Examensarbeit, 2021
50 Seiten, Note: 1,0
1. Gleichnisse als „packende Minidramen“
2. Gleichnisse
2.1 Gleichnisse und ihre Unterformen
2.1.1 Gleichnis im engeren Sinn, Parabel, Beispielerzählung und Bildwort
2.1.2 Kritik an der Unterscheidung in Unterformen
2.2 Entwicklung der Gleichnisforschung
2.3 Auslegung von Gleichnissen
3. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32)
3.1 Einordnung in den Bibelkanon
3.1.1 Zuordnung zum lukanischen Sondergut
3.1.2 Die drei Gleichnisse vom Verlorenen
3.2 Sprachlich-narrative Analyse
3.2.1 Figurenkonstellation und Aufbau des Gleichnisses
3.2.2 Untersuchung der Sprache und Auffälligkeiten des Gleichnisses
3.3 Der historische Kontext
3.3.1 wirtschaftliche und soziale Stellung der Familie und deren Mitglieder im Gleichnis
3.3.2 Das Erbrecht
3.3.3 Symbole, Motive und Traditionen
3.4 Analyse des Bedeutungshintergrunds
3.5 mögliche Auslegungen des Gleichnisses (Deutungshorizonte)
3.5.1 Deutung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn
3.5.2 Deutung innerhalb des Kontextes der drei Gleichnisse vom Verlorenen
3.5.3 Deutung vor dem Hintergrund des Wirkens und der Botschaft Jesu
3.5.4 Weitere Deutungsmöglichkeiten
4. Didaktische Perspektiven
4.1 Die Bibel im Religionsunterricht
4.2 Beachtenswertes bei der Behandlung biblischer Texte im Unterricht
4.3 Die Entwicklung des Gleichnisverständnisses
4.4 Umgang mit schwierigen biblischen Texten im Religionsunterricht der Grundschule
5. Unterrichtsentwurf
5.1 Vorüberlegungen
5.1.1 Alter und Wissensstand
5.1.2 Einordnung in den LehrplanPLUS
5.1.3 Didaktische Anknüpfungspunkte und mögliche Schwierigkeiten des Gleichnisses
5.2 Angezielter Kompetenzerwerb in der Unterrichtsstunde
5.3 Unterrichtsverlaufsplan
5.4 Darlegung und Begründung der Methoden und Sozialformen
6. Fazit und Resümee
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Analyse und Deutung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) und erarbeitet im Anschluss einen didaktisch fundierten Unterrichtsentwurf für die vierte Jahrgangsstufe der Grundschule. Das Ziel ist es, die exegetische Komplexität des Gleichnisses zu durchdringen, um daraus begründete didaktische Perspektiven für den Religionsunterricht abzuleiten, die sowohl der Deutungsoffenheit des Textes als auch dem kindlichen Entwicklungsstand gerecht werden.
3.2.1 Figurenkonstellation und Aufbau des Gleichnisses
Zu Beginn des Gleichnisses werden die drei Hauptfiguren genannt. So dreht sich das Gleichnis um einen Mann, welcher zwei Söhne hat (vgl. Lk 15,11). Dabei erfolgt keine namentliche Nennung, was es ermöglicht, das Gleichnis auf heutige Personen zu übertragen. Ausgangspunkt des Gleichnisses bildet die Situation, dass der jüngere Sohn seinen Erbteil ausgezahlt haben möchte und daraufhin seine Familie verlässt (vgl. Lk 15,12-13). Dieser kehrt allerdings, nachdem er verschwenderisch mit seinem Erbe umgegangen ist, zurück und wird vom Vater mit einem Fest willkommen geheißen (vgl. Lk 15,14-24). Dies verärgert den älteren Sohn, der dem Vater schon viele Jahre dient und gehorcht, aber nie ein derartiges Fest vom Vater bekommen hat (vgl. Lk 15,28-29). Daraus ist zu schließen, dass es sich um die Figurenkonstellation des dramatisches Dreiecks handelt, bei welchem dem Vater als Handlungssouverän zwei unterschiedliche Söhne, ein antithetisches Zwillingspaar, gegenüberstehen.
