Bachelorarbeit, 2021
54 Seiten, Note: 1,5
1.Einleitung
2.Die Stahlkrise seit 1974 und 1975
2.1 Gründe für die Krise der Industrie
2.2 Auswirkungen auf die Belegschaften der Stahlindustrie
2.2.1 Die Stahlkrise aus der Perspektive der Bremer Stahlarbeiter*innen
2.2.2 Die Auswirkungen der Krise auf die Saarländische Stahlindustrie
2.2.3 Die Krise der Belegschaften deutschlandweit
2.2.4 Die Rolle der Gewerkschaften insbesondere die der IG Metall
2.3 Krise des Fordismus
3. Die Situation der Stahlindustrie seit den 2000er Jahren
3.1 Lage der Beschäftigten seit den 2000er Jahren
3.1.1 Die Bremer Hütte heutzutage
3.1.2 Die Lage der Saarländischen Stahlindustrie seit der Krise
3.1.3 Die deutsche Stahlindustrie seit den 2000er Jahren
4. Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der internationalen Konkurrenz auf die Belegschaften sowie die damit verbundenen Arbeitskämpfe in der deutschen Stahlindustrie seit der Krise 1974/75, wobei der Schwerpunkt auf den Reaktionen von Belegschaften und Gewerkschaften in Krisenregionen sowie im nationalen Kontext liegt.
2.2.1 Die Stahlkrise aus der Perspektive der Bremer Stahlarbeiter*innen
In dem Buch „Widerstand lohnt sich!“ von Karl Lauschke wird ein detailliertes Bild vom Arbeitskampf der Belegschaft der Bremer Hütte gezeichnet und der Frage nachgegangen „Warum wird heute noch Stahl in Bremen produziert?“. Zum Beginn der Stahlkrise war die Bremer Hütte besonders betroffen und die Rohstahlproduktion verringerte sich um 28 Prozent vom letzten Quartal 1974 bis zum dritten Quartal 1975. Resultierend aus dem Produktionseinbruch gab der Werkvorstand bekannt, dass die Produktion so weit unter dem normalen Niveau gefallen ist, wodurch es zwangsweise zu Kurzarbeit kommen müsse. Die SPD-Betriebsgruppe reagierte mit der Forderung, dass die Stahlkrise nicht auf die Belegschaft abgewälzt werden sollte. Auch andere Betriebsgruppen stellten diese Forderung auf. Im Laufe der Krise kam es in der Bremer Hütte zu Blockstillständen, Kurzarbeit und es kursierten Gerüchte um Entlassungen.
Im Juli 1977 wurde der Abbau von 500 Arbeitsplätzen bekannt gegeben, welche durch Pensionierungen, Umschulung, aber auch durch Kündigung erreicht werden sollten. Als Antwort auf diese Nachricht organisierte die IG Metall eine Demonstration, bei der 10.000 Menschen teilnahmen. Durch die Demonstrationen wurde Druck auf den Werksvorstand aufgebaut, was dazu führte, dass im Endeffekt nur 244 Arbeitsplätze abgebaut worden sind. Im Jahr 1978 zeigte sich eine ähnliche Situation: Der Werksvorstand kündigte an Stellen zu streichen, mithilfe von Demonstrationen schaffte es der Betriebsrat die Zahl der abgebauten Arbeitsplätze zu reduzieren.
1.Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung der deutschen Stahlindustrie und die Problematik der Stahlkrise ab 1974.
2.Die Stahlkrise seit 1974 und 1975: Analyse der Ursachen der Stahlkrise sowie deren massiven Auswirkungen auf die Belegschaften unter Berücksichtigung gewerkschaftlicher Handlungsstrategien und theoretischer Konzepte wie des Fordismus.
3. Die Situation der Stahlindustrie seit den 2000er Jahren: Untersuchung der Lage der Stahlindustrie und der Beschäftigten unter dem Einfluss neuer Krisen sowie des globalen Wettbewerbsdrucks, insbesondere durch den Aufstieg Chinas.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Krisenbewältigung und der Möglichkeiten gewerkschaftlicher sowie politischer Akteure in der Stahlindustrie.
Stahlindustrie, Stahlkrise, Beschäftigte, IG Metall, Arbeitskampf, Fordismus, Globalisierung, Strukturwandel, Mitbestimmung, Kurzarbeit, industrielle Konkurrenz, Sozialpläne, Bremen, Saarland, Klimawandel.
Die Arbeit beleuchtet die sozioökonomischen Auswirkungen der Stahlkrise seit 1974 auf die Belegschaften der deutschen Stahlindustrie und untersucht, wie Arbeitnehmer, Betriebsräte und Gewerkschaften auf den Abbau von Arbeitsplätzen reagiert haben.
Zentrale Themen sind die Ursachen der Stahlkrise, gewerkschaftliche Strategien, die Rolle des Fordismus als Produktionsmodell sowie die heutige Situation unter dem Druck des internationalen Wettbewerbs.
Das Ziel ist es, die Handlungsspielräume der Belegschaften im Krisenfalle zu analysieren und zu verstehen, warum bestimmte Widerstandsformen wie in Bremen erfolgreicher waren als in anderen Regionen.
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die soziologische Theorien (vor allem den Fordismus-Ansatz) mit chronologischen historischen Daten über Arbeitskämpfe kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Krise ab 1974/75 und einen aktuellen Teil, der die Situation nach den 2000er Jahren analysiert.
Schlüsselbegriffe sind Stahlkrise, IG Metall, Arbeitsplatzabbau, industrielle Transformation und internationale Konkurrenz.
Bremen dient der Mikroperspektive, um zu zeigen, wie durch ein enges Zusammenspiel von Politik, Belegschaft und Management trotz wirtschaftlicher Schwäche Arbeitsplätze gesichert werden konnten.
Der Fordismus dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, wie die ursprüngliche Macht der Arbeiterbewegung durch Automatisierung und Outsourcing in der Stahlkrise erodierte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

