Bachelorarbeit, 2021
32 Seiten, Note: 2,5
1. Kapitel
1.1 Einleitung
2. Kapitel
2.1 Platon
2.1.1 drei Phasen der Dialogentstehung
3. Kapitel
3.1 Politeia
3.1.1 Der einleitende Dialog mit Kephalos
3.1.2 Dialog mit Polemachos
3.1.2.1 Einleitung
3.1.2.1.2 zwei Gegenargumente des Sokrates
3.1.3 Dialog mit Thrasymachos und dessen Verständnis der Gerechtigkeit
3.1.3.1 Thrasymachos Gerechtigkeitsverständnis
3.1.3.2 Wem dient die Gerechtigkeit?
3.1.3.3 Die Metapher des Hirten und seinem Vieh
3.1.3.4 Vom Verhältnis zwischen Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit
3.1.3.5 Wer lebt glücklicher? Der Gerechte oder der Ungerechte?
3.1.4 Dialog mit Glaukon und Adeimantos
3.1.4.1 Glaukons Kritik an den bisherigen Dialogen
3.1.4.2 Adeimantos schließt sich der Diskussion an
3.1.4.3 Der platonische Staat – von der notdürftigen Stadt zum Wächterstaat
3.1.4.4 Zur Gerechtigkeit im Idealstaat
3.1.4.5 Staatsmodelle
3.1.4.6 Die Verankerung der Gerechtigkeit im Menschen
4. Kapitel
4.1 Die drei Gleichnisse
4.1.1 die Idee des Guten
4.1.2 Das Sonnengleichnis
4.1.3 Das Liniengleichnis
4.1.4 Das Höhlengleichnis
4.1.4.1 Deutung des Höhlengleichnisses
5. Kapitel
5.1 Anwendung auf unsere heutige Gesellschaft
6. Kapitel
6.1 Fazit
7. Kapitel
7.1 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert das Werk „Politeia“ von Platon, um sein Verständnis von Gerechtigkeit zu entschlüsseln und seine Konzeption eines idealen Staates zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie ein gerechter Staat aufgebaut sein sollte und inwieweit Platons politische Vorstellungen mit dem heutigen Demokratieverständnis korrespondieren oder kontrastieren.
3.1.3.3 Die Metapher des Hirten und seinem Vieh
Obwohl Sokrates erneut die Fehlerhaftigkeit in Thrasymachos Argumentation aufgezeigt hat, gibt dieser sich nicht so leicht geschlagen und führt das Beispiel vom Hirten und seinen Schafen und Rindern an (vgl. 434a). Er unterstellt Sokrates, dass nach seinem Verständnis, der Hirte nur im Interesse seiner Tiere und zu ihrem eigenen Wohle handle. Nach Thrasymachos Verständnis jedoch handelt der Hirte ausschließlich aus eigenem Interesse. Ihm geht es vorrangig um seine eigene Bedürfnisbefriedigung, die er aus der Aufzucht der Tiere zieht (vgl. 343b). So geht es nach Thrasymachos dem Hirten hauptsächlich darum, den größtmöglichen Nutzen aus der Aufzucht der Tiere zu erhalten (vgl. 433b). Diese erhält er aus den Endprodukten der Tiere, wie z.B. Milch, Wolle, Fleisch und auch Geld, wenn die Produkte im weiteren Verlauf verkauft werden sollten.
Anhand dieses Beispiels zeigt Thrasymachos auf, dass seiner Ansicht nach, die Aufwand – Nutzen – Kalkulation des Hirten, auch auf die Regierenden übertragen werden kann. Er unterstellt daher den Regierenden, dass sie zum größten Teil aus eigenem Interesse und zu ihrem Vorteil entscheiden und handeln und nicht zum Wohle der Untertanen (vgl.343b – c). Daraus schließt Thrasymachos, dass es für die Untertanen vorteilhafter wäre, wenn sie nicht nach den Regeln der Regierenden handeln, sondern sie brechen. Er begründet dies damit, indem er sagt, dass die Regierenden stehts ihrem eigenen Vorteil im Auge haben. Somit wäre es für die Untertanen von Nachteil zu gehorchen, da nicht zu ihrem Vorteil entschieden wird, sodass sie selbst ihre eigenen Interessen in den Vordergrund rücken müssen, welches sich im nicht einhalten der Anordnungen der Regierenden widerspiegelt (vgl. 343d – 344c). Letztendlich bleibt den Untertanen nichts anderes übrig als ungehorsam zu sein, denn die Angst vor dem Leiden, welches aus den Anordnungen erfolgen kann, ist größer als die Furcht vor dem Ungehorsam, bzw. Unrecht zu begehen (vgl. 344c). Thrasymachos beendet diesen Vortrag mit dem Satz, dass das „die Ungerechtigkeit kräftiger und edler und vornehmer als die Gerechtigkeit [ist], wenn man sie im Großen treibt; und wie ich von Anfang an sagte, das dem Stärkeren Zuträgliche ist das Gerechte, das Unrechte aber ist das jedem selbst Vorteilhafte und Zuträgliche“ (344c).
