Examensarbeit, 2020
124 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Rahmung und Forschungsfrage
2.1 Professionelle Lehrerkompetenz
2.1.1 Lehrerprofessionalisierungsforschung
2.1.2 Professionalität und Kompetenz
2.1.3 Modellierung professioneller Lehrerkompetenz unter besonderer Berücksichtigung des Professionswissen
2.1.3.1 Pädagogisch-psychologisches Wissen
2.1.3.2 Fachwissen
2.1.3.3 Fachdidaktisches Wissen
2.2 Schülervorstellungen
2.2.1 Lerntheoretischer Zugang: Schülervorstellungen aus konstruktivistischer Perspektive
2.2.2 Definition, Entstehung und Merkmale
2.2.3 Präkonzeptforschung
2.3 Professionelle Lehrerkompetenz im Umgang mit Schülervorstellungen
2.3.1 Erfassung von Schülervorstellungen
2.3.2 Vorstellungsänderung: Die Conceptual-Change-Theorie
2.3.3 Planung von Unterricht im Sinne der Didaktischen Rekonstruktion
2.3.4 Aktueller Forschungsstand
2.4 Forschungsfragen
3 Daten und Methode
3.1 Anlage der Untersuchung
3.2 Beschreibung der Stichprobe
3.3 Entwicklung, Aufbau und Auswertung des Fragebogens
4 Ergebnisse und Interpretation
4.1 Beschreibung und Darstellung der Ergebnisse
4.1.1 Grundlegende Begriffe
4.1.2 Schülervorstellungen in der Unterrichtspraxis
4.1.3 Einordnung von beispielhaften Schülervorstellungen
4.2 Interpretation der Ergebnisse
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das fachdidaktische Wissen von Lehrpersonen zur geographischen Perspektive des Sachunterrichts, wobei der Fokus auf dem Umgang mit Schülervorstellungen liegt. Ziel ist es, durch die Entwicklung eines Fragebogens aufzuzeigen, über welches Wissen Lehrkräfte verfügen, wie sie Schülerpräkonzepte in der Planung und Durchführung von Unterricht berücksichtigen und inwieweit sie theoretische Ansätze wie den Conceptual Change in ihrer Praxis anwenden.
Merkmale von Schülervorstellungen
Schülervorstellungen sind die Folge der individuellen Konstruktion von Informationen und damit eine Wissensbasis, auf die Lernende immer wieder zurückgreifen können. Insofern liegen ihnen verschiedene Funktionen zu Grunde (Fridrich 2009, S. 1).
Vordergründig dienen sie dem Individuum dazu, sich komplexe Phänomene und Ereignisse unserer Umwelt einfach beantworten und erklären zu können. Damit leisten sie durch Komplexitätsreduktion einen Beitrag zur allgemeinen Orientierung im Alltags-leben von Kindern. Die Aneignung von Vorstellungen liefert Erklärungen zu bestehenden Unsicherheiten, weshalb sie in diesem Sinne Sicherheit und Stabilität im Leben eines Individuums schafft. Weil der Aneignungsprozess als aktive individuelle Konstruktion von Informationen abläuft, sind diese Vorstellungen oftmals tief verankert und mit anderen Konzepten und Vorstellungen des Lernenden vernetzt. Zusätzlich dienen Schüler-vorstellungen als Orientierung zur Kommunikation im Alltag. Damit fungieren sie auch bei der Interaktion mit anderen als Beitrag zur Sicherheit und gewährleisten, dass ein Individuum über Themen sprechen kann, obwohl dessen Vorstellung nicht exakt mit dem fachwissenschaftlichen Konzept übereinstimmt (Fridrich 2009 S. 1).
Schülervorstellungen sind oftmals implizite, alltägliche Konzepte eines Individuums, was sie maßgeblich von fachwissenschaftlich anerkannten Theorien unterscheidet. In der Ausdifferenzierung des Begriffs der Vorstellung nach Gropengießer (2001, S. 31) werden die Unterschiede deutlich. Er unterscheidet zwischen lebensweltlichen Alltagsvorstellungen und wissenschaftlichen Vorstellungen, je nach dem Kontext, in dem sie verwendet werden. Weil die Institution Schule auf einen Wissenserwerb mit fachlicher Richtigkeit zielt, ist Unterricht der Ort, an dem fachwissenschaftliche und alltägliche Vorstellungen aufeinandertreffen.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die entscheidende Rolle der Schülervorstellungen im Lernprozess und leitet die Forschungsfrage über das fachdidaktische Wissen von Lehrpersonen zur geographischen Perspektive her.
2 Theoretische Rahmung und Forschungsfrage: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit theoretisch, indem es Professionelle Lehrerkompetenz, Schülervorstellungen und Strategien zu deren Umgang sowie Didaktische Rekonstruktion beleuchtet und die spezifischen Forschungsfragen formuliert.
3 Daten und Methode: Hier wird der methodische Ansatz mit der Entscheidung für einen quantitativen Fragebogen als zentrales Instrument sowie die Beschreibung der Stichprobe dokumentiert.
4 Ergebnisse und Interpretation: Dieser Teil präsentiert und interpretiert die erhobenen Daten, gegliedert nach den Inhaltsbereichen und den Forschungsfragen, unter Einbeziehung des aktuellen Forschungsstandes.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Ergebnisse kritisch und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Forschung im Bereich des Umgangs mit Präkonzepten.
Schülervorstellungen, Geographische Perspektive, Sachunterricht, Professionelle Lehrerkompetenz, Didaktische Rekonstruktion, Conceptual Change, Präkonzepte, Lehrerwissen, Unterrichtsplanung, Lernerfolg, Lernbarrieren, Fachdidaktik, Konstruktivismus, Bildungsforschung, Fragebogenstudie.
Der Fokus liegt auf dem fachdidaktischen Wissen von Lehrkräften im Grundschullehramt in Bezug auf geographische Schülervorstellungen und deren Umgang im Unterricht.
Die zentralen Felder sind die Lehrerprofessionalisierung, die konstruktivistische Sichtweise auf das Lernen, die Theorie des Conceptual Change sowie die Didaktische Rekonstruktion.
Das primäre Ziel besteht darin zu analysieren, wie Lehrpersonen Schülervorstellungen wahrnehmen, diagnostizieren und in ihrer praktischen Unterrichtsplanung sowie -durchführung berücksichtigen.
Die Verfasserin wählte eine quantitative Forschungsmethode in Form eines standardisierten Fragebogens, der durch offene Fragestellungen zur vertieften qualitativen Analyse ergänzt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Wissens über professionelle Kompetenzen und Unterrichtsplanung sowie eine empirische Untersuchung, die das Wissen und Handeln von Lehrkräften anhand von Fragebögen und Zeichnungsanalysen auswertet.
Die wesentlichen Begriffe umfassen explizit Schülervorstellungen, Conceptual Change, Didaktische Rekonstruktion, Professionswissen und Präkonzeptforschung.
Die Ergebnisse zeigten, dass nur die Hälfte der vorgelegten Zeichnungen von einer Mehrheit der Lehrkräfte nach den Profilvorgaben der zugrundeliegenden Studie von Adamina (2008) korrekt eingeordnet werden konnte.
Die befragten Lehrkräfte betrachten Schülervorstellungen mehrheitlich als wichtige Lernchance und nicht als reines Lernhindernis, was den aktuellen Forschungsstand, der Lehrern oft ein defizitäres Wissen bei diesem Thema zuschreibt, teilweise widerlegt.
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