Diplomarbeit, 2003
89 Seiten, Note: 2
1.0 Vorwort
2.0 Arten der Armut
2.1 Versuch einer Annäherung an die verschiedenen Armutsansätze
2.1.1 Die Einkommensarmut/Ressourcenkonzept
2.1.2 Bekämpfte Armut
2.1.3 Verdeckte (latente) Armut
2.1.4 Relative Armut
2.1.5 Subjektive Einkommensarmut
2.2 Mehrdimensionales Armutskonzept
2.2.1 Der Lebenslagenansatz/Lebensstandardansatz
2.2.2 Milieubezogene und subjektive Armutskonzepte
2.2.3 Eine kind- und jugendgerechte Armutsdefinition
2.3 Die „Neue Armut“
3.0 Einkommensarmut bei Kindern
3.1 Umfang der Kinder und Jugendarmut
3.1.1 Alleinerziehenden-Haushalte
3.1.2 Kinderreiche Familien
3.1.3 Ausländische Familien
3.1.4 Familien mit Arbeitslosigkeit des/der Ernährers/In
3.2 Politik erzeugt Armut
4.0 Systemtheorie
4.1 Der prozessual-systemische Ansatz von Sylvia Staub-Bernasconi
5.0 Zeitliche Phänomene der Armut
5.1 Dauer der Armut
5.2 Vererbte Armut
6.0 Mögliche Folgen der Armut im Kindes- und Jugendalter -Eine Minderung der Lebensqualität?
6.1 Veränderungen im Wohnbereich/ Wohnumfeld
6.2 Auswirkungen auf die Gesundheit
6.2.1 Vernachlässigung
6.2.1.1 Was gewährleistet das Kindeswohl?
6.3 Freizeit und Konsum
6.3.1 Konsumverhalten der Kinder
6.3.2 Materielle Einschränkung
6.4 Auswirkungen auf Schule und Ausbildung
6.5 Auswirkungen im kulturellen Bereich
7.0 Umgang mit und Wege aus der Armut
7.1 Bewältigung nach Walper
7.2 Mögliche Bewältigungsstrategien
7.2.1 Verschuldungsproblematik bei Jugendlichen
7.2.2 Arbeitsaufnahme
7.2.3 Kriminalität
7.2.4 Resignation
7.2.5 Bewältigungsformen der Eltern
8.0 Herausforderung an die Soziale Arbeit und die Sozialpolitik
8.1 Institutionen
8.1.1 Das Jugendamt
8.1.2 Das Wohnungsamt
8.1.3 Allgemeiner Sozialdienst (ASD)
8.2 Hilfemöglichkeiten zur Verbesserung der Lebenssituation
8.2.1 Sozialpädagogische Familienhilfe
8.2.1.1 Empowerment als Denkrichtung
8.2.1.2 Merkmale der Sozialpädagogischen Familienhilfe
8.2.1.3 Die verschiedenen Ansätze der SPFH
8.2.1.4 Was muss noch getan werden
8.3 Verbesserung der gesundheitlichen Lage
8.3.1 Kritik
8.4 Möglichkeiten der Hilfe in Bezug auf Schule und Ausbildung
8.4.1 Kritik
8.5 Möglichkeiten in Bezug auf den kulturellen Bereich und dessen Verbesserung
8.6 Gemeinwesenarbeit und Sozialplanung
8.7 Sozialpolitik
9.0 Schlusswort
9.1 Interview und Fallbeispiel Frau U.
9.2 Auswertung des Fallbeispiels
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die wissenschaftliche, theoretische und konzeptuelle Lücke in der Auseinandersetzung mit Kinder- und Jugendarmut in Deutschland zu schließen und konkrete Handlungsansätze für die Soziale Arbeit aufzuzeigen.
6.1.2 Konsumverhalten der Kinder
Die in den vergangenen Jahren zunehmende Individualisierung wirkt sich nicht nur auf das Leben der Erwachsenen, sondern auch auf die Lebenssituation der Kinder aus. „Wertirritationen, Orientierungsverluste, Beliebigkeit, Statusängste und Ohnmachtserfahrungen rücken ebenso wie die individuell zu verantwortenden Lebensentscheidungen immer mehr in die Kindheit vor“ (Bieligk, 1996, S. 47; zit. n. Ferchhoff).
