Bachelorarbeit, 2006
48 Seiten, Note: 1,8
1.Einführung
2. Huntingtons Theorie
2.1.Die Einteilung in die Kulturkreise
2.2.Der Westen – ein universaler oder verhasster Kulturkreis?
2.3. Das Verschieben von dem kulturellen Gleichgewicht
2.4. Die Migration
2.5. Kernstaaten- und Bruchlinienkonflikte
3. Die „Französische Krankheit“ – die Krawalle in Oktober 2005
3.1.Was geschah in französischen „banlieus“?
3.2. Die Ursachen
4. Reaktionen der öffentlichen Meinung
4.1. „Sarcko - gib nicht auf“ – Das Phänomen von Nicolas Sarkozy
4.2. „Es ist nicht ihre Schuld“ – die „linken“ Erklärungen für die Krise
4.3. Political correctness versus öffentliche Meinung?
4.4. "Die islamische Bedrohung"- die rechte und rechtsextremistiche Strömung
4.4.1. Alain Finkielkraut – der linke Rechtsextremist
4.4.2.Angesichts Djihad und Intifada
4.4.3. Ökonomische Parasiten
4.4.4. „Sie wollen sich nicht integrieren“
4.4.5 „La droite gagnante“ – der Erfolg der Rechtsextremisten
5. Die Analyse der Reaktionen der öffentlichen Meinung
5.1.Rassismus – die französische Tradition ?
5.2. Politisch gesteuert : Kampf der Kulturen als politisches Werkzeug
5.3. Abneigung und Hass – eine self fulfilling prophecy ?
5.4. Sozial und ökonomisch begründete Kulturdivergenz
5.5. Die französische Eigenart
6. Schluss
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die öffentliche Meinung in Frankreich nach den Unruhen im November 2005 durch die Theorie des „Kampfes der Kulturen“ von Samuel Huntington beeinflusst wurde und ob diese als Argumentationsmuster zur Erklärung der Krise diente.
4.1. „Sarcko - gib nicht auf“ – Das Phänomen von Nicolas Sarkozy
Zu einer politischen Hauptperson, die als ein Bezugspunkt fast allen und sehr unterschiedlichen Meinungen fungierte, wurde ohne Zweifel Nicolas Sarkozy – der Innenminister, der sich mit seinen radikalen Äußerungen sehr schnell zu einer Hassfigur der Krawallschläger machte. Seine Politik „Null- Toleranz“ und berühmter Satz über die Notwendigkeit die banlieus „mit dem Kärcher zu reinigen“, wie auch die Bezeichnung „racaille“, was sich als „Gesindel“ oder „Abschaum“ übersetzen lässt und die er für die Jugendlichen aus den Vorstädten verwendet hat, hat noch mehr Öl ins Feuer gegossen. Kritisiert wurde auch, dass Sarkozy die orts- und bürgernahe „police de proximité“ abgeschafft hatte, die für Schlichtungen vor Ort eintreten sollte.
Seine brutale Repressions- und Abschiebungspolitik, Antreibungen an die Polizei und die Behauptungen über die Ergebnislosigkeit der Sozialarbeiten, standen gleichzeitig in einem paradoxen Gegensatz zu „Passagen in Sarkozys Reden, die von einem Kommunist stammen könnten. Wenn er darüber eifert, dass Arbeiter- und Einwandererkindern die Aufstiegchancen verbaut sind, dass der soziale Fahrstuhl blockiert ist, dass Kinder ihre Hausaufgaben in Treppenhaus erledigen müssen, weil in der elterlichen Wohnung kein Platz für einen Schreibtisch ist, dann klingt er wie ein linker Sozialist“.
Der französische Innenminister sprach so, dass man ihn weder zu den Linken noch zu den Rechten einordnen konnte. Und auch wenn diese Strategie sorgfältig geplant war, dann war die öffentliche Meinung ganz ernst verzweifelt. Ersichtlich wurde es in einem Internetforum des Portals Forum France2. Ein Thema unter dem Titel: „Lebe Sarkozy und vielen dank an ihm“ löste sehr viele und unterschiedliche Äusserungen, die zugleich ein Kommentar zu der Situation in den banlieus waren.
1.Einführung: Hinführung zur Fragestellung, ob die Theorie des Kampfes der Kulturen die französischen Reaktionen auf die Krawalle 2005 erklärt.
2. Huntingtons Theorie: Erläuterung der zentralen Thesen Huntingtons zur globalen Ordnung, Kulturkreisen und der zunehmenden Bedeutung kultureller Identität nach dem Kalten Krieg.
3. Die „Französische Krankheit“ – die Krawalle in Oktober 2005: Darstellung der Ereignisse in Clichy-sous-Bois und der anschließenden landesweiten Ausschreitungen sowie der offiziellen Erklärungsversuche.
4. Reaktionen der öffentlichen Meinung: Analyse der unterschiedlichen Meinungsströmungen, von Sarkozys rigider Politik bis hin zu linken Gegenpositionen und rechtsextremen Diskursen.
5. Die Analyse der Reaktionen der öffentlichen Meinung: Untersuchung, inwieweit rassistische Traditionen, politisches Kalkül und psychologische Feindbilder die öffentliche Wahrnehmung beeinflussten.
6. Schluss: Fazit zur Relevanz der Huntington-Theorie als populäres, wenn auch vereinfachendes Erklärungs- und Argumentationsmuster im französischen Diskurs.
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Die Arbeit untersucht, wie die französische Öffentlichkeit auf die Krawalle im November 2005 reagiert hat und ob dabei Erklärungs- und Argumentationsmuster aus Samuel Huntingtons Theorie des „Kampfes der Kulturen“ verwendet wurden.
Die zentralen Themen sind das Phänomen der Banlieues, die politische Rolle von Nicolas Sarkozy, die Debatte um Integration und Multikulturalität sowie die Rolle der Medien und Internetforen bei der Meinungsbildung.
Ziel ist es zu klären, ob die französische Gesellschaft die Krawalle bewusst oder unbewusst als einen kulturellen Konflikt zwischen dem Westen und islamischen Immigranten wahrgenommen und interpretiert hat.
Es handelt sich um eine medienanalytische Arbeit, die Berichte aus der französischen, deutschen und polnischen Presse sowie Internetforen und Blogs als empirische Grundlage für die Meinung der französischen Bevölkerung nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis (Huntington), die Chronologie der Ereignisse 2005, die Analyse der verschiedenen politischen Meinungsströmungen sowie die soziologische Untersuchung von Rassismus und politischer Instrumentalisierung.
Zu den prägenden Begriffen gehören „Kampf der Kulturen“, Integration, kulturelle Divergenz, Self-fulfilling prophecy, Islamfeindlichkeit und die Instrumentalisierung von Ängsten.
Er wird als zentrale Figur analysiert, deren radikale Rhetorik („Kärcher“, „Gesindel“) sowohl zur Polarisierung der Gesellschaft beitrug als auch als populistische Strategie zur Wählergewinnung gedeutet wird.
Die Foren dienen der Autorin als Ausdruck der „lebendigen“ und ungefilterten Meinung der Franzosen, die oft von der offiziell politisch korrekten Darstellung in den Mainstream-Medien abweicht.
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