Diplomarbeit, 2008
154 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Besonderheiten in der IT-Wissenschaft
2.2 Soziale Konflikte
2.2.1 Definition des sozialen Konfliktes
2.2.2 Konflikttypen
2.2.3 Funktionen von Konflikten
2.3 Konflikthandhabung
2.3.1 Modelle der Konflikthandhabung
2.3.2 Konflikthandhabungsstile als überdauernde Merkmale
2.3.3 Bevorzugtes Konfliktverhalten von IT-Spezialisten
2.4 Konflikthandhabung und Kultur
2.4.1 Definition von Kultur
2.4.2 Kulturstandards
2.5 Konflikthandhabung und Kommunikation
2.6 Lebensziele
2.7 Zielstellung und Forschungsfragen im Überblick
3. Methoden
3.1 Stichproben
3.2 Begründung der qualitativen Methodik
3.3 Ausgewählte Methoden
3.3.1 Problemzentriertes Interview
3.3.2 Egozentrierte Netzwerkanalyse
3.4 Auswertungsmethoden
3.4.1 Interviews
Konflikttypen
Lebensziele
3.4.2 Egozentrierte Netzwerkanalyse
3.4.3 Statistische Auswertung
4. Ergebnisse
4.1 Ergebnisse der Zweiterhebung
4.1.1 Konflikthandhabung und Konflikte
4.1.2 Konflikthandhabung und Kommunikation
4.1.3 Konflikthandhabung und Lebensziele
4.2 Vergleich der Daten im zeitlichen Verlauf
4.2.1 Konflikthandhabung im zeitlichen Verlauf
4.2.2 Lebensziele im zeitlichen Verlauf
5. Diskussion
5.1 Diskussion der Ergebnisse der Zweiterhebung
5.1.1 Konflikthandhabung und soziale Konflikte
5.1.2 Konflikthandhabung und Kommunikation
5.1.3 Konflikthandhabung und Lebensziele
5.2 Diskussion der Ergebnisse im zeitlichen Verlauf
5.2.1 Konflikthandhabung im zeitlichen Verlauf
5.2.2 Lebensziele im zeitlichen Verlauf
6. Schlussfolgerungen
6.1 Kritische Würdigung
6.2 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konfliktmanagement bei IT-Spezialisten in Deutschland und den USA, um kulturelle Unterschiede sowie Veränderungen über einen Zeitraum von zehn Jahren zu identifizieren. Dabei stehen die präferierten Konflikthandhabungsstile, die Kommunikation in Netzwerken und die verfolgten Lebensziele im Fokus der Analyse.
2.1 Besonderheiten in der IT-Wissenschaft
Die Disziplin der Computerwissenschaft entwickelte sich in den frühen 1940er Jahren aus der Mathematik heraus und fand vor allem praktische Anwendung in der Elektrotechnik. Die Computerwissenschaft ist heute in Deutschland, den USA und in vielen anderen Ländern unter dem Begriff der Informationstechnologie oder kurz IT bekannt. Sie besteht aus den Teildisziplinen der Theoretischen Informatik, der Praktischen Informatik und der Technischen Informatik, die durch die verschiedenen Bereiche der Angewandten Informatik zusätzlich ergänzt werden. (Hellige, 2004).
Der Einzug der Informatik in fast allen Bereichen des Lebens, gefördert durch die globale Vernetzung, hält weiterhin an. Es fällt auf, dass IT-Spezialisten, gleichwohl ob sie aus wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Organisationen kommen, im Vergleich zu anderen Disziplinen sehr jung sind und die IT positioniert sich als besonders kommunikative Disziplin im Hinblick auf die in hohem Maße stattfindenden interdisziplinären Kooperationen und die globale Vernetzung mit anderen Kollegen (Clegg et al., 1996). Die Kommunikation innerhalb der Arbeitsgruppen und der Abteilungen wird durch flachere Hierarchien besonders gefördert.
