Diplomarbeit, 2009
84 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Konzepte zur Bestimmung eines kleinen Landes
2.1 Einfache Indikatoren kleiner Staaten
2.1.1 Die Bevölkerung als Größenindikator
2.1.2 Die geographische Ausdehnung als Größenindikator
2.1.3 Das Bruttoinlandsprodukt / BIP pro Kopf in KKS als Größenindikator
2.2 Aggregierte Indikatoren kleiner Staaten
2.2.1 Einfache Indexbildung als Methode zur Abgrenzung kleiner Staaten
2.2.2 Faktorenanalysen als Methode zur Abgrenzung kleiner Staaten
2.2.3 Clusteranalysen als Methode zur Abgrenzung kleiner Staaten
3. Die EU-Mitgliedschaft kleiner Staaten
3.1 Die Bedeutung der Größe in der Theorie
3.1.1 Auswirkungen geringer Staatsgröße auf die Faktorausstattung
3.1.2 Auswirkungen geringer Staatsgröße auf den Produktionsprozess
3.1.3 Auswirkungen der Staatsgröße auf die Verwundbarkeit
3.1.4 Weitere theoretische Auswirkungen der Staatsgröße
3.1.5 Ergebnisse der theoretischen Betrachtung im Bezug auf die Größe
3.2 Kategorisierung der kleinen Staaten in der EU
4. Die Bedeutung der Größe in Verhandlungsprozessen
4.1 Das Machtdreieck Europas: Wer hat den größten Einfluss auf die EU?
4.2 Abstimmungsvorgänge in der EU: Wenig Stimmen, wenig Einfluss?
4.3 Kleine Staaten in der EU: Überrepräsentiert oder dominiert von den „Großen“?
4.4 Der EU-Haushalt: Sind alle kleinen Staaten Nehmerländer?
5. Die Bedeutung der Größe in den EU-Politikbereichen
5.1. Der EU-Binnenmarkt
5.1.1 Die „Vier Grundfreiheiten“
5.1.2 Auswirkungen des gemeinsamen Binnenmarktes auf die kleinen Staaten
5.2 Die EU-Agrarpolitik
5.2.1 Die Ziele der EU-Agrarpolitik
5.2.2 Auswirkungen der EU- Agrarpolitik auf die kleinen Staaten der EU
5.3 Die EU-Regional- und Strukturpolitik
5.3.1 Ziele und Instrumente der EU- Regional- und Strukturpolitik
5.3.2 Auswirkungen der Regional- und Strukturpolitik auf die kleinen Staaten der EU
6. Theorie vs. Realität - Die EU-Mitgliedschaft kleiner Staaten: Notwendigkeit oder falsche Hoffnung?
Diese Arbeit analysiert die spezifischen Chancen und Risiken, mit denen kleine Mitgliedstaaten innerhalb der Europäischen Union konfrontiert sind. Die Forschungsfrage untersucht, wie sich die Staatsgröße auf die ökonomische Entwicklung, die Machtverhältnisse in Verhandlungsprozessen sowie die Auswirkungen in zentralen EU-Politikbereichen auswirkt.
3.1.1 Auswirkungen geringer Staatsgröße auf die Faktorausstattung
Die ökonomischen Konsequenzen in Bezug auf die Staatsgröße können in der Theorie mit Auswirkungen auf die Faktorausstattung aufgezeigt werden. Wie schon in Abschnitt 2.1.2 erwähnt, wird bei einer zufälligen Verteilung von natürlichen Ressourcen davon ausgegangen, dass die Wahrscheinlichkeit in kleinen Ländern relativ gering ist, ein hohes Aufkommen dieser Ressourcen zu finden. Vorraussetzung hierfür ist die Annahme einer gleichmäßigen Verteilung. Die Nicht-Verfügbarkeit hat zur Folge, dass ein Land, das seine Nachfrage nicht oder nicht vollständig befriedigen kann, auf Importe aus anderen Ländern angewiesen ist.
