Masterarbeit, 2018
101 Seiten, Note: 3,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Die Fertigkeit Hören
2.2 Der Vorgang des Hörens und Verstehens
2.3 Zur Rolle des Vorwissens
2.4 Zur Rolle des Gedächtnisses beim Hörverstehen und Sprachenlernen
2.5 Verständnisprobleme und Schwierigkeiten
3. Hilfestellungen und Lösungsansätze für das Verstehen von Hörübungen
3.1 Textschwierigkeit
3.2 Textgeschwindigkeit
3.3 Vorentlastung
3.4 Hörstile
3.4.1 Globales Hören
3.4.2 Selektives Hören
3.4.3 Totales Hören
3.5 Aufgabentypologie
3.5.1 Aufgaben vor dem Hören
3.5.2 Aufgaben während des Hörens
3.5.3 Aufgaben nach dem Hören
4. Präsentationsformen und Aufgabenstellungen in Lehrwerken
4.1 Präsentationsformen
4.1.1 Hörtext mit Fotos
4.1.2 Hörtext mit Schriftbild
4.1.3 Hörtext ohne Schriftbild
4.1.4 Präsentation des ganzen Hörtextes
4.1.5 Hörtext in Abschnitten
4.1.6 Hörtext von der Lehrperson gesprochen
4.2 Aufgabenstellungen
4.2.1 Fragen zum Text
4.2.2 Lückentext
5. Empirischer Teil: Die Lehrwerkanalyse der Fertigkeit Hören in DaF-Lehrwerken
5.1 Zur Rolle von Lehrwerken sowie deren Bedeutung für die Lehrwerkanalyse
5.1.1 Zur Rolle von Lehrwerken
5.1.2 Lehrwerkanalyse
5.1.3 Die Kriterien für die Lehrwerkanalyse von Bernd Kast und Gerhard Neuner
6. Die Analyse der Hörübungen in den Lehrwerken
6.1. Die Lehrwerke
6.1.1 Konzeption des Lehrwerkes Schritte plus Neu
6.1.2 Struktur des Lehrwerkes
6.1.3 Konzeption des Lehrwerkes Spektrum Deutsch A1+
6.1.4 Struktur des Lehrwerkes
6.2 Die Analyse der Hörübungen
6.2.1 Die Analyse der Hörübungen des Lehrwerkes Spektrum Deutsch A1+
6.2.2 Kurzes Zwischenfazit
6.2.3 Die Analyse der Hörübungen des Lehrwerkes Schritte plus Neu
6.2.4 Kurzes Zwischenfazit
6.3 Zusammenfassung des empirischen Teils
7. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Fertigkeit Hören im DaF-Unterricht. Ziel ist es, einen Überblick über den Stand der Forschung zu Hörverstehen, Strategien und Aufgaben zu geben und diesen theoretischen Rahmen zur exemplarischen Analyse von zwei aktuellen DaF-Lehrwerken zu nutzen.
2.2 Der Vorgang des Hörens und Verstehens
Bevor ein Hörvorgang überhaupt möglich ist, wird stets eine Kommunikationssituation benötigt. Dies bedeutet, dass für den Hörverstehensprozess ein Sprecher und ein (Zu)-Hörer benötigt werden.
Dabei „findet ein komplexes Zusammenspiel sowohl daten- als auch wissensgeleiteter Prozesse statt.“
Der Vorgang des Hörverstehens zeichnet sich durch zwei Prozesse aus: bottom-up erreichen den Hörer die Informationen, top-down werden die Kenntnisse des Hörers für das Textverständnis genutzt. Hören gelingt nur durch das Zusammenspiel von bottom-up und top-down. Bottom-up und top-down ist eine Unterteilung, die ebenfalls in der Kognitionspsychologie vorkommt. Dabei meint bottom-up „[d]ie aufsteigende Verarbeitung – auch als datengeleitet oder als textgeleitet“ . Top-down wird als „[d]ie absteigende Verarbeitung – auch als wissensgeleitet oder als konzept- und schemageleitet bezeichnet.“
Oberflächenstrukturelle Zeichen werden erkannt und semantisch bzw. subsemantisch verarbeitet; bei Muttersprachlern geht dies bis zur Worterkennung. Aus der wissensgeleiteten Richtung werden inhaltliche und formale Schemata aktiviert und Antizipationsprozesse ausgelöst. Inhaltliche Schemata enthalten Merkmale von Raum-Zeit-Determinanten, wie Sachverhalte, Ereignisse, Situationen, Einschätzungen und Wertungen; formale Schemata koordinieren Merkmale von Kommunikationsverfahren und rhetorischen Gliederungen. Diese Wissensbestände oder Präsuppositionen sind vernetzt im Langzeitgedächtnis vorhanden und werden im Analyseprozeß über Rekordierungsstrategien im Arbeitsgedächtnis wieder zur Verfügung gestellt.
