Diplomarbeit, 2009
112 Seiten, Note: 1
1 Differenzielles Training: Modeerscheinung oder Notwendigkeit?
2 Kontrolle und Steuerung von Bewegungen
2.1 Regelkreismodelle (Closed-Loop-Modelle, action approaches)
2.1.1 Feedbackmöglichkeiten
2.1.1 Ergänzung der Closed-Loop-Modelle: Servomechanismen
2.1.2 Reflexe in der unbewussten Closed-Loop Steuerung
2.2 Programmtheorien (Open-Loop-Modelle, motor approaches)
2.2.1 Aufbau und Inhalt der Programmtheorien
2.2.2 Belege für motorische Programme
2.2.3 Kritik an den Programmtheorien
2.2.4 Motorische Programme und Feedback (mixed approaches)
2.3 Generalisierte motorische Programme (GMP - Theorie)
2.3.1 Impuls-Timing Theorie
2.3.2 Gestalt-Konstanz-Hypothese
2.3.3 Kritikpunkte an der GMP-Theorie
2.4 Systemdynamische Modelle (action approaches)
2.4.1 Der Ansatz von Bernstein
2.4.2 Der ökologische Ansatz nach Gibson (ecological approach)
2.4.3 Synergetik - Die Lehre vom Zusammenwirken
3 Motorisches Lernen
3.1 Die klassischen Lerntheorien
3.1.1 Stufentheorie nach Meinel und Schnabel
3.2 Differenzielles Lernen und Lehren
3.2.1 Physiologische Mechanismen im Bewegungslernen
3.2.2 Traditionelles und differenzielles Verständnis von Variation
3.2.3 Variationsmöglichkeiten
3.2.4 Kritik an den klassischen Lernmethoden
3.2.5 Andere Konzepte des variablen Übens
3.2.6 Methodische Leitlinien im differenziellen Training
3.3 Ausgewählte Studien zum differenziellem Lernen
3.3.1 Differenzielles Lernen im Kugelstoßen
3.3.2 Differenzielles Training der Sprungkraft im Nachwuchshandball
3.3.3 Differenzielles Training des Fußballtorschusses
3.3.4 Differenzielles Training des Fußballpassspieles
4 Differenzielles Torschusstraining im Fußball
4.1 Zielsetzung
4.2 Untersuchungsmethodik
4.3 Ergebnisse
4.3.1 Ausgangsniveau der beiden Trainingsgruppen
4.3.2 Trainingseffekte
4.3.3 Personenbezogene Veränderungen
4.3.4 Trainingseffekte in den einzelnen Schussarten
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität des differenziellen Lernens im Vergleich zum klassischen Trainingsansatz anhand eines Torschusstrainings bei Kindern im Alter von 8 bis 9 Jahren. Ziel ist es, den Lernzuwachs bei motorischen Fertigkeiten unter Berücksichtigung von Bewegungsvariationen zu analysieren und praktische Empfehlungen für das kindgerechte Techniktraining abzuleiten.
3.2.1 Physiologische Mechanismen im Bewegungslernen
„Die Beschaffenheit der neuronalen Vorgänge, die mit dem Vollzug sportmotorischer Fertigkeiten und sportmotorischen Lernens einhergehen, ist weitgehend unbekannt. Jedoch verweisen tierexperimentelle Befunde zu motorischen Lernvorgängen – in Verbindung mit humanexperimentellen Befunden und Modellberechnungen – auf die Bedeutung phasischer, dopaminergener Aktivität, neuronaler Entladungssynchronisationen und synaptischer Plastizität für sportmotorisch relevante Lernvorgänge (Beck, 2007).“
Im Folgenden werden diese 3 sportmotorisch Relevanten Informationsverarbeitungsvorgänge skizziert.
- Die neuronale Plastizität
- Entladungssynchronisationen
- Dopaminerge Aktivität als Lernsignal
Differenzielles Training: Modeerscheinung oder Notwendigkeit?: Diskutiert die Notwendigkeit, Individualität im Fußball zu fördern, statt Spieler in starre Konzepte zu pressen.
Kontrolle und Steuerung von Bewegungen: Analysiert verschiedene wissenschaftliche Modelle zur Bewegungskontrolle, von klassischen Regelkreis- bis hin zu systemdynamischen Ansätzen.
Motorisches Lernen: Beleuchtet klassische Lerntheorien und stellt das differenzielle Lernen als Ansatz vor, der Schwankungen als Lernchance nutzt.
Differenzielles Torschusstraining im Fußball: Präsentiert die empirische Untersuchung, in der die Effektivität des differenziellen gegenüber dem klassischen Torschusstraining bei Kindern geprüft wurde.
Zusammenfassung: Fasst die Erkenntnisse über die Überlegenheit des differenziellen Lernansatzes bei der Förderung motorischer Fertigkeiten zusammen.
Differenzielles Lernen, Bewegungskoordination, Torschusstraining, Fußball, motorisches Lernen, Systemdynamik, Selbstorganisation, Bewegungsvariation, Feedback, neuronale Plastizität, Dopamin, Techniktraining, Kindesalter, Bewegungskontrolle, Trainingswissenschaft.
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und Effektivität des differenziellen Lernens im Vergleich zum traditionellen, methodisch geprägten Techniktraining, speziell im Fußball-Torschusstraining bei Kindern.
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Bewegungskoordination, Modellen des motorischen Lernens und der praktischen Erprobung des differenziellen Ansatzes.
Das primäre Ziel ist zu belegen, dass ein differenzieller Trainingsansatz, der hohe Bewegungsvariabilität provoziert, effektiver zu motorischen Lernerfolgen führt als das klassische Einschleifen von Bewegungsmustern.
Die Arbeit nutzt ein Pre-Post-Retentionstest-Design mit zwei Trainingsgruppen, um den Lernfortschritt bei 8- bis 9-jährigen Fußballern statistisch zu vergleichen.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung aus der Synergetik und systemdynamischen Modellen sowie der detaillierten Beschreibung der durchgeführten Trainingsstudien.
Begriffe wie "differenzielles Lernen", "Bewegungsvariabilität", "Selbstorganisation", "Systemdynamik" und "Trainingsmethodik" sind zentral.
Die differenzielle Gruppe führte keine Übung zweimal identisch aus und provozierte durch Variationen (z.B. verschiedene Bälle, Positionen) gezielt "Fehler" und Schwankungen, während die klassische Gruppe methodische Reihen mit vielen Wiederholungen und Korrekturen nutzte.
Die differenzielle Gruppe konnte ihre Trefferleistung vom Pretest bis zum Posttest signifikant stärker steigern als die traditionelle Trainingsgruppe.
Gemäß dem systemdynamischen Ansatz dient dieses "Rauschen" als notwendige Information, die den Lernenden zwingt, sich permanent an neue Bedingungen anzupassen und ein individuelles Bewegungsoptimum zu finden.
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