Bachelorarbeit, 2022
52 Seiten, Note: 1,0
1 Hinführung zum Thema
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Minimalismus
2.1.1 Vorläufer, Definition und Werte
2.1.2 Minimalismus-Typen
2.1.3 Mediale Repräsentation
2.2 Postwachstumsgesellschaft
2.3 Subjektives Wohlbefinden
2.4 Genuss-Zielregulations-Sinn-Theorie
2.4.1 Grundlagen
2.4.2 Anpassung der Genuss-Ziel-Sinn-Theorie
2.4.3 Psychische Ressourcen
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Vorstellung der Methodik
3.2 Darstellung der Literaturrecherche
3.2.1 Recherche in Datenbanken
3.2.2 Beschreibung des Vorgehens
4 Aktueller Forschungsstand
5 Minimalismus und subjektives Wohlbefinden
5.1 Hedonismus und die psychische Ressource Genussfähigkeit
5.2 Eudaimonismus
5.2.1 Sinnkonstruktion
5.2.2 Solidarität
5.3 Zielregulation
5.3.1 Selbstakzeptanz
5.3.2 Selbstwirksamkeit
5.3.3 Achtsamkeit
6 Diskussion der Ergebnisse
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, wie ein minimalistischer Lebensstil das subjektive Wohlbefinden von Menschen in Postwachstumsgesellschaften steigern kann, indem sie die psychologischen Wirkmechanismen mittels der Genuss-Zielregulations-Sinn-Theorie analysiert.
2.1.1 Vorläufer, Definition und Werte
Der Soziologe Richard B. Gregg formte bereits 1936 den Begriff ‚Voluntary simplicity’ (zu Deutsch: freiwillige Einfachheit). Dieser Lebensstil gilt als direkter Vorläufer des Minimalismus. Doch die freiwillige Einfachheit wurde nicht von Gregg erfunden. Geschichtlich geht dieser Lebensstil sehr viele Jahrhunderte zurück. Neben Religionsgründern wie Jesus und Mohammed, lebten auch einige Heilige wie zum Beispiel Franz von Assisi und wichtige Anführer*innen wie Mahatma Gandhi ein bescheidenes und einfaches Leben (vgl. Gregg 2003, S. 131). Wie kam es demnach in westlichen Ländern zu einer Abwendung von dieser Praxis? „[T]he vast quantities of things given to us by modern mass production and commerce, the developments of science, and the complexities of existence in modern industrialized countries have raised widespread doubts as to the validity of this practice and principle” (ebd., S. 131). Der US-amerikanische Soziologe spricht auch davon, dass die Menschen zu seinen Lebzeiten den Wert dieses einfachen Lebensstils nicht verstehen konnten und es als Vorliebe von Geistlichen oder genialen Außenseitern abstempelten – nicht aber als eine Lebenspraxis für die Massen.
„Simplicity is a relative matter, depending on climate, customs, culture, the character of the individual” (Gregg 2003, S. 131). Demnach seien nicht nur die äußeren, sondern auch die inneren Lebensumstände miteinzubeziehen. Laut Gregg bedeutet die freiwillige Einfachheit „singleness of purpose, sincerity and honesty within, as well as avoidance of exterior clutter, of many possessions irrelevant to the chief purpose of life” (ebd., S. 132). Nachdrücklich merkt er an, dass jeder Mensch einem anderen Lebensziel entgegenstrebt und somit Gegenstände für die eine Person wesentlich sind, während für seine Mitmenschen ganz andere Besitztümer Notwendigkeit haben (vgl. Gregg 2003, S. 132).
1 Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel verortet das Thema Minimalismus im Kontext gesellschaftlicher Herausforderungen wie grenzenlosem Konsum und Klimawandel und definiert das Forschungsziel.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten, insbesondere Minimalismus, Postwachstumsgesellschaft und die Genuss-Zielregulations-Sinn-Theorie, definiert und in den wissenschaftlichen Diskurs eingeordnet.
3 Methodisches Vorgehen: Es wird die Durchführung der systematischen Literaturanalyse (SLR) sowie das methodische Vorgehen bei der Suche und Selektion der relevanten Literatur beschrieben.
4 Aktueller Forschungsstand: Dieses Kapitel fasst vorhandene empirische Studien zur Korrelation zwischen Minimalismus und subjektivem Wohlbefinden zusammen und identifiziert Forschungslücken.
5 Minimalismus und subjektives Wohlbefinden: Das Hauptkapitel analysiert den Minimalismus detailliert anhand der drei Strategien der Genuss-Zielregulations-Sinn-Theorie und verknüpft diese mit psychischen Ressourcen.
6 Diskussion der Ergebnisse: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden interpretiert, in den bestehenden Forschungsstand eingeordnet und kritisch reflektiert.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsansätze und politische Implikationen.
Minimalismus, Subjektives Wohlbefinden, Genuss-Zielregulations-Sinn-Theorie, Postwachstumsgesellschaft, Voluntary Simplicity, Psychische Ressourcen, Nachhaltigkeit, Lebensstil, Hedonismus, Eudaimonismus, Konsum, Zielregulation, Achtsamkeit, Sinnkonstruktion, Selbstwirksamkeit
Die Arbeit untersucht, ob und wie ein minimalistischer Lebensstil das subjektive Wohlbefinden steigern kann und welche psychologischen Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Die Arbeit verknüpft ökologische Aspekte wie die Postwachstumsgesellschaft mit psychologischen Theorien zur Lebensführung, insbesondere den Ansätzen von Marcel Hunecke.
Das Ziel ist es, durch eine systematische Literaturanalyse zu klären, inwiefern minimalistische Praktiken als Hebel zur Steigerung des psychischen Wohlbefindens und zur Förderung nachhaltiger Verhaltensweisen dienen können.
Es wird eine systematische Literaturanalyse (SLR) angewandt, um den aktuellen Forschungsstand zu sichten und die Korrelation zwischen Minimalismus und subjektivem Wohlbefinden theoretisch und empirisch herzuleiten.
Der Hauptteil analysiert den Minimalismus anhand der Genuss-Zielregulations-Sinn-Theorie, unterteilt in die Strategien Hedonismus, Eudaimonismus und Zielregulation, und ordnet diesen jeweils spezifische psychische Ressourcen wie Achtsamkeit oder Selbstakzeptanz zu.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Minimalismus, subjektives Wohlbefinden, Genuss-Zielregulations-Sinn-Theorie und Postwachstumsgesellschaft geprägt.
Die Untersuchung macht deutlich, dass eine intrinsische Motivation und Freiwilligkeit entscheidend sind, da bei fremdbestimmtem Minimalismus negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden auftreten können.
Achtsamkeit ermöglicht erst das kritische Hinterfragen von Konsum sowie eine differenzierte Wahrnehmung eigener Bedürfnisse, was für die Zielregulation und die Abwendung von materiellem Überfluss zentral ist.
Die Ergebnisse zeigen, dass dies individuell stark variiert und von der persönlichen Disposition abhängig ist; eine pauschale Verallgemeinerung ist daher nicht möglich.
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