Masterarbeit, 2021
99 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Ökonomische Rechtfertigung von erbschaftsteuerlichen Erleichterungen auf Betriebsvermögen
2.1 Ökonomische Zielsetzung und Motivation für eine steuerliche Begünstigung
2.2 Untersuchung der Anreizeffekte auf Erben, Erblasser und Unternehmensentscheidungen und deren gesamtwirtschaftliche Konsequenzen
2.2.1 Einfluss der Erbschaftsteuer auf die Liquidität des Unternehmens
2.2.2 Fortführung der Unternehmenstätigkeit und die Unternehmensstruktur
2.2.2.1 Einfluss der Erbschaftsteuer auf die Fortführung der Unternehmenstätigkeit
2.2.2.2 Einfluss der Erbschaftsteuer auf die Unternehmensstruktur einer Volkswirtschaft
2.2.2.3 Unternehmerische Fähigkeiten der Nachfolger als Faktor des unternehmerischen Erfolges
2.2.3 Einfluss auf das Investitionsverhalten des Unternehmens
2.2.4 Einfluss auf Arbeitsplätze
2.2.5 Einfluss auf Umgehungsaktivitäten und Steuervermeidung
2.2.6 Transaktionskosten und unternehmerische Fähigkeiten
2.3 Zusammenfassung der Anreize und deren gesamtwirtschaftliche Konsequenzen
3 Vergleich und Bewertung der rechtlichen Ausgestaltung der Erbschaftsteuer in Deutschland und anderen OECD-Mitgliedsstaaten
3.1 Überblick der Ausgestaltung in den OECD-Ländern
3.2 Nähere Betrachtung der Erbschaftsteuer auf Betriebsvermögen ausgewählter OECD-Länder
3.2.1 Vergleich der Erbschaftsteuersysteme anhand deren Ausgestaltung
3.2.1.1 Deutschland
3.2.1.2 Großbritannien
3.2.1.3 Frankreich
3.2.2 Vergleich der Erbschaftsteuersysteme anhand eines Belastungsvergleichs
3.2.2.1 Ausgangsfall 1)
3.2.2.1.1 Erbschaftsteuerbelastung Deutschland
3.2.2.1.2 Erbschaftsteuerbelastung Großbritannien
3.2.2.1.3 Erbschaftsteuerbelastung Frankreich
3.2.2.2 Fallabwandlung 1 a) Veräußerung innerhalb der Haltefrist
3.2.2.2.1 Erbschaftsteuerbelastung Deutschland
3.2.2.2.2 Erbschaftsteuerbelastung Großbritannien
3.2.2.2.3 Erbschaftsteuerbelastung Frankreich
3.2.2.3 Fallabwandlung 1 b) Unternehmenswert
3.2.2.3.1 Erbschaftsteuerbelastung Deutschland
3.2.2.3.2 Erbschaftsteuerbelastung Großbritannien
3.2.2.3.3 Erbschaftsteuerbelastung Frankreich
3.2.2.4 Zusammenfassung Belastungsvergleich und Vergleich der Steuersysteme
3.2.3 Fazit und Bewertung der rechtlichen Ausgestaltung der Erbschaftsteuersysteme
4 Zusammenfassung der Ergebnisse
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu analysieren, ob sich erbschaftsteuerliche Verschonungsregeln auf Betriebsvermögen aus ökonomischer Sicht rechtfertigen lassen. Dabei wird untersucht, wie diese Regelungen in den OECD-Ländern ausgestaltet sind und welche Formen der Erleichterung aus einer ökonomischen Perspektive sinnvoll sind, um Wohlstandsverluste zu minimieren und die gesamtwirtschaftliche Performance zu stärken.
Einfluss der Erbschaftsteuer auf die Liquidität des Unternehmens
Entnimmt der Erbe die finanziellen Mittel zur Begleichung der Erbschaftsteuer aus dem Betriebsvermögen, kann sich dies negativ auf die Liquidität des Unternehmens auswirken, die Fortführung des Unternehmens und die Arbeitsplatzsicherheit gefährden, Investitionen verringern, die Profitabilität des Unternehmens verschlechtern und Wohlstandsverluste erzeugen. Es stellt sich zunächst die Frage, in welchem Ausmaß die Erbschaftsteuer die Liquidität des Unternehmens beeinflusst.
In einer Untersuchung der Auswirkungen der erbschaftsteuerlichen Belastungen auf die Liquidität der Unternehmen aus 2006 konnten zunächst nur unbedeutende Liquiditätseffekte gemessen werden. Laut Brunetti gibt es keine hinreichenden Daten zu der Liquiditätslage der Unternehmen vor und nach der Übergabe des Unternehmens, um die Frage nach dem Einfluss der Erbschaftsteuer auf die Liquidität des Unternehmens zu beantworten.