1. Kapitel: Einleitung in die Themenstellung, welche Platons Verständnis von Gerechtigkeit und den Aufbau eines idealen Staates in der „Politeia“ sowie deren Vergleich mit der Gegenwart darlegt.
2. Kapitel: Einblick in Platons Biografie und die Einordnung seiner Werke in drei Phasen der Dialogentstehung, mit besonderem Fokus auf die „Politeia“ als bedeutendes Werk der mittleren Phase.
3. Kapitel: Detaillierte inhaltliche Auseinandersetzung mit den Dialogen innerhalb der „Politeia“, von den ersten Ansätzen über die Kritik von Thrasymachos und Glaukon bis zur theoretischen Entwicklung des Wächterstaates und der menschlichen Seele.
4. Kapitel: Analyse der drei zentralen Gleichnisse (Sonne, Linie, Höhle) als Erkenntnisinstrumente für die Ideenlehre und die Bestimmung der „Idee des Guten“.
5. Kapitel: Kritische Reflexion der Anwendbarkeit platonischer Staatsideale auf moderne, demokratisch strukturierte Gesellschaften und deren unterschiedliche Freiheitsbegriffe.
6. Kapitel: Fazit zur totalitären Tendenz des platonischen Staates und Gegenüberstellung von individueller Entfaltung in der heutigen Gesellschaft versus starrer Rollenverteilung in der Politeia.
7. Kapitel: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Platon, Politeia, Gerechtigkeit, Idealstaat, Sokrates, Thrasymachos, Wächter, Seele, Höhlengleichnis, Ideenlehre, Staatsmodell, Politische Philosophie, Gerechtigkeitsdefinition, Politische Teilhabe, Ethik.
Die Arbeit analysiert Platons Werk „Politeia“, um zu verstehen, was er unter einem „gerechten Staat“ versteht und wie Gerechtigkeit definiert wird.
Zentrale Themen sind die Gerechtigkeitsbegriffe der verschiedenen Gesprächspartner, die Entwicklung des idealen Staates und die Rolle der menschlichen Seele sowie die erkenntnistheoretischen Gleichnisse.
Das Hauptziel ist es, Platons Gerechtigkeitsvorstellungen zu interpretieren, den Aufbau seines idealen Staates zu erläutern und diesen kritisch mit heutigen politischen Systemen zu vergleichen.
Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse der Primärquelle „Politeia“ sowie den Rückgriff auf fachdidaktische und politikwissenschaftliche Sekundärliteratur.
Im Hauptteil werden die Dialoge aus der „Politeia“ (u.a. mit Kephalos, Thrasymachos und Glaukon), die Konstruktion des platonischen Staates (Wächterstaat) und die Erkenntnislehre anhand der drei Gleichnisse detailliert besprochen.
Zu den wichtigsten Termini gehören Politeia, Gerechtigkeit, Idealstaat, Wächter, Seele und Ideenlehre.
Die Wächter dienen der inneren Ordnung und äußeren Sicherheit. Sie werden speziell ausgebildet und müssen eine enge Loyalität gegenüber der Regierung beweisen, wobei Platon ihnen autoritäre Kontrollbefugnisse zuschreibt.
Sie betont, dass Platons Modell eines autoritären Staates mit Arbeitsteilung und starrer Rollenzuweisung kaum mit unserem heutigen Verständnis von individueller Freiheit und politischer Partizipation in einer Demokratie vereinbar ist.
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