Masterarbeit, 2022
85 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Geschichte der Ukraine seit dem Zerfall der Sowjetunion
3. Eine völkerrechtliche Einordnung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine
3.1 Die Invasion
3.2 Welche Rolle spielt das Völkerrecht?
3.3 Der Vorwurf des Genozids als Rechtfertigung für die russische Invasion
3.4 Welche Kriegsverbrechen werden Russland vorgeworfen?
3.5 Welche der vorgeworfenen Kriegsverbrechen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt belegen? – Eine eigene Einschätzung
3.6 Der Status-Quo in der juristischen Aufarbeitung der vorgeworfenen Kriegsverbrechen
4. Die Rolle der EU und der NATO
4.1 Die internationale Bedeutung des Konflikts – eine historische Einordnung
4.2 Die EU als außenpolitischer Akteur
4.3 Das Verhältnis der Ukraine zur EU und NATO
4.4 Eine Erörterung vergangener westlicher Russlandpolitik
4.5 Reaktionen und Zuständigkeiten auf den Konflikt
4.5.1 Eine chronologische Aufarbeitung der durch die EU verhängten Sanktionspakete
4.5.2 Welchen Wert besitzen die restriktiven Maßnahmen der EU?
5. Mögliche Folgen für die EU
5.1 Geopolitische Folgen
5.2 Sicherheitspolitische Folgen
5.3 Wirtschaftliche Folgen
5.4 Migrationspolitische Folgen von Fluchtbewegungen in Folge des Krieges
6. Ausblick
6.1 Mögliche Szenarien für den weiteren Kriegsverlauf
6.1.1 Szenario 1: Die Ukraine gewinnt Krieg / Putschszenario
6.1.2 Szenario 2: Das Unterwerfungsszenario
6.1.3 Szenario 3: Verhandlungsfrieden
6.1.4 Ein eigenes Zwischenfazit
6.2 Eine Diskussion: Sollte die Ukraine in die EU aufgenommen werden?
6.3 Die zukünftige globale Rolle der EU
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die weitreichenden Folgen der russischen Invasion in der Ukraine für die Europäische Union und deren geordnete Außen- und Sicherheitspolitik. Das primäre Ziel ist es, in einem interdisziplinären Ansatz aus politikwissenschaftlicher und völkerrechtlicher Perspektive die Hintergründe des Konflikts zu analysieren, die Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Bereiche der EU zu bewerten und realistische Zukunftsszenarien für Europa und die Ukraine abzuleiten.
3.1 Die Invasion
Um verschiedene Facetten der Invasion näher zu beleuchten, bedarf es zunächst einer kurzen Analyse der Argumentation Putins zur dessen Vorgehen. Anhand seiner geopolitischen und geschichtlichen Denkweise möchte er durch die Wiederherstellung der russischen Einflusszone auf direkte Entscheidungen seiner Nachbarländer Einfluss nehmen können (vgl. Müller-Sieczkarek 2022: 3). Dementsprechend besitzt Putin verschiedene Forderungen an seinen ukrainischen Nachbarstaat. Erst durch die Anerkennung der Krim als russisches Territorium, die Anerkennung der Unabhängigkeit beider Volksrepubliken im Donbass und die Verankerung der Neutralität in der Verfassung der Ukraine wären die Bedingungen für ein mögliches Kriegsende erfüllt (vgl. Tagesschau 2022c). Aufgrund einer aus seiner Sicht faschistischen ukrainischen Regierung und den russischen Sicherheitsinteressen sei eine „Entnazifizierung“ und „Entmilitarisierung“ des Landes so legitim, wie die Ansprüche der Nachbarvölker auf Selbstbestimmung vor dem übermächtigen Russland illegitim seien (vgl. Kielmansegg 2022: 7).
Dadurch, dass die Ukraine eine Mitgliedschaft in der NATO anstrebe, der Westen mit den Folgen der Pandemie beschäftigt ist, die Europäer um die Migration und Rechtsstaatlichkeit streiten und Putin die seit 20 Jahren betriebene Modernisierung der russischen Streitkräfte ausreichend für eine größere Militäraktion erschien, sah dieser den gewählten Zeitpunkt für den Beginn der Invasion als günstig an (vgl. Müller-Sieczkarek 2022: 3; Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel 2022: 1).