In einer Studie aus 2011 wurde die Steuerbelastungsquote von Unternehmen bei Vererbung oder Verschenkung des Unternehmens in der Zeit vor der Erbschaftsteuerreform in Deutschland untersucht. Im Fokus stand die Steuerschuld, die die zusätzlich übertragenen Werte übersteigt und das Unternehmen damit effektiv belastet. Häufig werden gleichzeitig mit dem Übergang des Unternehmens auch andere Vermögenswerte übertragen, die große Teile oder auch den vollständigen Teil der Erbschaftsteuer decken. Daraus ergab sich das Resultat, dass in der Untersuchung zum Erbschaftsteuersystem in Deutschland vor der Einführung stärkerer Steuererleichterungen 2009 weniger als 2 % der Unternehmen effektiv durch die Erbschaftsteuer belastet wurden. Nur wenige Unternehmen waren von einer effektiven Steuerbelastung von über 10 % betroffen und hatten Probleme diese zu finanzieren.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Vermögensungleichheit und stellt die kontroverse Rolle der Erbschaftsteuer sowie die Forschungsfrage zur ökonomischen Rechtfertigung von Verschonungsregeln vor.
2 Ökonomische Rechtfertigung von erbschaftsteuerlichen Erleichterungen auf Betriebsvermögen: Dieses Kapitel analysiert theoretisch und empirisch die Anreizeffekte auf Unternehmen, wie Liquidität, Investitionen und Anreize für Familiennachfolgen, und diskutiert Wohlstandsverluste durch Steuerumgehung.
3 Vergleich und Bewertung der rechtlichen Ausgestaltung der Erbschaftsteuer in Deutschland und anderen OECD-Mitgliedsstaaten: Dieser Teil vergleicht die Erbschaftsteuersysteme Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs anhand konkreter Fallbeispiele, um die effektive Steuerbelastung und die Komplexität der Regelungen darzustellen.
4 Zusammenfassung der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel fasst die ökonomischen Auswirkungen zusammen und gibt eine kritische Beurteilung der Zweckmäßigkeit von Verschonungsregeln auf Betriebsvermögen.
Erbschaftsteuer, Betriebsvermögen, Steuererleichterung, Familienunternehmen, Unternehmensnachfolge, Liquidität, Investitionsverhalten, Steuerumgehung, OECD, Steuergerechtigkeit, Volkswirtschaft, Wohlstandsverluste, Verschonungsregeln, Unternehmensstruktur, Kapitalausstattung
Die Arbeit untersucht die ökonomische Rechtfertigung von erbschaftsteuerlichen Verschonungsregeln auf Betriebsvermögen und analysiert, ob diese Begünstigungen aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll sind.
Im Zentrum stehen die Auswirkungen der Erbschaftsteuer auf die Unternehmensliquidität, das Investitionsverhalten, die Stabilität von Familienunternehmen sowie die Steuervermeidung in verschiedenen OECD-Ländern.
Ziel ist es, die Forschungsfrage zu klären, unter welchen Bedingungen erbschaftsteuerliche Privilegien für Betriebsvermögen aus ökonomischer Sicht gerechtfertigt werden können und welche rechtlichen Ausgestaltungen hierfür optimal sind.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse und einem Belastungsvergleich, bei dem anhand eines repräsentativen Falls die Steuerbelastung in Deutschland, Großbritannien und Frankreich gegenübergestellt wird.
Der Hauptteil analysiert Anreizeffekte auf Erben und Unternehmen, erörtert spezifische Faktoren wie "Dritte-Generation-Effekte" und führt eine detaillierte Ausgestaltung der Steuersysteme der untersuchten Länder auf.
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffe wie Erbschaftsteuer, Betriebsvermögen, Familienunternehmen, Steuergerechtigkeit und Wohlstandsverluste.
Die Arbeit zeigt, dass die Steuerreformen zwar theoretisch das Ziel verfolgen, die Unternehmensnachfolge zu erleichtern, aber gleichzeitig komplexe Gestaltungsspielräume eröffnen, die zu Steuervermeidung und Ineffizienzen führen können.
Die Arbeit diskutiert, dass ein einheitlicher, niedriger Steuersatz ohne spezifische Sonderregelungen den Verwaltungsaufwand reduzieren und negative Fehlanreize der aktuellen Verschonungsregeln mindern könnte.
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