Bachelorarbeit, 2022
57 Seiten, Note: 1,7
1.Einleitung
2. Begriffsbestimmungen und Definitionen
2.1 Der Begriff der Behinderung - Allgemein
2.2 Geistige Behinderung - Definitionsversuche
2.3 Seelische (oder psychische) Behinderung
2.4 Integration und Inklusion
3. Wohnen für Menschen mit Behinderung Theoretischer Teil
3.1 Der Raumbegriff und die philosophische Bedeutung von Wohnen für den Menschen
3.2 Bedeutung von Wohnen für Menschen mit Behinderung
3.3 Historische Entwicklungen und Entstehung kohärenter Theorien der Sozialen Arbeit
3.3.1 Frühe Menschheitsgeschichte und Hochkulturen
3.3.2 Mittelalter
3.3.3 Neuzeit
3.3.4 Normalisierungsprinzip
3.3.5 Integration
3.3.6 Empowerment
3.4 Wohnwünsche
3.5 Kritische Datenlage
4. Wohnformen im Überblick
4.1 Finanzierung von Wohnen für Menschen mit Behinderung
4.2 Stationäre Wohnformen
4.3 Ambulant unterstütze Wohnformen
5. Allgemeine Wohnraumanalyse im Raum Allgäu und der Stadt Kempten
6. Quantitative Entwicklungen zu Behinderung und Wohnen in der Stadt Kempten
6.1 Aktionsplan der Stadt Kempten
6.2 Relevante Anbieter von Wohnraum für MmB in Kempten
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung sowie den aktuellen Ist-Zustand der Wohnsituation von Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung, mit besonderem Fokus auf die Region Kempten (Allgäu) unter Berücksichtigung des allgemeinen Wohnungsmarktes.
3.1 Der Raumbegriff und die philosophische Bedeutung von Wohnen für den Menschen
Thematisiert man den Begriff Wohnen, so lässt es sich nicht umgehen, auch den Begriff Raum näher zu betrachten. Dieser findet in verschiedenen theoretischen und philosophischen Ausführungen Beachtung. Zu nennen sind hier unter anderem Otto Friedrich Bollnow und Martin Heidegger, die sich in ihren Arbeiten in den 1950er und 1960er Jahren eng mit dem Raumbegriff und Wohnen in Zusammenhang beschäftigten (vgl. Beck 2019, S. 20).
Der Duden beschreibt die Wortherkunft des Begriffes Wohnen als vom mittelhochdeutsch wonen, althochdeutsch wonēn = sich aufhalten, bleiben, wohnen; gewohnt sein, verwandt mit gewinnen und eigentlich = nach etwas trachten, gernhaben, dann: Gefallen finden, zufrieden sein, sich gewöhnen (Duden, o.J.) stammend. Bis heute gibt es im fachlichen Diskurs wenig Austausch darüber, was Wohnen für den Menschen bedeutet und welche Attribute untrennbar mit Wohnen verbunden sein müssen. Einige wenige Annahmen haben sich allerdings durchgesetzt und können in verschiedene Verständnisse des Begriffes kategorisiert werden. Philosophisch und theoretisch haben sich Heidegger und Bollnow mit dem Thema Wohnen auseinandergesetzt und verschiedene Zugänge zum Thema erschlossen.
Heidegger definiert den Begriff als ein weiter gefasstes Verständnis von sein, indem er sagt: „Mensch sein, heißt als Sterblicher auf der Erde sein, heißt: wohnen“ (Heidegger 1954, S. 147, zit. nach Beck 2019, S. 22). Er vertritt also ein weit gefasstes Raumverständnis, das „über materielle Räume hinausgeht“ (Beck 2019, S. 22) und sich nicht an dem Verweilen an einem bestimmten Ort orientiert sondern Wohnen als umfassenden Zustand beschreibt, als ein „sich Aufhalten und Sein, als Dasein, als menschliche Existenz“ (ebd.).
1.Einleitung: Einführung in die Bedeutung des Wohnens als Grundbedürfnis sowie Darstellung der Problemstellung und Forschungsfrage.
2. Begriffsbestimmungen und Definitionen: Klärung zentraler Begriffe wie Behinderung, geistige und seelische Behinderung sowie Abgrenzung von Integration und Inklusion.
3. Wohnen für Menschen mit Behinderung Theoretischer Teil: Philosophische Einordnung des Wohnens sowie historischer Rückblick auf die Entwicklung der Behindertenhilfe bis hin zu modernen Ansätzen wie Empowerment.
4. Wohnformen im Überblick: Darstellung der Finanzierung sowie Klassifizierung in stationäre und ambulant unterstützte Wohnformen.
5. Allgemeine Wohnraumanalyse im Raum Allgäu und der Stadt Kempten: Überblick über die Wohnraum- und Mietpreissituation in der Region Allgäu.
6. Quantitative Entwicklungen zu Behinderung und Wohnen in der Stadt Kempten: Statistische Daten zur Behinderung in Kempten, Vorstellung des Aktionsplans sowie Analyse relevanter Wohnraumanbieter.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige Entwicklungen in der Inklusionspolitik.
Wohnen, Behinderung, Inklusion, Integration, Empowerment, Kempten, Allgäu, Wohnformen, Sozialraum, Teilhabe, Stationäres Wohnen, Ambulant betreutes Wohnen, Wohnwünsche, Wohnungsmarkt, Lebenshilfe.
Die Bachelorarbeit untersucht die Wohnsituation und Lebensbedingungen von Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung, wobei sie den Prozess von der historischen Ausgrenzung bis hin zu modernen Inklusionsansätzen nachzeichnet.
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des Wohnens, historische Entwicklungslinien der Behindertenhilfe, die Unterscheidung verschiedener Wohnformen sowie eine regionale Analyse der Situation in Kempten und dem Allgäu.
Ziel ist es, einen Überblick über die Entwicklung und den Ist-Zustand der Wohnsituation von Menschen mit Behinderung zu geben und aufzuzeigen, welche regionalen Möglichkeiten und Herausforderungen im Raum Kempten existieren.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturarbeit unter Nutzung von Fachliteratur, Studien und offiziellen Berichten sowie informellen Befragungen regionaler Wohnraumanbieter.
Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze zum Wohnen, klassifiziert Wohnformen (stationär vs. ambulant), bewertet die Wohnwünsche betroffener Menschen und betrachtet die Wohnungslage sowie regionale Aktivitäten der Stadt Kempten.
Wohnen, Inklusion, Behinderung, Empowerment, Teilhabe, Kempten, Allgäu und Wohnformen sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Der angespannte Kemptener Wohnungsmarkt erschwert es Menschen mit Behinderung erheblich, adäquaten und bezahlbaren Wohnraum zu finden, was oft zu Stigmatisierung und Ausgrenzung führt.
Der Aktionsplan dient als regionales Beispiel, um konkrete lokale Bemühungen zur Inklusion aufzuzeigen und deren Wirksamkeit bei der Verbesserung der Wohnsituation von Menschen mit Behinderung kritisch zu reflektieren.
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