Masterarbeit, 2021
68 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1.1 Zeitlicher Hintergrund der Ökolyrik
1.2 Das Gespräch über Bäume
1.3 Politik und Ästhetik
2. Theoretischer Teil
2.1 Entstehung der ökologischen Naturlyrik
2.2 Das Gespräch über Bäume
2.2.1 Auslösung durch Bertolt Brecht
2.2.2 Intertextuelle Bezüge bei Erich Fried
2.2.3 Verlauf des Gesprächs über Bäume
2.2.4 Die neue Naturdichtung
2.3 Definition Ökolyrik
3. Untersuchung der Ökolyrik an Gedichtbeispielen
3.1 Die veränderte Mensch-Natur-Beziehung
3.1.1 Die Auflösung der Mensch-Natur-Dichotomie am Beispiel Landaufenthalt
3.2 Die Darstellung der Natur
3.3 Themen der Ökolyrik
3.3.1 Kritik am Anthropozentrimus am Beispiel das ende der eulen
3.3.2 Radioaktivität am Beispiel Enzensberger und Born
3.3.3 Private und politische Naturzerstörung am Beispiel Landaufenthalt
4. Politik und Ästhetik
4.1 Politische Lyrik – Problematik und Überblick
4.2 Ästhetische Strategien zur ökologischen Sensibiliserung
4.2.1 Vorzüge der Gattung Lyrik für ökologische Thematiken
4.2.2 Formen von Ökolyrik
4.2.3 Verfremdung und politische Botschaft
4.2.4 Wechselwirkungen und Komplexität
4.2.5 Sprach- und Subjektverlust
4.2.6 Sprechen und Nicht-Sprechen
4.2.7 Reste der Idylle
5. Mögliche Funktionen der Ökolyrik
5.1 Vermittlung von qualitativem Wissen
5.2 Beobachtung und Reflexion
5.3 Die Grundlage für ökologische Kommunikation
5.4 Hoffnung oder Resignation
5.5 Grenzen der Ökolyrik
6. Fazit
Die Masterarbeit untersucht die ästhetischen Strategien der sogenannten Ökolyrik in der deutschsprachigen Literatur der 1970er und 1980er Jahre. Das zentrale Ziel ist es, zu klären, wie diese Subgattung der Naturlyrik ökologische Diskurse, wie Waldsterben oder Atomkraft, lyrisch verarbeitet und ob sie dadurch als wirkungsvolles politisches Medium zur ökologischen Sensibilisierung fungieren kann.
Die neue Naturdichtung
Die Lyrik reagiert schneller als die Prosa auf die neuen Themen und Herausforderungen. Etwa ab 1970 häufen sich die Auseinandersetzungen der Dichter mit der bedrohten Umwelt. 1972 erscheint ein weiteres Gedicht von Erich Fried zu dieser Thematik: Neue Naturdichtung. Schon der Titel des Bandes Die Freiheit den Mund aufzumachen nimmt vorweg, dass dieses Gedicht gesellschaftskritisch ist.
Das Gedicht steht am Anfang des zweiten Kapitels mit dem Titel p². Dieser Titel bezieht sich auf Friedrich Schlegel, der in seinen Notizbüchern ‚p‘ für Poesie und ‚p²‘ für Poesie über Poesie schrieb. Es handelt sich somit um poetologische Texte. Neue Naturdichtung erhält eine exponierte Bedeutung, da es das erste Gedicht des Kapitels ist.
Das Gedicht führt das Gespräch über Bäume weiter, indem es die Möglichkeiten einer zeitgemäßen Naturlyrik hinterfragt. Dem Leser wird auf den ersten Blick deutlich, dass eine naive Naturdichtung nicht möglich sein kann.
Im Gedicht wird mehrfach der Konjunktiv verwendet, sodass es sich nur um eine hypothetische Perspektive handelt. „Er“ vollzieht ein Gedankenexperiment. Der Anlass des Gedankenexperiments ist, dass es eintönig geworden sei, immer nur über die „Widersprüche dieser Gesellschaft“ (V. 3) zu schreiben. Er versucht sich daher an der Naturdichtung und testet die Möglichkeiten. Dabei wird zunächst unterstellt, dass Naturlyrik keine gesellschaftskritischen Aspekte beinhalte, was dann jedoch widerlegt wird.
1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Ökolyrik im zeitlichen Kontext der Bundesrepublik und DDR der 1970er und 80er Jahre als Reaktion auf die aufkommende Umweltzerstörung.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert die Genese der ökologischen Naturlyrik unter Rückgriff auf das Leitmotiv des Brechtschen „Gesprächs über Bäume“ und definiert das Forschungsfeld.
3. Untersuchung der Ökolyrik an Gedichtbeispielen: Anhand ausgewählter Gedichte wie denen von Sarah Kirsch oder Hans Magnus Enzensberger werden die veränderte Wahrnehmung der Natur und deren Thematisierung als bedrohtes Subjekt analysiert.
4. Politik und Ästhetik: Dieser Hauptteil untersucht das Spannungsfeld zwischen der außerästhetischen politischen Botschaft ökologischer Lyrik und dem Anspruch an künstlerische Formgebung.
5. Mögliche Funktionen der Ökolyrik: Die Analyse konzentriert sich auf die Potenziale der Lyrik zur Vermittlung qualitativen Wissens und zur Anregung reflektierender Beobachtungsprozesse beim Leser.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Ökolyrik durch eine treue Bewahrung ihrer Gattungsspezifik, kombiniert mit ästhetischer Komplexität, einen wertvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Sensibilisierung für ökologische Krisen leisten kann.
Ökolyrik, Naturlyrik, Anthropozentrismus, Naturzerstörung, Politisches Gedicht, Umweltethik, Ecocriticism, Literaturwissenschaft, Ästhetische Strategien, Mensch-Natur-Beziehung, Waldsterben, Atomkraft, Neue Naturdichtung, Gesellschaftskritik, Klimakrise.
Die Arbeit analysiert, wie ökologische Krisenthemen in der deutschsprachigen Lyrik der 1970er und 80er Jahre ästhetisch verarbeitet wurden und welche neuen Funktionen der Naturlyrik dabei entstanden.
Im Zentrum stehen die Themen Umweltzerstörung, Atomkraft, Waldsterben sowie das veränderte Verhältnis zwischen Mensch und Natur im Zeitalter politischer Krisen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lyrik durch ästhetische Mittel wie Verfremdung oder Sprachlosigkeit auf ökologische Probleme reagiert und ob sie zur gesellschaftlichen Sensibilisierung beitragen kann.
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse von Gedichten in ihrem jeweiligen historischen und poetologischen Kontext, ergänzt durch Ansätze aus dem Ecocriticism.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung konkreter Gedichtbeispiele (u.a. von Sarah Kirsch, Hans Magnus Enzensberger) und die Reflexion über die Vereinbarkeit von politischer Botschaft und ästhetischem Anspruch.
Ökolyrik, Naturlyrik, politische Lyrik, Zerstörung der Natur, ästhetische Sensibilisierung, Mensch-Natur-Dichotomie.
Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“ und sein Motiv des „Gesprächs über Bäume“ dienen als zentraler Ausgangspunkt, um die Legitimationskrise der Naturlyrik nach 1945 und ihre Transformation zur Ökolyrik zu verstehen.
Sie überwindet die rein ästhetische Betrachtung von Naturbildern und untersucht diese als kritische Einheiten, die das zerstörerische Handeln des Menschen in einer technisierten Welt explizit thematisieren.
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