Von der Studie von Frese & Brodbeck (1994) ausgehend, werden die Ergebnisse aus der Untersuchung von Software-Entwicklern zur Beschreibung des Arbeitsfeldes der IT herangezogen, da sie sich nach Ansicht der Autoren sehr gut „auf andere Forschungs- und Entwicklungsprojekte übertragen“ lassen (S.7). Neben den hohen kognitiven Anforderungen in diesem Arbeitsfeld sind „in umfangreichem Ausmaß Kommunikation und Kooperation erforderlich“ (Brodbeck, 1994, S.21). Das heißt neben der rein kognitiven Arbeit der Analyse, des Designs und der Programmierung sowie der Testung entfallen ungefähr 30% bis 50% der Arbeitszeit auf arbeitsbezogene Kommunikation und Kooperation, die auch durch die Benutzerbeteiligung im Entwicklungsprozess zustande kommt (Brodbeck, 1994, S.21). Einzelne Arbeitsschritte im IT-Feld sind in der Regel wenig definiert, unklar und nicht routiniert, was auf die Natur des IT-Feldes zurückzuführen ist. Dies bezeichnet Brodbeck als Aufgabenunsicherheit (vgl. Brodbeck, 1993; Frese & Hesse, 1993).
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Konflikten für Innovationen in der IT-Branche dar und begründet die Auswahl von IT-Spezialisten aus Deutschland und den USA für die Studie.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe wie sozialen Konflikt, Kultur, Kommunikation und Lebensziele und beleuchtet deren Relevanz für den IT-Bereich.
3. Methoden: Hier wird der methodische Ansatz beschrieben, der auf problemzentrierten Interviews und der egozentrierten Netzwerkanalyse beruht, um die Konflikthandhabung empirisch zu untersuchen.
4. Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die erhobenen Daten, unterteilt in aktuelle Ergebnisse der Zweiterhebung und einen Vergleich mit Daten von vor zehn Jahren.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden hier in ihren theoretischen Kontext eingeordnet und bezüglich ihrer Bedeutung für die IT-Spezialisten und deren Arbeitsumfeld kritisch erörtert.
6. Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel fasst die Stärken und Schwächen der Untersuchung zusammen und bietet ein Fazit zu den kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten im Konfliktmanagement.
Konflikthandhabung, IT-Spezialisten, interkultureller Vergleich, soziale Konflikte, Kommunikation, Netzwerkanalyse, Lebensziele, Konfliktstile, Deutschland, USA, Innovation, Arbeitsorganisation, Kooperation, Aufgabenunsicherheit, Kulturstandards.
Die Diplomarbeit untersucht, wie IT-Spezialisten aus Deutschland und den USA mit sozialen Konflikten in ihrem Arbeitsumfeld umgehen und welche Rolle kulturelle Einflüsse dabei spielen.
Zentrale Themen sind die Konflikthandhabungsstile, die Art und Weise der beruflichen Kommunikation sowie die persönlichen Lebensziele der befragten IT-Spezialisten.
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob es kulturelle Unterschiede im Umgang mit Konflikten gibt und ob sich diese Handhabungsstile oder die Lebensziele der Spezialisten über einen Zeitraum von zehn Jahren verändert haben.
Die Arbeit nutzt ein explorativ-qualitatives Design, insbesondere problemzentrierte Interviews sowie die Methode der egozentrierten Netzwerkanalyse zur Datenerhebung.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise, die detaillierte Ergebnisdarstellung und eine umfassende Diskussion der Befunde im interkulturellen und zeitlichen Kontext.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Konflikthandhabung, IT-Spezialisten, interkultureller Vergleich, Kommunikation und Lebensziele definieren.
Die Studie identifiziert Trends, wobei deutsche Spezialisten in bestimmten Konfliktfällen eher nachgebend reagieren, während US-Amerikaner häufiger einen dominanten Stil verfolgen; signifikante Unterschiede bei den Stilen konnten jedoch nur begrenzt bestätigt werden.
Die Analyse zeigt, dass die Forschungsorientierung in beiden Nationen nur einen untergeordneten Einfluss auf die bevorzugten Konfliktstile hat, was auf eine übergreifende Arbeitskultur in der IT-Wissenschaft hindeutet.
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