Masterarbeit, 2021
77 Seiten, Note: 2,4
1. Einleitung
1.1 Relevanz
1.2 Fragestellung und Vorgehen
2. Historischer Hintergrund
2.1 Die Vereinten Nationen
2.1.1 Geschichte der Vereinten Nationen
2.1.2 Die UN-Charta
2.1.3 Struktur und Aufgaben der Vereinten Nationen
2.1.4 Der Internationale Gerichtshof
2.2 Die Geschichte von Myanmar
2.2.1 Kampf um die Unabhängigkeit
2.2.2 Komplikationen nach Erhalt der Unabhängigkeit
2.2.3 Die Vereinten Nationen und der Rohingya-Konflikt
3. Die Figur der Aung San Suu Kyi
4. Die Methode der objektiven Hermeneutik
4.1 Charakteristika der Methode
4.2 Methodisches Vorgehen der objektiven Hermeneutik
4.3 Die objektiv-hermeneutische Textinterpretation
4.3.1 Die Kontextfreiheit
4.3.2 Das Prinzip der Wörtlichkeit
4.3.3 Das Prinzip der Sequenzialität
4.3.4 Das Extensivitätsprinzip
4.3.5 Das Sparsamkeitsprinzip
5. Analyse der Rede von Aung San Suu Kyi
5.1 Empirisches Vorgehen
5.2 Hintergrund der Fallexplikation
5.3 Grobanalyse
5.4 Feinanalyse
5.4.1 Erste Sequenz
5.4.2 Zweite Sequenz
5.4.3 Dritte Sequenz
5.4.4 Vierte Sequenz
5.5 Fallstrukturhypothese
5.6 Bezug zu weiteren Sequenzen
5.7 Eingliederung in den Kontext
5.7.1 Das Bild der Rohingya
5.7.2 Aung San Suu Kyi
5.7.3 Zusammenfassung der Kontextualisierung
6. Fallstruktur-Generalisierung
7. Kritische Reflexion der Methode
8. Fazit
Die Arbeit untersucht mittels der Methode der objektiven Hermeneutik, wie sich Aung San Suu Kyi in ihrer Rede vor dem Internationalen Gerichtshof im Jahr 2019 zur Rohingya-Krise positioniert, um latente Sinnsstrukturen und ihre Rolle als intellektuelle Politikerin aufzudecken.
5.4.1 Erste Sequenz
Bei der ersten zu analysierenden Sequenz handelt es sich um den ersten Satz der Rede: „Thank you, Mr President and members of the court“. Der erste Satz einer Rede leitet nicht nur ein, sondern legt meist ihre Rahmenbedingungen fest und gibt damit Aufschluss über die Intentionen der Rednerin. Um die Analyse zu vereinfachen, wird diese Sequenz in zwei Teilsequenzen aufgeteilt, „Thank you, Mr President“ und „and members of the court“.
Die erste Sequenz beginnt mit dem Wort „Thank“, welches als „dank“ übersetzt werden kann. Damit ist alleinstehend nicht „der Dank“ gemeint, sondern das Verb „danken“ von „to thank“. „Thank“ ist alleinstehend unvollkommen und lässt einen bereits erahnen, dass es sich um eine Aussage handelt, in welcher Bezug auf denjenigen genommen wird, dem man zum Dank verpflichtet ist. Die Rednerin bedankt sich bei jemandem direkt, „Thank you“ oder indirekt. Sie könnte auch darauf hinweisen, dass er Glück hatte, „Thank goodness“. Dies lässt mit Ausschluss des Gesamtzusammenhangs darauf schließen, dass es sich um etwas Positives handelt, welches auf das Mitwirken von jemand anderem gründet. Die Rednerin oder eine andere Person kann aus einer schlechten Situation herausgekommen sein und dankt Gott dafür. Daraus lassen sich folgende Lesarten ableiten: „Thank goodness, you survived“, „The goodness, the numbers are rising“. Es kann sich jedoch auch um Ironie handeln, was nicht direkt ausgeschlossen werden kann.
1. Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Relevanz der Thematik vor dem Hintergrund der Rohingya-Krise und legt die übergeordnete Fragestellung sowie das methodische Vorgehen fest.
2. Historischer Hintergrund: Hier werden die Vereinten Nationen, deren Struktur und die Geschichte Myanmars detailliert beleuchtet, um den Kontext der Krise zu verdeutlichen.
3. Die Figur der Aung San Suu Kyi: Der Abschnitt betrachtet die politische Identität und den Werdegang der Akteurin aus der Perspektive der Intellektuellen-Soziologie.
4. Die Methode der objektiven Hermeneutik: Dieses Kapitel führt in die methodischen Grundlagen der objektiven Hermeneutik ein und erläutert die Prinzipien der Textinterpretation.
5. Analyse der Rede von Aung San Suu Kyi: Der Kernteil der Arbeit, in dem die Rede anhand sequenzanalytischer Feinanalyse auf latente Sinnsstrukturen hin exploriert wird.
6. Fallstruktur-Generalisierung: Hier werden die Erkenntnisse der Analyse über den Einzelfall hinaus abstrahiert und in einen größeren wissenschaftlichen Kontext gerückt.
7. Kritische Reflexion der Methode: Eine kritische Evaluierung der methodischen Anwendung, bei der sowohl Vorteile als auch Grenzen der objektiven Hermeneutik aufgezeigt werden.
8. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung beantwortet die zentrale Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Aung San Suu Kyi, Rohingya-Krise, Internationale Gerichtshof, objektive Hermeneutik, Genozid-Vorwurf, Myanmar, Militär, Intellektuellen-Soziologie, Sequenzanalyse, Völkerrecht, politische Rhetorik, Krisenbewältigung, Menschenrechte, Fallrekonstruktion, Identitätskonstruktion.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse einer spezifischen Rede von Aung San Suu Kyi vor dem Internationalen Gerichtshof im Jahr 2019 im Kontext der Rohingya-Krise in Myanmar.
Zentrale Themen sind die Geschichte Myanmars, die Arbeit der Vereinten Nationen, die Rolle des Internationalen Gerichtshofs und die soziologische Analyse des Intellektuellen-Begriffs in der Politik.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern Aung San Suu Kyi sich in ihrer Rede vor dem Internationalen Gerichtshof in Bezug auf die Rohingya-Krise positioniert.
Die Autorin nutzt die Methode der objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann, um latente Sinnsstrukturen im vorliegenden Redetext aufzudecken.
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende sequenzielle Feinanalyse der Eröffnungsrede von Aung San Suu Kyi, unterteilt in vier verschiedene Textabschnitte.
Die Arbeit wird unter anderem durch Begriffe wie Rohingya-Krise, objektive Hermeneutik, Aung San Suu Kyi und politische Identitätskonstruktion geprägt.
Dieser theoretische Rahmen ermöglicht es, Aung San Suu Kyi nicht nur als Akteurin, sondern als eine spezifische Form der „intellektuellen Politikerin“ zu betrachten und ihre Handlungslogik soziologisch zu fundieren.
Die Analyse legt nahe, dass sich die Rednerin in ihrer Beweisführung positionell auf die Seite des Militärs begibt und deren Handlungen legitimiert, statt die Rechte der Rohingya-Minderheit zu vertreten.
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