Bachelorarbeit, 2022
92 Seiten, Note: 1.7
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Aufbau und Methodik
2 Terminologische Grundlagen
2.1 Sorgfaltspflicht
2.2 Wertschöpfungskette bzw. Lieferkette
3 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.1 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
3.2 UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
3.3 Nationaler Aktionsplan Deutschlands
3.4 Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation
4 Freiwilligkeitskonzept Corporate Social Responsibility
5 Zwischenfazit
6 Menschenrechtsverletzungen entlang touristischer Wertschöpfungsketten
6.1 Touristische Wertschöpfungsketten
6.2 Menschenrechtsverletzungen im Tourismussektor
7 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
7.1 Sorgfaltspflichten im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
7.2 Analyse des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
7.3 Auswirkungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz auf die deutsche Tourismusbranche
8 Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Bedeutung unternehmerischer Verantwortung hinsichtlich des Schutzes von Menschenrechten in globalen Lieferketten. Dabei steht die Untersuchung der Wirksamkeit und Tragweite des neuen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) im Fokus, um zu klären, inwieweit dieses zur Einhaltung der UN-Leitprinzipien im Tourismussektor beitragen kann.
6.2 Menschenrechtsverletzungen im Tourismussektor
Artikel 4 der AEMR lautet: “Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen ihren Formen verboten.“ Auch in den ILO-Kernarbeitsnormen wird gezielt zur Beendigung aller Formen der Zwangs-, Pflicht- und Kinderarbeit aufgerufen. Trotz allem dokumentiert der Global Slavery Index von 2018, dass an einem beliebigen Tag schätzungsweise 40,3 Millionen Männer, Frauen und Kinder moderner Sklaverei ausgesetzt sind, wovon sich 24,9 Millionen Menschen in Zwangsarbeit befinden. 90 % der von Zwangsarbeit Betroffenen sind in der Privatwirtschaft tätig, wovon drei Viertel Arbeitsausbeutung und ein Viertel sexuelle Ausbeutung betrifft. Der Tourismus ist aufgrund prekärer Arbeitsbedingungen, Saisonabhängigkeit, niedrigqualifizierten Tätigkeiten und der daraus resultierenden hohen Mitarbeiterfluktuation besonders anfällig für Menschenhandel und Ausbeutung. Der Tourismussektor weist zudem eine erhöhte Tendenz zur Zwangsarbeit auf, insbesondere bei Prostitution. Darüber hinaus fördert der Tourismus Sklaverei, Menschenhandel und kommerzielle sexuelle Ausbeutung, die auf Grundlage ökonomischer, sozialer und kultureller Faktoren wie mangelnder Einkommensquellen und Diskriminierung von Mädchen und Frauen zusätzlich begünstigt werden. In Folge der Auswirkungen des Tourismus mit seinen direkten und indirekten Folgen von Menschenhandel und Ausbeutung sind speziell die Rechte der Frauen und Kinder betroffen. Nach Schätzungen der ILO sind ein Viertel der 24,9 Millionen Menschen, die in Zwangsarbeit leben, siebzehn Jahre oder jünger. Hinzukommt, dass Frauen, Kinder und andere Opfer sexueller Gewalt einem erhöhten Risiko an Aids und HIV zu erkranken ausgesetzt sind, was in Afrika bis zu 80 % und in Teilen Asiens bei 60 % der Sexarbeiterinnen anzutreffen ist.
1 Einführung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von unternehmerischen Sorgfaltspflichten für den Schutz von Menschenrechten in globalen Lieferketten dar und definiert das zentrale Forschungsziel hinsichtlich des LkSG.
2 Terminologische Grundlagen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Sorgfaltspflicht (due diligence)“, „Wertschöpfungskette“ sowie „Lieferkette“ für das weitere Verständnis der Arbeit definiert.
3 Rechtliche Rahmenbedingungen: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über wichtige internationale Abkommen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die UN-Leitprinzipien und die ILO-Kernarbeitsnormen.
4 Freiwilligkeitskonzept Corporate Social Responsibility: Es wird das Konzept der CSR als freiwillige unternehmerische Sozialverantwortung erläutert, kritisch gewürdigt und die Probleme bei deren Umsetzung im Tourismus aufgezeigt.
5 Zwischenfazit: Dieses Kapitel fasst bisherige Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher gesetzlicher Regeln, da freiwillige Selbstverpflichtungen häufig ineffektiv bleiben.
6 Menschenrechtsverletzungen entlang touristischer Wertschöpfungsketten: Hier werden die touristischen Wertschöpfungsstufen erläutert und spezifische Menschenrechtsrisiken im Tourismussektor, wie Zwangsarbeit und Landgrabbing, analysiert.
7 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz: Dieses Kapitel enthält eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem LkSG, seiner Struktur, den konkreten Auswirkungen auf Unternehmen und eine kritische Analyse von Gesetzeslücken.
8 Fazit und Ausblick: Diese Abschlussbetrachtung resümiert, dass das LkSG in seiner aktuellen Form noch nicht ausreicht und skizziert Anpassungsbedarfe sowie den Weg hin zu einer weitergehenden europäischen Harmonisierung.
Menschenrechte, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, LkSG, Tourismus, Sorgfaltspflicht, UN-Leitprinzipien, Unternehmensverantwortung, Wertschöpfungskette, Moderne Sklaverei, Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen, Sozialstandards, Extraterritoriale Pflichten, CSR, Gesetzgebung.
Die Arbeit untersucht die Relevanz unternehmerischer Sorgfaltspflichten für den Menschenrechtsschutz in globalen Lieferketten mit einem spezifischen Fokus auf die Tourismusbranche.
Die Arbeit behandelt rechtliche Rahmenbedingungen wie die UN-Leitprinzipien und das nationale LkSG, das Konzept Corporate Social Responsibility (CSR) sowie die identifizierbaren Risiken von Menschenrechtsverletzungen im Tourismussektor.
Das Hauptziel besteht darin zu untersuchen, ob und inwieweit die Einführung des LkSG zur tatsächlichen Einhaltung der UN-Leitprinzipien und zu einem wirksameren Menschenrechtsschutz in den globalen Wertschöpfungsketten des Tourismus beitragen kann.
Die Arbeit nutzt als methodischen Ansatz eine qualitative Inhaltsanalyse von bestehenden Rechtsvorschriften, Leitsätzen sowie fachspezifischer Primär- und Sekundärliteratur, ergänzt durch eine induktive Forschung.
Im Hauptteil werden rechtliche Grundlagen, freiwillige Ansätze wie CSR, die touristischen Strukturen, konkrete menschenrechtliche Herausforderungen im Tourismus sowie eine detaillierte Analyse des LkSG und dessen Kompatibilität mit dem Tourismussektor diskutiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Menschenrechte, Sorgfaltspflicht, LkSG, Tourismus, Wertschöpfungskette, UN-Leitprinzipien und unternehmerische Verantwortung.
Die Arbeit kritisiert vor allem den eingeschränkten Anwendungsbereich, der viele mittelständische Tourismusunternehmen nicht erfasst, die Beschränkung auf unmittelbare Zulieferer und das Fehlen einer zivilrechtlichen Haftung im Schadensfall.
Durch komplexe Strukturen, Saisonabhängigkeit und die Nutzung globaler Lieferketten ist die Branche anfällig für Ausbeutung, Kinderprostitution und Landraub, insbesondere in Regionen, in denen wirtschaftliche Interessen vor Menschenrechten priorisiert werden.
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