Unser Gedächtnis gliedert sich in Ultrakurzzeitgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis. Im Kurzzeitgedächtnis geschieht das Clustern. Das bedeutet, dass das erhaltene Wissen für den Menschen gegliedert, geordnet und eingestuft wird. Aus diesen Einordnungen können Chunks entstehen. Dietrich Eggers bezeichnet sie als „Superzeichen“. Es entsteht eine Mikro- und Makrostruktur. Dieter Wolff sieht diese Umgestaltung als „Konstruktionsprozeß“.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Vernachlässigung des Hörverstehens im Sprachunterricht und formuliert das Ziel, dieses Thema theoretisch, methodisch sowie durch eine Lehrwerkanalyse praxisorientiert aufzuarbeiten.
2 Hauptteil: Der Hauptteil widmet sich theoretischen Grundlagen wie dem Hörprozess, Strategien, Vorwissen und der Rolle des Gedächtnisses beim Sprachenlernen.
3. Hilfestellungen und Lösungsansätze für das Verstehen von Hörübungen: Dieses Kapitel behandelt Faktoren wie Textschwierigkeit, Hörstile und eine Typologie der Aufgaben vor, während und nach dem Hören als methodische Unterstützung.
4. Präsentationsformen und Aufgabenstellungen in Lehrwerken: Hier werden Möglichkeiten der Darbietung von Hörtexten und typische Aufgabenformate in Lehrwerken gegenübergestellt und bewertet.
5. Empirischer Teil: Die Lehrwerkanalyse der Fertigkeit Hören in DaF-Lehrwerken: Erläutert die theoretischen Voraussetzungen und Kriterien der methodischen Lehrwerkanalyse.
6. Die Analyse der Hörübungen in den Lehrwerken: Durchführung der praktischen Analyse anhand der zuvor definierten Kriterien für die Lehrwerke "Schritte plus Neu" und "Spektrum Deutsch A1+".
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Reflexion über die Anforderungen an zukünftige Lehrwerksgenerationen.
Hörverstehen, DaF-Unterricht, Lehrwerkanalyse, Gedächtnis, Antizipation, Sprachvarianten, Hörübungen, Aufgabenstellungen, Globales Hören, Selektives Hören, Totales Hören, Didaktik, Fremdsprachenlernen, Sprachkönnen, Vorwissen.
Der Fokus liegt auf der Analyse der Fertigkeit Hören, die im DaF-Unterricht oft stiefmütterlich behandelt wird, und der systematischen Untersuchung, wie diese in aktuellen Lehrwerken umgesetzt wird.
Die zentralen Themen sind Theoretische Grundlagen des Hörverstehens, Methoden, die Rolle des menschlichen Gedächtnisses bei der Informationsverarbeitung und didaktische Kriterien für Lehrwerke.
Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über Hörstile und Aufgaben-Formate zu geben und mittels eines Kriterienkatalogs zwei ausgewählte Lehrwerke kritisch auf ihre Herangehensweise an die "rezeptive Fertigkeit Hören" zu prüfen.
Verwendet wird eine exemplarische Lehrwerkanalyse basierend auf Kriterien nach Kast und Neuner, ergänzt durch eigene methodische Ansätze zur Evaluation von Hörübungen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte (Hörprozesse, Vorwissen, Gedächtnisfunktionen), methodische Ansätze (Strategien, Aufgaben-Typologie) und die anschließende empirische Analyse der Lehrwerke.
Wichtige Begriffe sind Hörverstehen, Lehrwerkanalyse, Gedächtnis, Antizipation, Aufgabenstellungen und Sprachvarianten.
"Schritte plus Neu" wird im Fazit als vielseitiger und didaktisch abwechslungsreicher für die Lehrenden bewertet, während "Spektrum Deutsch A1+" zwar sehr umfangreich ist, aber weniger Dynamik in den Aufgabenformaten bietet.
Die Arbeit identifiziert einen Mangel an der Vielfalt der Präsentationsformen; oft wird das Hören starr mit permanentem Mitlesen verknüpft, was die reine Schulung des Hörverstehens und das echte "Einhören" behindern kann.
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