aber gleichzeitig durch politische Verbote in der Geschichte stark vorbelastet, was dazu führt, dass sie oft nur in der Familie weitergegeben wurde.
Während sich die Kurden stark über ihre eigene Identität, Geschichte und Sprache definieren, werden sie von der Mehrheitsgesellschaft und insbesondere von türkischen Mitbürgern oft pauschal als "Türken" (oder "Bergtürken") eingeordnet.
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