Bachelorarbeit, 2022
56 Seiten, Note: 1,5
1 Abstract
2 Einleitung
2.1 Relevanz des Themas
2.2 Zielsetzung der Arbeit
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Rettungsdienst in Deutschland
3.2 Rechtliche Grundlagen
3.3 Aktueller Forschungsstand
3.4 Belastungs- und Beanspruchungskonzept
4 Forschungsfrage und Hypothesen
5 Methode
5.1 Studiendesign
5.2 Instrumente zur Erhebung
5.3 Auswertungverfahren
6 Ergebnisse
7 Diskussion
8 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen beruflichen Belastungen und der daraus resultierenden Beanspruchung bei hauptamtlichen Rettungsdienstkräften in Abhängigkeit von unterschiedlichen Schichtmodellen (8, 12 und 24 Stunden). Ziel ist es, durch eine quantitative Studie mit 297 Probanden zu klären, ob sich die Art des Schichtsystems signifikant auf das empfundene Belastungserleben und die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben auswirkt.
3.4 Belastungs- und Beanspruchungskonzept
Das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept gilt als Paradigma der Arbeitswissenschaften und wurde von Rohmert und Rutenfranz entwickelt (Hackstein et al., 1986, S. 553). Es dient der Beurteilung der Wirkung der verrichteten menschlichen Arbeit auf den arbeitenden Menschen (Hackstein et al., 1986, S. 553).
Im Belastungs-Beanspruchungs-Konzept müssen zuerst die Beanspruchungen betrachtet werden. Sie entsprechen dem direkt interessierenden Aspekt der Beurteilung der Wirkungen und ergeben die Beurteilungskriterien (Hackstein et al., 1986, S. 554). Faktoren, die auf den Arbeitenden wirken, werden Beanspruchung genannt und werden überwiegend als unangenehm wahrgenommen. Sie können fortführend zu einem Abbruch der beanspruchenden Tätigkeit führen (Hackstein et al., 1986, S. 554).
Die Inanspruchnahme des Menschen lässt sich durch verschiedene Indikatoren, sogenannte Beanspruchungsindikatoren, feststellen. Beispielhaft kann die erhöhte Herzfrequenz genannt werden (Hackstein et al., 1986, S. 554). Aufgrund der verschiedenen Wirkweisen der Beanspruchung ist eine Einteilung in verschiedene Teilbereiche sinnvoll. So kann die Beanspruchung in physische und psychische Beanspruchung unterteilt werden (Hackstein et al., 1986, S. 555). Die physische Beanspruchung bezieht sich dementsprechend auf körperliche Aspekte und die psychische Beanspruchung auf geistige Aspekte (Hackstein et al., 1986, S. 555).
2 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Untersuchung psychosozialer Faktoren im Rettungsdienst und legt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit dar.
3 Theoretischer Hintergrund: Es erfolgt eine Darstellung der Strukturen des deutschen Rettungsdienstes, der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der theoretischen Grundlagen zu Belastung und Beanspruchung.
4 Forschungsfrage und Hypothesen: Hier werden auf Basis der Literatur fünf Hypothesen entwickelt, die den Einfluss von Schichtsystemen und Einsatzfrequenzen auf das Wohlbefinden untersuchen.
5 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das quantitative Studiendesign, die verwendeten Erhebungsinstrumente (u.a. WHO-5, COPSOQ) und die statistische Auswertung.
6 Ergebnisse: Die statistische Auswertung der Daten mittels varianzanalytischer Verfahren (ANOVA) zur Prüfung der Hypothesen wird hier detailliert dargestellt.
7 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, in den Kontext bestehender Studien eingeordnet und kritisch reflektiert, wobei auch Limitationen der Studie erörtert werden.
8 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsansätze.
Rettungsdienst, Schichtsystem, Belastung, Beanspruchung, Psychische Gesundheit, 24-Stunden-Dienst, Work-Life-Balance, Einsatzfrequenz, Berufsjahre, quantitative Studie, Arbeitswelt, Notfallrettung, Stressfaktoren, Organisationsstruktur, Arbeitnehmer.
Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen im Rettungswesen, insbesondere der Schichtplanung, und dem dadurch hervorgerufenen Stresserleben (Beanspruchung) sowie der Lebensqualität der Einsatzkräfte.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse verschiedener Schichtzeitmodelle (8, 12, 24 Stunden), der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie der Identifikation psychologischer und physischer Belastungsfaktoren.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, inwieweit unterschiedliche Schichtsysteme (insbesondere der 24-Stunden-Dienst) die subjektive Belastung und das Wohlbefinden von hauptamtlich Beschäftigten im Rettungsdienst beeinflussen.
Es wurde ein deduktiver, quantitativer Forschungsansatz gewählt. Die Datenerhebung erfolgte per Online-Fragebogen unter 297 Einsatzkräften; statistisch ausgewertet wurden die Daten mittels einfaktorieller und mehrfaktorieller Varianzanalysen (ANOVA) via SPSS.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung in das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept, die Ableitung von Hypothesen, die Beschreibung des methodischen Vorgehens und die detaillierte Präsentation sowie Diskussion der statistischen Testergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte sind Rettungsdienst, Schichtsystem, psychische Beanspruchung, Work-Life-Balance, Einsatzfrequenz und quantitative Arbeitsforschung.
Der 24-Stunden-Dienst ist ein hochrelevantes und diskussionswürdiges Thema in der Rettungsdienstpolitik (besonders in NRW), da er einerseits eine flexiblere Schichtgestaltung ermöglicht, aber andererseits mit spezifischen Belastungsprofilen und Forderungen der Einsatzkräfte verbunden ist.
Die Ergebnisse zeigen, dass zwar keine signifikanten Unterschiede in der allgemeinen Beanspruchung zwischen den Systemen vorlagen, Einsatzkräfte im 24-Stunden-Dienst jedoch die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben tendenziell positiver wahrnehmen.
Der Autor weist darauf hin, dass die Stichprobengröße im Vergleich zu anderen Studien eher klein ist und die Ergebnisse aufgrund regionaler Unterschiede in der Gesetzgebung möglicherweise nicht uneingeschränkt auf alle Bundesländer übertragbar sind.
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