Bachelorarbeit, 2022
67 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung des Themas
1.2 Abgrenzung der Untersuchung
1.3 Vorgehensweise
2 Grundlagen zum Thema IPO
2.1 Motive und Chancen
2.2 Prozess eines IPO
2.2.1 Planung und Vorbereitung
2.2.2 Strukturierung
2.2.3 Marketing
2.2.4 Preisfindung und Platzierung
2.2.5 Nach der Handelsaufnahme
2.3 Spektrum der Faktoren bei der Wahl des Börsenplatzes
2.3.1 Kosten
2.3.2 Bewertung
2.3.3 Strategie
2.3.4 Präferenzen und sonstige Faktoren
3 Vergleich der Börsenplätze USA und Deutschland
3.1 Kosten
3.1.1 direkte Kosten
3.1.2 Folgekosten
3.1.3 Zulassungs- und Transparenzanforderungen
3.1.4 Underpricing
3.1.5 Liquidität
3.2 Bewertung
3.2.1 Branchenanalyse
3.2.2 Bewertungsvergleich
3.2.3 Analyst:innen und Peer Groups am Beispiel der Biotechnologie-Branche
4 Unternehmensinterviews: Entscheidungsgründe in der Praxis
4.1 Auswahl der Interviewpartner
4.2 Aufbau der Interviews
4.3 Praxisbeispiele anhand von Unternehmensinterviews
4.3.1 Atotech
4.3.2 Mytheresa
4.3.3 Anonymes Unternehmen
4.3.4 Weitere Befragungen und Praxisbeispiele
5 Fazit
Die Arbeit analysiert die Beweggründe deutscher Unternehmen, bei einem Börsengang (IPO) einen US-amerikanischen Börsenplatz anstelle des Heimatmarktes Deutschland zu wählen, um entscheidende Attraktivitätsfaktoren unternehmerischer Entscheidungsfindungen zu ermitteln.
2.2.1 Planung und Vorbereitung
Der IPO-Prozess lässt sich grundsätzlich in die in Abbildung 3 dargestellten fünf Phasen untergliedern, die zeitlich hintereinander und teilweise parallel durchlaufen werden. Zunächst sollte ein Unternehmen in der Regel bereits 12-24 Monate vor dem IPO strategische Überlegungen zu einem Börsengang und alternativen Finanzierungsmöglichkeiten treffen sowie die Vor- und Nachteile eines Börsengangs für das Unternehmen abwägen (Vgl. Ernst & Young 2020a, S. 13). Wenn zusätzlich ein konstruktives Zeitfenster für einen Börsengang an den Finanzmärkten identifiziert wird und die Eigentümer den Beschluss zu einem IPO fassen, müssen einige weitere Vorüberlegungen und Planungen vorgenommen werden. Zunächst muss eine Prüfung der Börsenreife durchgeführt werden. Zu den Voraussetzungen für die Erfüllung der Börsenreifekriterien gehört zum Beispiel die Rechtsform einer AG. Alternativ kann auch eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) oder eine gleichwertige internationale Rechtsform wie die Societas Europaea (SE) in Frage kommen. Entscheidend ist, dass das Eigenkapital des Unternehmens in Form von handelbaren Aktien verbrieft ist (Vgl. Wöhe et al. 2009, S. 114; Vgl. Haubrok 2006, 34 f.). Neben der Rechtsform müssen Vorüberlegungen über Transparenz-, Publizitäts und Rechnungslegungsstandards getroffen werden. Entsprechende Prozesse und Abteilungen müssen organisiert werden, sodass die Anforderungen erfüllt werden können. In der Praxis müssen viele Unternehmen zum Beispiel zum ersten Mal eine Rechnungslegung nach internationalen Standards wie IFRS oder US-GAAP etablieren. Außerdem sind Überlegungen über ein internationales Listing zu treffen, die in dieser Arbeit untersucht werden. Um die Börsenreife zu erfüllen, müssen die gesetzlichen und satzungsrechtlichen Zulassungsvoraussetzungen des jeweiligen Börsenplatzes oder Börsensegments erfüllt und die daraus entstehenden Folgepflichten wie die Veröffentlichung von Quartalsberichten vorbereitet werden. (Vgl. Wöhe et al. 2009, 113 ff.)
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Börsengänge deutscher Unternehmen ein und umreißt die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit, die Standortwahl zwischen USA und Deutschland grundlegend zu vergleichen.
2 Grundlagen zum Thema IPO: Es werden die theoretischen Aspekte eines Börsengangs, von den Motiven über den Prozessablauf bis hin zu spezifischen Wahlfaktoren für den Börsenplatz, detailliert erläutert.
3 Vergleich der Börsenplätze USA und Deutschland: Hier findet ein tiefergehender Vergleich hinsichtlich Kosten, Bewertung, Liquidität und Transparenzanforderungen zwischen den Märkten in Deutschland und den USA statt.
4 Unternehmensinterviews: Entscheidungsgründe in der Praxis: Dieses Kapitel evaluiert die theoretischen Erkenntnisse anhand von Experteninterviews mit Unternehmen, die tatsächlich einen US-Börsengang vollzogen haben.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Relevanz der identifizierten Faktoren für die Standortentscheidung deutscher Emittenten.
Initial Public Offering, IPO, Börsengang, Kapitalmarkt, Börsenplatz, USA, Deutschland, Finanzierung, Underpricing, Liquidität, Bewertung, Peer Group, Analysten, Transparenzanforderungen, Strategie
Die Arbeit untersucht, warum sich deutsche Unternehmen bei einem Börsengang (IPO) vermehrt für einen Börsenplatz in den USA anstatt für den deutschen Heimatmarkt entscheiden.
Die zentralen Themen sind die Kostenunterschiede, regulatorische Anforderungen, die Liquidität am jeweiligen Handelsplatz sowie die Bedeutung von Bewertungsmethoden und Analysten-Coverage für Unternehmen.
Das primäre Ziel ist es, die entscheidenden Faktoren zu ermitteln, die deutsche Unternehmen dazu bewegen, einen US-Börsenplatz gegenüber einem deutschen zu bevorzugen.
Neben einer umfangreichen Literaturanalyse sowie Datenanalysen zu Börsenkennzahlen werden qualitative Experteninterviews mit Unternehmen geführt, die in den USA den Gang an die Börse vollzogen haben.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung des IPO-Prozesses, einen quantitativen Vergleich der Börsenstandorte Deutschland und USA sowie die qualitative Analyse unternehmerischer Praxisbeispiele.
Die Arbeit charakterisiert sich durch Begriffe wie Initial Public Offering, Börsenplatzwahl, Peer Group, Analystenbetreuung, Compliance-Anforderungen und Liquidität.
Eine passende Peer Group ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit am Kapitalmarkt, erleichtert die Bewertung durch Analysten und Investoren und erhöht die Sichtbarkeit, was besonders in spezialisierten Sektoren wie Biotech entscheidend ist.
Die befragten Unternehmen empfinden die regulatorischen Hürden in den USA im Vergleich zu Deutschland als bewältigbar und betonen, dass strategische Vorteile (wie Zugang zu Investoren) bei der Standortentscheidung stärker ins Gewicht fallen als die Kosten für Compliance.
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