Den Kindern steht aktuell ein Überangebot an Spielzeug, Kinderbekleidung, Kinderbüchern und -zeitschriften, Kultgegenständen und -medien und hochtechnisierten Spielwaren, wie Computer und Computerspiele zur Verfügung. Der rasche Wechsel dieser Gegenstände, die gerade „in“ sind, verlangt ständiges konsumieren, um nicht „out“ zu werden. Diese „In`s“ und „Out`s“ bringen allerdings eine hohe Ausgrenzungsgefahr mit sich. Kinder wissen meist genau darüber Bescheid, was sie wollen und brauchen, um bei Freunden mithalten und ihre soziale Stellung etablieren zu können. Die Medien wecken bei Kindern kurzlebige Wünsche und bieten gleichzeitig die zur Erfüllung notwendigen Dinge an. Ein nicht unerheblicher und in rapiden Wachstum befindlicher Wirtschafts- und Werbesektor hat sich auf Kinder als eigenständige Konsumtrabanten spezialisiert.
1.0 Vorwort: Einleitung in die Thematik der Kinderarmut als Folge der Erwachsenenarmut im Kontext des öffentlichen Diskurses.
2.0 Arten der Armut: Darstellung theoretischer Basiskonzepte, von Einkommensarmut bis hin zum mehrdimensionalen Lebenslagenansatz.
3.0 Einkommensarmut bei Kindern: Analyse der Risikogruppen wie Alleinerziehende, kinderreiche oder ausländische Familien sowie der Einfluss politischer Entscheidungen.
4.0 Systemtheorie: Vorstellung des systemtheoretischen Ansatzes zur Einbettung von Armut in gesellschaftliche Strukturen.
5.0 Zeitliche Phänomene der Armut: Diskussion über die Auswirkungen der Armutsdauer und die Problematik intergenerationell vererbter Armut.
6.0 Mögliche Folgen der Armut im Kindes- und Jugendalter -Eine Minderung der Lebensqualität?: Detaillierte Betrachtung von Auswirkungen auf Wohnumfeld, Gesundheit, Freizeit, Schule und kulturelle Teilhabe.
7.0 Umgang mit und Wege aus der Armut: Erörterung von Bewältigungsstrategien wie Verschuldung, Kriminalität oder Resignation sowie elterliche Bewältigungsformen.
8.0 Herausforderung an die Soziale Arbeit und die Sozialpolitik: Überblick über institutionelle Hilfssysteme wie Jugendamt oder Sozialpädagogische Familienhilfe und sozialpolitische Maßnahmen.
9.0 Schlusswort: Fazit der Arbeit und Appell an Institutionen und Politik zur verstärkten Armutsbekämpfung.
Armut, Kinderarmut, Jugendarmut, Soziale Arbeit, Lebenslagenansatz, Ressourcenkonzept, soziale Ausgrenzung, Armutsprävention, Sozialpolitik, Sozialhilfe, Familienhilfe, Empowerment, Bildungschancen, Armutsfolgen, Bewältigungsstrategien
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Kinder- und Jugendarmut in Deutschland und analysiert deren Auswirkungen auf die Lebenswelt der Betroffenen.
Die zentralen Felder umfassen Armutsdefinitionen, Risikogruppen, psychosoziale Folgen, Bildungs- und Entwicklungschancen sowie Ansätze der Sozialen Arbeit.
Ziel ist es, die theoretische und konzeptuelle Lücke in der wissenschaftlichen Betrachtung von Kinderarmut zu verkleinern und Handlungsperspektiven für die Soziale Arbeit zu liefern.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Armutsforschung sowie auf ein qualitatives Fallbeispiel (Interview mit Frau U.).
Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Kinderarmut, die systemtheoretische Einordnung sowie konkrete Folgen in Bereichen wie Wohnen, Gesundheit, Bildung und Konsum.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Armutsrisiko, soziale Benachteiligung, Lebenslagenansatz, Armutsfolgen und Sozialpädagogische Familienhilfe beschreiben.
Es dient dem Vergleich zwischen theoretischen Erkenntnissen der Armutsforschung und der gelebten Realität einer sechsköpfigen Familie in der verdeckten Armut.
Diese Gebiete zeigen eine gehäufte Konzentration von Problemlagen, die sich negativ auf die Entwicklungschancen von dort aufwachsenden Kindern auswirken.
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