Bachelorarbeit, 2022
26 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Stand der Technik und Rechtslage
2.1. Automatisierungsstufen 0 bis 2
2.2. Automatisierungsstufen 3 bis 5
2.2.1. Hochautomatisiertes Fahren (Stufe 3)
2.2.2. Vollautomatisiertes Fahren (Stufe 4)
2.2.3. Das „Gesetz zum Autonomen Fahren“ vom 28. Juli 2021
2.2.4. Autonomes Fahren (Stufe 5)
2.3. Internationaler Rechtsrahmen
3. Ethische Auseinandersetzung – Was ist neu durch autonome Fahrzeuge?
3.1. Zentraler Unterschied zwischen Mensch und Maschine als Fahrzeugführer
3.2. Was konkret sind Dilemma-Situationen im Kontext des Straßenverkehrs, bzw. im Hinblick auf automatisiertes und autonomes Fahren?
4. Lösungsansätze der Ethikfrage
4.1. Utilitaristischer Ansatz – Interpersoneller Nutzenvergleich
4.2. Nicht-personenbezogene Entscheidungskriterien
4.3. Konsequenzen
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethisch-rechtlichen Herausforderungen, die sich durch die zunehmende Automatisierung der Fahrzeugtechnik ergeben, und analysiert bestehende sowie potenzielle Lösungsansätze für Dilemma-Situationen im Straßenverkehr.
3.1. Zentraler Unterschied zwischen Mensch und Maschine als Fahrzeugführer
Warum besteht überhaupt Anlass für eine intensive ethische Auseinandersetzung beim Thema automatisiertes bzw. autonomes Fahren? Der zentrale Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Art und Weise, wie ein Mensch und ein Computersystem auf eine unvorhergesehene Situation im Straßenverkehr reagieren: Konkret also in der Regel der Unterschied zwischen einer reflexartigen, unbewussten Reaktion (Mensch) und einer einprogrammierten, „bewussten“ Reaktion (System). „Bewusst“ hier im Sinne einer Entscheidung basierend auf gegebenen Variablen anhand zuvor festgelegten Entscheidungsmustern. Zur Veranschaulichung soll das folgende Beispiel dienen. Ein Fahrzeug ist nachts mit 80 km/h auf einer Landstraße unterwegs als plötzlich ein Reh auf die Fahrbahn läuft. Steuert ein Mensch das Auto, ist dieser in dem meisten Fällen nicht mehr dazu in der Lage, rechtzeitig die verschiedenen Möglichkeiten zur Reaktion abzuwägen und dann entsprechend zu reagieren. Vielmehr wird die Person entweder nach links oder rechts ausweichen, abbremsen, oder eine Kombination davon durchführen – allerdings unbewusst. Angenommen ein hochautomatisiertes System der Stufe 3 (rechtliche und technische Hürden außen vorgelassen) hat in diesem Moment die Kontrolle inne, sieht die Situation anders aus: Eine Übergabe an den/die Fahrer/in ist nicht rechtzeitig möglich, d.h. das System muss eine Entscheidung treffen. Über diverse Sensoren sammelt das System Informationen zur Geschwindigkeit, Position des Rehs, mögliche Hindernisse am Straßenrand und der Gegenfahrbahn, errechnet den Bremsweg, etc. und führt dann anhand zuvor festgelegter Befehle eine ganz bestimmte Aktion durch. Die Reaktion erfolgt also bewusst, festgelegt während der Programmierung des Systems durch eine (oder mehrere) natürliche Person/en.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der automatisierten Fahrzeugtechnik und stellt die zentrale Problemstellung vorläufiger rechtlicher und ethischer Fragestellungen dar.
2. Stand der Technik und Rechtslage: Dieses Kapitel erläutert die SAE-Klassifizierung der Automatisierungsstufen und analysiert eingehend die deutsche und internationale Gesetzgebung sowie aktuelle Zulassungshürden.
3. Ethische Auseinandersetzung – Was ist neu durch autonome Fahrzeuge?: Hier wird der fundamentale Unterschied zwischen menschlicher Reflexreaktion und einprogrammierter maschineller Entscheidung sowie das Wesen von Dilemma-Situationen im Straßenverkehr behandelt.
4. Lösungsansätze der Ethikfrage: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene ethische Lösungsansätze wie den Utilitarismus oder nicht-personenbezogene Kriterien und diskutiert die Konsequenzen für die Programmierung selbstlernender Systeme.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einem Resümee über den Stand der rechtlichen Harmonisierung und die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Debatte über algorithmische Ethik.
Autonomes Fahren, Automatisierte Fahrzeugtechnik, SAE Norm J3016, Ethische Herausforderungen, Dilemma-Situationen, Rechtsrahmen, StVG, Utilitarismus, Algorithmus, Künstliche Intelligenz, Verkehrssicherheit, Moral Machine, Entscheidungsfindungen, Produkthaftung, Technische Aufsicht
Die Bachelorarbeit analysiert die Schnittstelle zwischen technischem Fortschritt bei autonomen Fahrzeugen und den damit verbundenen ethischen sowie rechtlichen Fragestellungen im deutschen und internationalen Kontext.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Klassifizierung der Automatisierungsstufen, die rechtlichen Voraussetzungen nach dem StVG sowie die ethische Problematik automatisierter Entscheidungen in Unfallszenarien.
Ziel ist es, den aktuellen Stand der rechtlichen Möglichkeiten für automatisiertes Fahren darzustellen und eine wissenschaftliche Einschätzung dazu zu geben, wie ethische Dilemmata algorithmisch und gesellschaftlich adressiert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse, die sowohl juristische Gesetzestexte und Verordnungen als auch fachwissenschaftliche Debatten der Philosophie und Ingenieurswissenschaften einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung technischer und rechtlicher Rahmenbedingungen sowie eine ethische Reflexion, die von klassischen Dilemma-Modellen bis hin zu modernen Ansätzen durch künstliche Intelligenz reicht.
Wesentliche Begriffe sind die SAE-Automatisierungsstufen, die Abwägung von Menschenleben, die Haftungsfrage sowie die Möglichkeiten des „trainierens“ von Maschinen anhand menschlicher Präferenzen.
Während der Mensch in Notsituationen reflexhaft handelt, trifft ein autonomes System Entscheidungen auf Basis einprogrammierter Muster und variabler Parameter, was ethische Fragen nach der Verantwortung aufwirft.
Das Konzept dient als Beispiel dafür, wie globale Einstellungen zu moralischen Dilemmata empirisch erfasst werden könnten, um eine Datenbasis für die Programmierung ethischer Algorithmen zu schaffen.
Der Autor argumentiert, dass die vermeintliche Unlösbarkeit ethischer Dilemmata kein Grund sein darf, die gesellschaftlichen Vorteile der Verkehrswende und des autonomen Fahrens ungenutzt zu lassen.
Es markiert einen nationalen und internationalen Meilenstein, da es erstmals den Rechtsrahmen für den Regelbetrieb von Fahrzeugen der Stufe 4 in festgelegten Bereichen schafft.
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