Doktorarbeit / Dissertation, 2003
72 Seiten, Note: magna cum laude
Erstes Kapitel. Einführung und Fragestellung.
1.1. Geschichte der Chemotherapie.
1.2. Fragestellung.
1.3. Herstellung monoklonaler Antikörper.
1.4. Herstellung chimärer Antikörper (am Beispiel von Rituximab).
1.5. Eigenschaften des CD20-Antigens.
1.6. Apoptose.
Zweites Kapitel. Material und Methoden.
2.1. Reagenzien.
2.2. Zytostatika.
2.3. Antikörper.
2.4. Caspase–Inhibitoren.
2.5. Zelllinien.
2.6. Arbeitsmaterialien.
2.7. Software.
2.8. Rezepte der Gebrauchslösungen.
2.9. Zellkultur.
2.10. Zellseparation mit Ficoll-Hypaque.
2.11. Zellzählung.
2.12. Das Durchflusszytometer (FACS).
2.13. Apoptosemessung mit 7–AAD, JC–1 und Annexin.
2.14. Auswertung der Apoptosemessungen.
2.15. Messung der CD20–Bindungskapazität.
2.16. Western Blotting.
Drittes Kapitel. Ergebnisse.
3.1. Dosisfindung von Rituximab und Untersuchung der Apoptose.
3.2. Untersuchung der komplementabhängigen Zytotoxizität (CDC).
3.3. Kombinationen von Rituximab mit Zytostatika.
3.4. Untersuchung der Caspasen mittels Western Blots (DOHH2).
Viertes Kapitel. Diskussion.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit des monoklonalen Antikörpers Rituximab in der Behandlung von niedrig- und hochmalignen B-Zell-Lymphomen. Das primäre Ziel besteht darin, den synergistischen Effekt von Rituximab in Kombination mit verschiedenen Zytostatika zu analysieren, den Einfluss der Rezeptorsättigung zu evaluieren und die intrazellulären apoptotischen Signalwege, insbesondere die Rolle der Caspasen, zu klären.
1.1. Geschichte der Chemotherapie.
Obwohl es bereits seit dem Altertum gewisse Kenntnisse über die tumorreduzierende Wirkung von Pflanzen und Mineralien gab, konnte erstmals der Breslauer Neurologe Heinrich Lissauer im Jahr 1865 in einer wissenschaftlichen Arbeit über positive Effekte einer Chemotherapie bei chronischer myeloischer Leukämie (CML) berichten. Zwei Patienten mit CML zeigten Zeichen einer Teilremission, nachdem sie mit Kaliumarsenit (Fowler'sche Lösung) behandelt worden waren, ein Effekt, der 1931 durch C. E. Forkner wiederentdeckt wurde. 1892 berichtete William B. Coley über antineoplastische Effekte von Bakteriengiften (ein Bakterientoxin–Cocktail namens "Coley's Toxin") auf verschiedene Tumoren, entdeckt als eine Nebenwirkung von postoperativen Wundinfekten bei Sarkompatienten.
Mit der Entwicklung von Salvarsan (1909) gilt Paul Ehrlich als Begründer der modernen Chemotherapie, obgleich diese Substanz weniger antineoplastische als vielmehr antibakterielle Wirkung hatte. Einen mehr biologischen Weg wählte sein Freund und zugleich Konkurrent Emil von Behring, der bereits zwanzig Jahre zuvor mit der Serumtherapie den Grundstein der heutigen Immuntherapie gelegt hatte.
Die Entwicklung von Senfgas (Lost) durch Alfred Gilman im 1. Weltkrieg richtete das Augenmerk auf eine Substanz, die neben der Wirkung als Reiz– und Kampfgas auch starke myelosuppressive Effekte aufwies (u.a. reduzierte Lymphozytenzahl). Um die Giftigkeit zu reduzieren, wurden Schwefel– und später Stickstofflostverbindungen hergestellt, die allerdings immer noch sehr toxisch waren. Die ersten klinischen Arbeiten über die Anwendung von Stickstofflost bei Lymphomen und soliden Tumoren wurden erst nach dem 2. Weltkrieg veröffentlicht. Moderne Abkömmlinge des Stickstofflost sind das Cyclophosphamid (1958) und die Nitrosoharnstofe (1967).
Erstes Kapitel. Einführung und Fragestellung.: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der Chemotherapie und definiert die wissenschaftliche Fragestellung hinsichtlich der Wirkung von Rituximab bei Lymphomen.
Zweites Kapitel. Material und Methoden.: Hier werden die verwendeten Substanzen, Zelllinien sowie die angewandten experimentellen Methoden, darunter Durchflusszytometrie und Western Blot, detailliert beschrieben.
Drittes Kapitel. Ergebnisse.: Dieses Kapitel präsentiert die experimentellen Daten zur Dosis-Wirkungs-Beziehung, zur komplementabhängigen Zytotoxizität und zur synergistischen Kombination mit Zytostatika sowie die Caspasen-Untersuchungen.
Viertes Kapitel. Diskussion.: Die Ergebnisse werden im Kontext aktueller klinischer Studien und wissenschaftlicher Literatur interpretiert, insbesondere hinsichtlich des Wirkmechanismus von Rituximab.
Rituximab, Non-Hodgkin-Lymphom, Zytostatika, Apoptose, Caspasen, Chemosensibilisierung, CD20, Durchflusszytometrie, Western Blot, Komplement, Zytotoxizität, B-Zellen, p53, PARP, Synergismus.
Die Arbeit untersucht in-vitro die zytotoxische Wirkung von Rituximab auf Lymphomzellen sowie dessen Potenzial, die Sensitivität gegenüber klassischen Zytostatika zu erhöhen.
Die zentralen Themen umfassen die Apoptoseinduktion, die komplementabhängige Zytotoxizität (CDC) und die molekularen Mechanismen der Caspasen-Aktivierung bei Lymphomzellen.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob Rituximab Lymphomzellen für eine Chemotherapie sensibilisiert und welche intrazellulären Signalwege (Caspasen) dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Es werden zellbiologische Standardmethoden verwendet, primär Durchflusszytometrie (FACS) zur Apoptosemessung und Western Blotting zum Nachweis von Proteinaktivierungen.
Im Hauptteil werden experimentelle Daten zur Dosisoptimierung, zu Kombinationsstudien mit vier verschiedenen Zytostatika und zur molekularen Signalkaskade der Apoptose (Caspasen 3, 7, 8, 9, PARP) dargestellt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rituximab, Chemosensibilisierung, Apoptose, Caspasen, Zytostatika und CD20 beschreiben.
Die Studie zeigt, dass der beobachtete Sensibilisierungseffekt von Rituximab gegenüber Zytostatika unabhängig von der Anwesenheit von Komplement ist, obwohl Komplement eine eigene lytische Wirkung (CDC) entfaltet.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Caspasen 7 und 8 die wesentlichen Exekutorencaspasen bei der durch Rituximab sensibilisierten Apoptose in den untersuchten DOHH2-Zellen sind.
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