Der Plan der Invasion schien über einen Einmarsch an vier Achsen zu erfolgen (siehe Abbildung 2). Neben der ukrainischen Hauptstadt Kiew, nahmen die Russen die ostukrainische Metropole Charkiw ins Visier, zielten auf die Eroberung des restlichen Donbass ab und versuchten darüber hinaus den Süden des Landes zu erobern, um die Ukraine von ihren gesamten Seeverbindungen abzuschneiden (ebd.: 2). Nachdem sich der Krieg in den ersten Tagen noch vornehmlich als ein Kampf zwischen professionell geführten Armeen gestaltete, wandelte sich diese Annahme bereits innerhalb weniger Wochen. Da der Beginn der Invasion aus russischer Sicht weitestgehend erfolgslos blieb, nahm die russische Armee bereits nach kurzer Zeit nun auch vornehmliche zivile Ziele und Infrastruktur, wie Wohnblocks oder Krankenhäuser unter Beschuss.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zäsur, die der russische Angriff auf die Ukraine für die EU darstellt, ordnet das Thema in den globalen Kontext ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die leitenden Forschungsfragen der Arbeit.
2. Die Geschichte der Ukraine seit dem Zerfall der Sowjetunion: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der unabhängigen Ukraine seit 1991 nach, beleuchtet die komplexen Beziehungen zu Russland sowie dem Westen und analysiert zentrale Wendepunkte wie die Orangene Revolution und die Krim-Annexion 2014.
3. Eine völkerrechtliche Einordnung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine: Der Abschnitt analysiert den Angriffskrieg aus völkerrechtlicher Sicht, diskutiert die Rechtfertigungsnarrative (Genozid-Vorwürfe) sowie die dokumentierten Kriegsverbrechen und prüft die Möglichkeiten der juristischen Aufarbeitung vor internationalen Gerichten.
4. Die Rolle der EU und der NATO: Hier wird das außenpolitische Handeln der westlichen Bündnisse analysiert, die historische Bedeutung des Wandels in der Russlandpolitik dargestellt und die Implementierung von Sanktionspaketen als Reaktion auf die Invasion kritisch hinterfragt.
5. Mögliche Folgen für die EU: Dieses Kapitel bewertet die weitreichenden geopolitischen, sicherheitspolitischen, ökonomischen und migrationspolitischen Auswirkungen des Krieges und diskutiert, wie sich das europäische Wirtschafts- und Sicherheitsmodell angesichts der Krise transformieren muss.
6. Ausblick: Der abschließende Teil skizziert mögliche Kriegsszenarien, diskutiert die politische Dimension einer EU-Aufnahme der Ukraine und reflektiert die künftige globale Rolle der EU in einer zunehmend von Autokratien geprägten Weltordnung.
Ukraine-Krieg, Russische Invasion, Europäische Union, NATO, Völkerrecht, Kriegsverbrechen, Sanktionen, Geopolitik, Energiesicherheit, Migration, Sicherheitspolitik, Außenpolitik, Russland, Sanktionspakete, Internationale Beziehungen.
Die Arbeit analysiert die russische Invasion der Ukraine und deren weitreichende Konsequenzen für die EU, insbesondere im Hinblick auf Sicherheit, Geopolitik und die Wirtschaftsordnung.
Zu den Schwerpunkten zählen Völkerrecht, europäische Außenpolitik, die Reaktion von EU und NATO auf den Konflikt sowie die Bewertung wirtschaftlicher Folgen und Fluchtbewegungen.
Das Ziel ist eine wissenschaftliche Folgenabschätzung, die durch interdisziplinäre Untersuchung der Leitfragen zu Erkenntnissen über die zukünftige sicherheitspolitische Ausrichtung der EU führt.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und historische Aufarbeitung, die durch aktuelle politikwissenschaftliche Einschätzungen und völkerrechtliche Analysen ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Kriegsgründe, eine juristische Bewertung, die Analyse der westlichen Reaktion sowie eine Prognose der sicherheits- und wirtschaftspolitischen Auswirkungen auf Europa.
Schlüsselbegriffe sind Ukraine-Krieg, Völkerrecht, EU-Sanktionen, Geopolitik, Energiesicherheit und die zukünftige europäische Sicherheitsarchitektur.
Der Autor ordnet den Angriffskrieg als völkerrechtswidrig ein und untersucht kritisch die Haltbarkeit der russischen Rechtfertigung mittels Genozid-Vorwürfen.
Die Arbeit diskutiert den EU-Beitritt kritisch und weist auf die hohen Hürden der Kopenhagener Kriterien, insbesondere im Bereich der Korruptionsbekämpfung und der Rechtsstaatlichkeit, hin.
Die Arbeit erkennt die Notwendigkeit einer sicherheitspolitischen Neuorientierung in Europa an, warnt jedoch vor einer reinen Aufrüstungslogik ohne eine langfristig nachhaltige, friedenspolitische Strategie.
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