Diese drei Personen bestimmen maßgeblich den Aufbau des Gleichnisses. Nach Klein lässt sich eine Zweiteilung des Gleichnisses feststellen, wobei das Ende jeweils mit dem Satz, „er war verloren und ist wiedergefunden worden“ (Lk 15,24.32), markiert wird. Dabei steht im ersten Teil (vgl. Lk 15,11-24) der jüngere Sohn im Fokus, während dies beim zweiten Teil (vgl. Lk 15,25-32) der ältere ist. Diese Teile lassen sich noch weiter untergliedern. So besteht der erste Teil aus dem Weg in die Verlorenheit (vgl. Lk 15,11-16), dem Entschluss des jüngeren Sohnes zur Heimkehr (vgl. Lk 15,17-19) und der Annahme durch den Vater (vgl. Lk 15,20-24), während der zweite Teil aus dem Anstoß an die Annahme (vgl. Lk 15,25-27), dem Entschluss, nicht am Fest zur Wiederkehr des jüngeren Sohnes teilzunehmen (vgl. Lk 15,28-30) und der Bitte und Erklärung des Vaters, doch am Fest teilzunehmen (vgl. Lk 15,30-32), besteht.
1. Gleichnisse als „packende Minidramen“: Einführung in die Bedeutung und Faszination von Gleichnissen Jesu als zentrale Texte für den Religionsunterricht.
2. Gleichnisse: Theoretische Auseinandersetzung mit der Gattung, ihren Unterformen und der Forschungsgeschichte der Gleichnisauslegung.
3. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32): Detaillierte exegetische Analyse, historische Einordnung und theologische Deutung des biblischen Textes.
4. Didaktische Perspektiven: Untersuchung der Relevanz biblischen Lernens, der Entwicklung des Gleichnisverständnisses bei Kindern und des Umgangs mit schwierigen Bibeltexten.
5. Unterrichtsentwurf: Konkretes Planungsbeispiel für eine Unterrichtseinheit in der vierten Klasse inklusive Verlaufsplan und Reflexion der gewählten Methoden.
6. Fazit und Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Herausforderungen und des Potenzials bei der Vermittlung des Gleichnisses in der Grundschule.
Gleichnis, verlorener Sohn, barmherziger Vater, Lukasevangelium, Bibeldidaktik, Religionsunterricht, Grundschule, Deutungshoheit, Umkehr, Vergebung, Metapher, Bodenbild, Judentum, Schuld, Gerechtigkeit
Die Arbeit analysiert exegetisch das Gleichnis vom verlorenen Sohn und verknüpft diese Ergebnisse mit theologischen und didaktischen Anforderungen für den Religionsunterricht an Grundschulen.
Neben der Struktur und dem historischen Kontext des biblischen Gleichnisses stehen Themen wie Schuld, Vergebung, Barmherzigkeit sowie die Identität von Geschwistern im Zentrum.
Das Ziel ist die Erstellung eines didaktisch begründeten Unterrichtsentwurfs, der Kindern das komplexe Gleichnis ermöglicht und sie zur Reflexion über eigenes Fehlverhalten und Barmherzigkeit anregt.
Es werden eine sprachlich-narrative Textanalyse, eine sozialgeschichtliche Einordnung sowie eine bibeldidaktische Reflexion auf Basis aktueller Forschung zum Gleichnisverständnis bei Kindern genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine exegeseorientierte Analyse des Bibeltextes, gefolgt von einer Auseinandersetzung mit didaktischen Prinzipien für biblische Texte in der Grundschule.
Typische Begriffe sind Religionsunterricht, Gleichnis, Barmherzigkeit, Schuld, Didaktik und der verlorene Sohn.
Die Methoden, wie das Legen von Bodenbildern, orientieren sich an religionspädagogischen Standards zur ganzheitlichen Erschließung biblischer Geschichten in der Grundschuldidaktik.
Das offene Ende des Gleichnisses (der Umgang mit dem älteren Sohn) bietet laut Arbeit ein hohes Potenzial für Diskussionen, da es Fragen nach Gerechtigkeit und eigener Positionsbestimmung aufwirft.
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