Bachelorarbeit, 2021
45 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Iran und die Schia
2.1 Die Spaltung der islamischen Gemeinschaft und die Entstehung der Schia
2.2 Das Imamat und Märtyertum
2.3 Ayatollah Khomeini und der schiitische »Gottesstaat« Iran
3. Saudi-Arabien und die Wahhābīya
3.1 Die Lehren Mohammad Ibn Abdulwahhabs
3.2 Das Massaker von Kerbela 1802
3.3 Die Situation der Schiit:innen im saudisch-wahhabitischen »Gottesstaat«
4. Folgen und Dimensionen des Konflikts
4.1 Irans Außenpolitik und seine politisch-religiösen Akteure
4.2 Saudi-Arabiens Außen- und Sicherheitspolitik
5. Annäherung durch Dialog
6. Fazit
Die Arbeit untersucht den iranisch-saudischen Konflikt unter Berücksichtigung der theologischen Differenzen zwischen dem schiitischen Iran und dem wahhabitisch-sunnitischen Saudi-Arabien. Ziel ist es, die Verflechtung von Religion und Politik im Kontext des regionalen Machtstrebens beider Akteure kritisch zu analysieren und die Möglichkeiten einer Annäherung zu bewerten.
3.1 Die Lehren Mohammad Ibn Abdulwahhabs
Die Geschichte Mohammad Ibn Abdulwahhabs lässt sich heute durch arabische Chronisten und durch seine eigenen Werke nachvollziehen. Der wichtigste Chronist war Hussein Ibn Ghannam. Sein Werk tarikh najd (Die Geschichte Najds) ist die erste Chronik über die Wahhābīya. Er kannte Abdulwahhab persönlich und war ein überzeugter Unterstützer. Ein weiterer bedeutender Geschichtsschreiber war Othman Ibn Abdallah Ibn Bisher al-Hanbali al-Nasiri al-Tamimi. Er war ein Schüler Ibn Ghannams. Zwar kannte er Abdulwahhab nicht persönlich, jedoch kannte er seine engsten Anhänger, die er interviewte. Durch die verschiedenen Werke lässt sich heute das Leben und Wirken Abdulwahhabs rekonstruieren.
Mohammad Ibn Abdulwahhab wurde 1702-03 in Uyaynah in Najd geboren. Dort herrschte die Rechtsschule der Hanbalīya vor. Er stammte aus einer angesehenen Familie von Theologen und Juristen. Nachdem er die Koranschule in Najd abgeschlossen hatte, begab er sich mehrere Jahre auf Studienreise in Mekka, Medina und Irak. Nach dem Tod seines Vaters 1740 politisierte sich Abdulwahhab. Motiviert durch den angeblich moralischen Niedergang des Islams proklamierte er seine Auffassung des Glaubens. Als seine primäre Lehre predigte er die tauhīd (Einzigartigkeit und Einheit Gottes) dabei standen Koran und Sunna im Vordergrund. Das Wort Gottes sollte buchstäblich wiedergegeben werden, dabei galt das Leben der ersten Muslim:innen in Medina und Mekka als Vorbild für makelloses Verhalten eines „wahren“ Muslims. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang den Gelehrten Ibn Taymīya zu. Er ist der wichtigste Vertreter der Hanbalīya. In seinen Werken kritisiert er vor allem Muslim:innen selbst, die nach seiner Auffassung durch bi´da (Erneuerungen) vom „wahren Islam“ der Altvorderen abwichen und dadurch die islamische Gesellschaft schwächten.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Rolle Irans und Saudi-Arabiens als islamische "Gottesstaaten" und führt in die Thematik der religiös-politischen Spannungen sowie die Zielsetzung dieser Untersuchung ein.
2. Der Iran und die Schia: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Grundlagen des schiitischen Islams, die Bedeutung des Imamats und die Etablierung des schiitischen "Gottesstaates" unter Ayatollah Khomeini.
3. Saudi-Arabien und die Wahhābīya: Hier werden die Lehren von Mohammad Ibn Abdulwahhab, die historische Expansion des saudischen Staates und die spezifische Situation der schiitischen Minderheit unter wahhabitischer Dominanz behandelt.
4. Folgen und Dimensionen des Konflikts: Das Kapitel analysiert die rivalisierende Regionalpolitik beider Staaten, den Einsatz nicht-staatlicher Akteure sowie die sicherheitspolitischen Auswirkungen auf die Golfregion.
5. Annäherung durch Dialog: Untersucht werden bisherige Versuche und Formate für einen interreligiösen wie politischen Dialog zur Entspannung der bilateralen Beziehungen zwischen Riad und Teheran.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen, betont die Rolle der theologischen Differenzen bei der Konstruktion gegenseitiger Feindbilder und bewertet die Möglichkeiten einer politischen Entspannung.
Iran, Saudi-Arabien, Schia, Wahhābīya, Islamische Republik, politische Instrumentalisierung, Außenpolitik, Stellvertreterkonflikt, sunnitischer Islam, religiöser Dialog, Identität, Konfliktmanagement, Machtgebiete, Radikalisierung, Minderheitenrechte.
Die Arbeit untersucht die tief verwurzelten Spannungen zwischen dem schiitisch geprägten Iran und dem wahhabitisch-sunnitischen Saudi-Arabien im Kontext ihrer Rolle als konkurrierende Hegemonialmächte in der Region.
Im Zentrum stehen die historischen Ursprünge der theologischen Spaltung, die staatliche Verankerung religiöser Ideologien sowie die außenpolitische Einflussnahme beider Länder auf Konfliktherde wie den Libanon, den Irak, Syrien und den Jemen.
Die Arbeit zielt darauf ab, die komplexe Verflechtung von religiösen Faktoren und politischen Machtinteressen zu dekonstruieren und aufzuzeigen, inwieweit theologische Differenzen als Ursache oder legitimitätsstiftendes Mittel aktueller regionaler Konflikte dienen.
Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Analyse von Primärquellen (z. B. Verfassungstexte, Fatwas) und Sekundärliteratur zu religionswissenschaftlichen und politikwissenschaftlichen Themen, ergänzt durch aktuelle Medienberichte zu zeitgenössischen Entwicklungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der religiösen Staatsideologien beider Länder, die detaillierte Darstellung ihrer Außen- und Sicherheitspolitik sowie die kritische Beleuchtung ihrer gegenseitigen Feindbilder und Stellvertreterkriege.
Wichtige Begriffe sind religiöse Pluralität, regionaler Hegemonialkonflikt, politische Instrumentalisierung der Religion, Minderheitenrechte (insbesondere von Schiit:innen) und Möglichkeiten eines diplomatischen oder interreligiösen Dialogs.
Das historische Ereignis wird als Zäsur in der Beziehung zwischen Schiit:innen und Wahhabit:innen gewertet, da es das fundamentale Misstrauen begründete und bis heute als prägendes Narrativ wechselseitiger religiöser Feindseligkeit dient.
Die Untersuchung macht deutlich, dass die dogmatischen Unterschiede – insbesondere die Ablehnung schiitischer Riten durch wahhabitische Würdenträger – einer religiösen Annäherung entgegenstehen, die von beiden Seiten als Gefahr für die eigene ideologische Reinheit und politische Machtbasis wahrgenommen wird.
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