Bachelorarbeit, 2019
56 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Flüchtlingskrise und ihre Folgen
2.1 Der Beginn der Flüchtlingskrise in Europa
2.2 Die Situation in Deutschland
3. Begriffliche Eingrenzung und Abgrenzung
3.1 Ausländerfeindlichkeit
3.2 Fremdenfeindlichkeit
3.3 Rassismus
3.4 Warum Fremdenfeindlichkeit als Konzept der Untersuchung?
4. Fremdheit
4.1 Die Soziologie des Fremden
4.2 Wer sind die „Fremden“ in der Moderne?
5. Erklärung von Fremdenfeindlichkeit
5.1 Soziodemographische und sozioökonomische Faktoren
5.1.2 Alter
5.1.3 Geschlecht
5.1.4 Herkunft
5.1.5 Bildung und Einkommen
5.2 Theorien und Hypothesen
5.2.1 Kontakt- und Konflikthypothese
5.2.2 Relative Deprivation
5.2.3 Anomie und Desintegration
6. Einstellungsstudien
6.1 Leipziger-Mitte-Studie
6.2 Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
6.3 Zusammenfassung der Einstellungsstudien
7. Eigene empirische Untersuchung
7.1 Methodisches Vorgehen
7.1.1 Problemzentriertes Interview
7.1.2 Qualitative Inhaltsanalyse
7.1.3 Erstellung des Interviewleidfadens
7.1.4 Auswahl der Interviewpartner_innen
7.1.5 Kontaktaufnahme und Interviewablauf
7.1.6 Datenauswertung
7.2 Darstellung der Ergebnisse
7.2.1 Kurzbiografien der Interviewpartner_innen
7.2.2 Auswertung des Datenmaterials
7.2.3. Gesamtbetrachtung der Interviews
8. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, welche persönlichen Erfahrungen Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund seit der Flüchtlingskrise 2015 im Hinblick auf Fremdenfeindlichkeit in Deutschland gemacht haben. Ziel ist es, die bisher wenig beachtete Erfahrungsebene der Betroffenen mittels qualitativer Interviews darzustellen und einzuordnen.
Konstruktion von Fremdheit
Auch im Hinblick auf die Faktoren, die für die Konstruktion von Fremdheit entscheidend sind, haben die Interviewteilnehmer_innen ähnliche Aussagen geäußert. Es sind vor allem äußerliche Faktoren, die eine Person in Deutschland als fremd etikettiert. Die Befragten sind sich dabei einig, wer sich von der Mehrheitsbevölkerung äußerlich abhebt, wird auch als Fremder identifizierbar. Insbesondere Menschen, deren Erscheinungsbild auf einen Migrationshintergrund hinweisen und nicht „typisch“ deutsch aussehen, sind von der Zuschreibung als Fremde betroffen. In den Augen der Befragten wird Fremdheit entlang ethnischen Merkmalen konstruiert. Dies ist auch in den folgenden Äußerungen sichtbar.
A: „Ich finde das Aussehen einer Person ist entscheidend, damit man als Fremder gilt, aber nur dann, wenn man auch fremd aussieht und nicht typisch deutsch. Damit meine ich, wenn Menschen eine dunkle Haut, schwarze Haare, und braune Augen haben, so wie ich halt.“
C: „Man wird in Deutschland als ein Fremder wahrgenommen, wenn man keine blauen Augen, blondes Haar und keine helle Haut hat. Ich würde sagen, dass vor allem schwarze und südländisch Menschen als Fremde etikettiert werden.“
Darüber hinaus spricht Frau D. andere Sprachen an, die für die Mehrheitsgesellschaft fremd wirken können. Daneben sei auch der Kleidungsstil dafür verantwortlich, dass Menschen auf andere Menschen fremd wirken. Insbesondere das Kopftuch sei ein Merkmal, welches in der der heutigen Zeit noch immer als ein Zeichen für Fremdheit steht, so Frau D.