Im Gegensatz dazu kann ein relativ großes Vorkommen an natürlichen Ressourcen den Eigenbedarf übersteigen und somit gute Exportmöglichkeiten bieten. Des Weiteren kann die Hypothese aufgestellt werden, dass kleine Länder auf Grund der begrenzten Fläche sowohl im Agrarsektor als auch in der industriellen Fertigung gegenüber großen Ländern benachteiligt sind. Dies trifft nur begrenzt zu. Ein als absolut klein betrachteter landwirtschaftlicher Sektor eines kleinen Landes kann über eine relativ großen Agrarsektor verfügen. Ein Problem könnte dabei sein, dass die Fläche für alternative Benutzungen nicht mehr zur Verfügung steht und andere produktivere Sektoren geschwächt werden.
Die Verbindung von geringer geographischen Ausdehnung und geringer Bevölkerung kann zudem auf einen relativ kleinen nationalen Binnenmarkt schließen lassen, der sowohl Absatzschwierigkeiten als auch Arbeitskräftemangel impliziert.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik kleiner Staaten in der EU und Darstellung des Aufbaus der Arbeit.
2. Konzepte zur Bestimmung eines kleinen Landes: Vorstellung verschiedener Indikatoren und Methoden zur Abgrenzung von Kleinstaaten.
3. Die EU-Mitgliedschaft kleiner Staaten: Theoretische Betrachtung der Vor- und Nachteile sowie Kategorisierung der betroffenen Staaten.
4. Die Bedeutung der Größe in Verhandlungsprozessen: Analyse des Einflusses kleiner Staaten in EU-Institutionen und Abstimmungsverfahren.
5. Die Bedeutung der Größe in den EU-Politikbereichen: Detaillierte Untersuchung von Binnenmarkt, Agrarpolitik sowie Regional- und Strukturpolitik.
6. Theorie vs. Realität - Die EU-Mitgliedschaft kleiner Staaten: Notwendigkeit oder falsche Hoffnung?: Fazit und Vergleich der theoretischen Erwartungen mit der praktischen Umsetzung.
Kleine Staaten, Europäische Union, EU-Mitgliedschaft, Wirtschaftsgröße, Binnenmarkt, Agrarpolitik, Strukturpolitik, Verhandlungsmacht, Faktorausstattung, Humankapital, Skaleneffekte, Verwundbarkeit, Netto-Empfänger, regionale Disparitäten, Transformation.
Die Arbeit analysiert die besonderen Herausforderungen, Chancen und Risiken kleiner Mitgliedstaaten innerhalb der EU, insbesondere im Hinblick auf deren ökonomische Struktur und deren Einflussmöglichkeiten in EU-Verhandlungsprozessen.
Im Fokus stehen die Abgrenzung kleiner Staaten, ihre Rolle in EU-Institutionen, die Auswirkungen der EU-Mitgliedschaft auf ihre nationale Wirtschaft sowie die Verteilung von EU-Finanzmitteln.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die ökonomische und politische Rolle kleiner Staaten in der EU zu entwickeln und zu bewerten, ob eine Mitgliedschaft für diese Länder eher Vor- oder Nachteile mit sich bringt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich verschiedener Indikatoren zur Bestimmung von Staatsgrößen (z.B. Indexbildung nach Jalan) sowie der Auswertung von EU-Haushaltsdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen zur Staatsgröße, eine Untersuchung der Machtverhältnisse in EU-Verhandlungsprozessen sowie eine detaillierte Betrachtung der Politikbereiche Agrarpolitik, Regionalpolitik und des EU-Binnenmarktes.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie kleine Staaten, EU-Mitgliedschaft, Wirtschaftsgröße, Binnenmarkt, Verhandlungsmacht und Fiskaltransfers charakterisieren.
Kleine Staaten haben oft einen spezialisierten Agrarsektor und sind stark von EU-Subventionen abhängig, wobei sie ihre begrenzten administrativen Kapazitäten gezielt auf für sie wichtige Sektoren konzentrieren.
Luxemburg fungiert in der Arbeit als Sonderfall, da es zwar flächenmäßig klein ist, jedoch aufgrund seines Finanzsektors und der Sitzfunktion für EU-Institutionen eine außergewöhnliche wirtschaftliche Position einnimmt.
Der Vertrag von Nizza etablierte Stimmverteilungen, die kleinen Staaten eine relative Überrepräsentation sichern, um ihre Souveränität zu stützen, auch wenn sie für qualifizierte Mehrheiten auf Koalitionen angewiesen sind.
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