Bachelorarbeit, 2022
49 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung – Alkoholkranke Männer, Medikamentenabhängige Frauen
2. Geschlecht
2.1. „Sex“ und „Gender“
2.2. „Doing Gender“
3. Sucht und Abhängigkeit
3.1. Definition der Begriffe „Sucht“ und „Abhängigkeit“
3.2. Unterscheidung von substanzgebundenen und substanzungebundenen Süchten
3.3. Diagnosekriterien einer Abhängigkeitserkrankung nach ICD – 10 und DSM - 5
3.4. Entstehung von Sucht
4. Sucht und Geschlecht
5. Geschlecht und Medikamentenabhängigkeit
5.1. Medikamentenabhängigkeit in Deutschland
5.2. Häufig konsumierte Substanzen und die Wirkung von Benzodiazepinen
6. Weibliche Risikofaktoren und gesellschaftliche Geschlechternormen in Bezug auf die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Medikamentenabhängigkeit bei Frauen
6.1. Geschlechtsspezifisches Gesundheitsverständnis und Gesundheitsverhalten
6.2. Medikalisierung weiblicher Lebens- und Umbruchphasen
6.3. Zusammenhang von Geschlechterrolle und Schmerzerleben
6.4. „Doing Gender“, weibliche Sozialisation und weiblicher Geschlechterhabitus
7. Fazit – Die Kategorie Geschlecht neu denken
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, welche kulturellen und gesellschaftlichen Normen von Weiblichkeit im Kontext der Medikamentenabhängigkeit von Frauen reproduziert werden und warum Frauen in diesem spezifischen Suchtbereich überproportional vertreten sind. Dabei wird entlang der Forschungsfrage analysiert, inwieweit das Konzept des "Doing Gender" und gesellschaftliche Geschlechterrollen zur Aufrechterhaltung dieses Suchtverhaltens beitragen.
2.1. „Sex“ und „Gender“
„Biologisches Geschlecht (sex) ist eine Tatsache, gesellschaftliches Geschlecht (gender) ist eine historische und kulturbedingte Schöpfung“ (Opitz – Belakhal 2010, S.11 zit. nach Lerner 1984, S.406).
Dieses Zitat von Opitz – Belakhal bringt den Unterschied zwischen „Sex“ und „Gender“ bereits sehr gut auf den Punkt. Die Kategorie „Sex“ bezeichnet das biologische Geschlecht, das einem Menschen heutzutage oftmals bereits vor der Geburt zugeordnet wird, spätestens jedoch nach der Geburt des Kindes identifiziert wird. Das biologische Geschlecht wird an bestimmten Geschlechtsmerkmalen, wie beispielsweise den Geschlechtsorganen, festgemacht und eine medizinische Zuordnung zu dem „weiblichen“ oder „männlichen“ Geschlecht wird vorgenommen. Demnach ist man in unserer Gesellschaft ein Mann, wenn ein Penis vorhanden ist und eine Vulva wird Frauen zugeordnet. Diese Zuordnung wird also allein „durch das Ansehen des nackten Kinderkörpers [...] vorgenommen“ (Vogt 2007, S.235 zit. nach Goffmann 1994, S.107f.) und bringt eine ganze Kette von Erwartungen und Zuschreibungen mit sich. Das zugeordnete biologische Geschlecht schränkt beispielsweise auch häufig ein welche Namen man dem Kind geben kann und bestimmt zudem, welche Pronomen andere Personen verwenden, wenn sie uns ansprechen oder über uns reden (vgl. ebd.). Wir werden also ab dem Moment unserer Geburt und mit der Zuweisung des biologischen Geschlechts klassifiziert und lernen „[a]m Beispiel unseres eigenen Geschlechts [...] von Kindsbeinen an, was soziale Zuordnung heißt und wie man diese macht“ (ebd., S.236).
1. Einleitung – Alkoholkranke Männer, Medikamentenabhängige Frauen: Diese Einleitung führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Suchtarbeit ein und skizziert die Fragestellung bezüglich der Medikamentenabhängigkeit von Frauen.
2. Geschlecht: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Geschlechterdifferenzierung, insbesondere die Konzepte von "Sex", "Gender" und "Doing Gender".
3. Sucht und Abhängigkeit: Es werden grundlegende Definitionen zu Sucht und Abhängigkeit sowie deren Diagnosekriterien und multifaktorielle Entstehungsmodelle dargelegt.
4. Sucht und Geschlecht: Hier wird der allgemeine Zusammenhang zwischen Suchtverhalten und Geschlechterrollen in der Suchthilfe theoretisch begründet.
5. Geschlecht und Medikamentenabhängigkeit: Dieses Kapitel liefert empirische Daten zur Verbreitung der Medikamentenabhängigkeit in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung weiblicher Betroffener.
6. Weibliche Risikofaktoren und gesellschaftliche Geschlechternormen in Bezug auf die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Medikamentenabhängigkeit bei Frauen: Eine tiefgehende Analyse der geschlechtsspezifischen Gesundheitssozialisation sowie der Medikalisierung weiblicher Lebensphasen als Faktoren für Suchtentstehung.
7. Fazit – Die Kategorie Geschlecht neu denken: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion der Notwendigkeit einer gendersensiblen Praxis in Medizin und Suchthilfe.
Medikamentenabhängigkeit, Frauen, Sucht, Geschlecht, Gender, Doing Gender, Benzodiazepine, Sozialisation, Medikalisierung, Suchthilfe, Geschlechterrollen, Schmerzerleben, Gesundheitsverhalten, weibliche Normen, Suchtentstehung.
Die Arbeit exploriert den Zusammenhang zwischen weiblicher Identität, gesellschaftlichen Geschlechternormen und der spezifischen Anfälligkeit von Frauen für Medikamentenabhängigkeit.
Die Schwerpunkte liegen auf der sozialen Konstruktion von Geschlecht, dem unterschiedlichen Gesundheitsverhalten von Männern und Frauen sowie der medizinischen Sozialisation.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kulturelle Vorstellungen von Weiblichkeit innerhalb der Medikamentenabhängigkeit reproduziert werden und warum Frauen in diesem Suchtbereich überproportional betroffen sind.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die soziologische Konzepte (z. B. "Doing Gender" nach Butler/West & Zimmerman) auf das Feld der Suchthilfe anwendet.
Der Hauptteil analysiert Risikofaktoren für Frauen, wie die Medikalisierung weiblicher Lebensphasen, das soziale Schmerzerleben und die verinnerlichten Erwartungen an den weiblichen Habitus.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Doing Gender", "Medikalisierung", "Geschlechterrollenstereotype" und "geschlechtsspezifische Sozialisation" definiert.
Benzodiazepine sind das primäre Medikament bei Frauen mit Abhängigkeitspotenzial und dienen zur Veranschaulichung, wie diese Mittel zur Identitätsaufrechterhaltung in der Rolle als "weibliche Person" genutzt werden.
Die Arbeit argumentiert, dass Frauen durch frühe gynäkologische Kontakte und die medizinische Behandlung unspezifischer Beschwerden eine stärkere Bindung an das Medizinsystem entwickeln, was den Zugang zu Rezepten erleichtert.
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