D: „Einige Menschen wirken sicherlich durch ihre Kleidung oder auch durch ihre Sprache fremd. Mich würde man aufgrund meines Kopftuchs sofort als eine Fremde betrachten, weil es noch immer als etwas Unbekanntes und Fremdes gesehen wird.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Situation in Deutschland seit 2015 und formuliert das Ziel der Arbeit sowie die Forschungsfrage bezüglich der Erfahrungen von Migranten.
2. Die Flüchtlingskrise und ihre Folgen: Dieses Kapitel beschreibt das Migrationsgeschehen ab 2015 und die damit verbundenen Herausforderungen für Politik und Gesellschaft in Deutschland.
3. Begriffliche Eingrenzung und Abgrenzung: Hier werden die zentralen Begriffe Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus definiert und voneinander abgegrenzt, um das Konzept für die Untersuchung zu begründen.
4. Fremdheit: Es wird die soziologische Perspektive auf Fremdheit beleuchtet, wobei Klasseniker wie Simmel, Schütz und Bauman zur Konstruktion von Fremdheit herangezogen werden.
5. Erklärung von Fremdenfeindlichkeit: Das Kapitel analysiert soziodemographische Faktoren sowie zentrale sozialwissenschaftliche Theorien, die das Entstehen fremdenfeindlicher Haltungen erklären können.
6. Einstellungsstudien: Hier werden repräsentative Langzeitstudien vorgestellt, um die Verbreitung und Entwicklung rechtsextremer bzw. fremdenfeindlicher Einstellungen in der Bevölkerung aufzuzeigen.
7. Eigene empirische Untersuchung: Dieser Teil beschreibt das methodische Vorgehen, die Auswahl der Interviewpartner und präsentiert die Auswertung der geführten Interviews.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Die wesentlichen Ergebnisse werden zusammengefasst und mit einem kritischen Ausblick auf die gesellschaftliche Situation kritisch reflektiert.
Fremdenfeindlichkeit, Flüchtlingskrise, Migrationshintergrund, Soziologie, Vorurteile, Diskriminierung, Qualitative Inhaltsanalyse, Gesellschaft, Identität, Integration, Gruppendynamik, Rechtspopulismus, Erfahrungsebene, Ausgrenzung, Othering.
Die Arbeit untersucht die subjektiven Erfahrungen von Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland bezüglich Fremdenfeindlichkeit im Kontext der Flüchtlingskrise seit 2015.
Die Arbeit verknüpft gesellschaftskritische Analysen zur aktuellen politischen Situation mit soziologischen Theorien über Fremdheit und empirischen Studien zur Einstellung der Bevölkerung.
Das Hauptziel ist es, die bisher wenig erforschte Erfahrungsebene der Betroffenen (Migranten) darzustellen, da der Fokus bisher meist nur auf den Tätern oder der allgemeinen Einstellungsstatistik lag.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, wobei speziell das problemzentrierte Interview nach Witzel zur Datenerhebung und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung genutzt werden.
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung der Begriffe (Fremdheit, Rassismus) über die soziologischen Erklärungsmodelle für Fremdenfeindlichkeit bis hin zur Auswertung der eigenen empirischen Interviews.
Die Untersuchung ist primär durch Begriffe wie Fremdenfeindlichkeit, soziale Konstruktion, Erfahrungsebene, Migrationshintergrund und Flüchtlingskrise 2015 charakterisiert.
Die Interviewpartner berichten, dass die mediale Darstellung seit 2015 deutlich negativer geworden ist, oft Begriffe wie "Chaos" oder "Flut" verwendet werden und einseitig über kriminelle Delikte von Migranten berichtet wird.
Die Strategien variieren zwischen aktivem Dialog und Aufklärung, passivem Ignorieren, dem Einsatz von Humor oder dem Widerstand gegen aggressive Äußerungen im öffentlichen Raum.
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