Diplomarbeit, 2001
130 Seiten, Note: 2,1
1 Risiko- und Schutzfaktoren
1.1 Zusammenhänge zwischen Risiko- und Schutzfaktoren
1.2 Wie sind Risiko- und Schutzfaktoren voneinander abzugrenzen?
1.3 Bedeutung des Umfeldes für die Pathogenese
2 Wirkungsweise von Risikofaktoren
2.1 Risikokumulation
2.2 Dauereinwirkung risikoerhöhender Faktoren
2.3 Chronizität vs. punktuelle Belastung
2.4 Wirkungsweise von biologischen und psychosozialen Risikofaktoren
2.5 Wechselwirkungen von biologischen und psychosozialen Risiken
2.6 Stabilität und Veränderung von Intelligenzmeßwerten
3 Übersicht über ausgewählte Longitudinalstudien und aktueller Stand der Forschung
3.1 Die Kauai-Studie
3.2 Die Rostocker Längsschnittstudie
3.3 Die Mannheimer Risikokinderstudie
3.4 Das Mannheimer Kohortenprojekt
3.5 Die Rochester Longitudinal-Studie
3.6 Ergebnisse weiterer Studien
3.6.1 Kinder aus unvollständigen Familien
3.6.2 Verlust der Eltern durch Tod
3.6.3 Scheidung der Eltern
3.6.4 Stieffamilien
3.6.5 Disharmonische Ehe
3.6.6 Geschwister und Familiengröße
3.6.7 Berufstätige Mutter
3.6.8 Wohnortwechsel
4 Charakteristika des Jugendalters
4.1 Entwicklungsübergang vom Kind zum Erwachsenen als Phase erhöhter Vulnerabilität
4.2 Spezifität der Wirkungweise von kritischen Lebensereignissen im Jugendalter
5 Fragestellung und Hypothesen
6 Methodik
6.1 Ursprung der Humboldt-Studie
6.2 Ziel dieser Analyse der Humboldt-Studie
6.3 Datenerfassung
6.4 Statistisches Vorgehen
6.5 Katalog der Risikofaktoren
7 Datenanalyse
7.1 Beschreibung der Stichprobe
7.1.1 Kind
7.1.2 Familiärer Hintergrund
7.1.3 Sozialer Hintergrund
7.1.4 Kritische Lebensereignisse
7.1.5 Lebensqualität
7.1.6 Anregungsmilieu
7.2 Einzelne Risikofaktoren
7.2.1 Ergebnisse
7.2.2 Interpretation
7.3 Komplexe Risikostrukturen unter Berücksichtigung in dieser Population bereits bekannter Merkmale
7.3.1 Ergebnisse
7.3.2 Interpretation
7.4 Komplexe Risikostrukturen unter Berücksichtigung aktuell in der Literatur untersuchter Merkmale
7.4.1 Ergebnisse
7.4.2 Interpretation
7.5 Zusammenfassende Interpretation der Untersuchungsergebnisse
8 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Einfluss psychosozialer Risikofaktoren auf die Persönlichkeitsentwicklung von körperbehinderten und sehgeschädigten Kindern. Zentrales Ziel ist es, zu analysieren, ob sich die in der Forschung als bedeutsam identifizierten psychosozialen Risiken auch auf diese spezifischen Populationen übertragen lassen und ob sich bei Kindern mit und ohne Behinderung Unterschiede in der Wirkungsweise dieser Faktoren zeigen.
Risikoerhöhende Faktoren
Man unterscheidet zwei große Gruppen von Risikofaktoren: Zur Ersten (LAUCHT et al. 1998) gehören Bedingungen, die sich auf biologische und psychologische Merkmale eines Individuums beziehen. Diese werden als Vulnerabilität oder „kindbezogene Faktoren“ (PETERMANN 1997) bezeichnet. "Die Vulnerabilität gibt die Verletzlichkeit des Kindes gegenüber äußeren (ungünstigen) Einflußfaktoren an. Weitere kindbezogene Faktoren beziehen sich auf genetische Dispositionen" (PETERMANN 1997, S. 12), chronische oder vorübergehende Krankheiten, Behinderungen, sowie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, wie z. B. niedrige Intelligenz, hohe Ablenkbarkeit, schwieriges Temperament und fehlendes Interesse an sozialen Kontakten (ALLHOFF 1994).
Die zweite Gruppe bilden die Bedingungen, die psychosoziale Merkmale der Umwelt des Individuums ausmachen und werden auch Stressoren oder umgebungsbezogene Faktoren genannt (LAUCHT et al. 1998). Umgebungsbezogene- bzw. Risikofaktoren beinhalten sozioökonomische Faktoren und familiäre Belastungen, sowie Faktoren innerhalb des sozialen Umfeldes des Kindes (SCHEITHAUER/PETERMANN 1999), z.B. materielle Notlage, Kriminalität oder psychische Erkrankung eines Elternteils und chronische Disharmonie in der Familie (LAUCHT et al. 1998). Dieser Faktorengruppe wird im Verlauf der vorliegenden Arbeit die größte Aufmerksamkeit gewidmet, da aus ihnen ein Risikoindex erstellt werden soll.
1 Risiko- und Schutzfaktoren: Definiert die Begriffe und diskutiert deren Zusammenhänge und Abgrenzung sowie die Bedeutung des Umfeldes für die kindliche Entwicklung.
2 Wirkungsweise von Risikofaktoren: Behandelt Mechanismen wie Risikokumulation, Chronizität und die Spezifika biologischer versus psychosozialer Belastungen.
3 Übersicht über ausgewählte Longitudinalstudien und aktueller Stand der Forschung: Fasst zentrale internationale Studien zusammen, um den theoretischen Hintergrund der Risikoforschung zu fundieren.
4 Charakteristika des Jugendalters: Analysiert das Jugendalter als Phase erhöhter Vulnerabilität und spezifischer Entwicklungsaufgaben.
5 Fragestellung und Hypothesen: Formuliert die zentralen Annahmen für die empirische Analyse behinderter Kinder im Vergleich zu nicht behinderten Kindern.
6 Methodik: Beschreibt das Design der Humboldt-Studie, die Stichprobe und das statistische Vorgehen bei der Datenauswertung.
7 Datenanalyse: Präsentiert die empirischen Ergebnisse zu Stichprobenmerkmalen, Einzelrisiken und komplexen Risikostrukturen sowie deren Interpretation.
8 Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der theoretischen und empirischen Analyse zusammen.
Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Vulnerabilität, Resilienz, kindliche Entwicklung, körperbehinderte Kinder, sehgeschädigte Kinder, psychosoziale Belastung, Längsschnittstudie, Risikoindex, Familienstruktur, Entwicklungspsychologie, familiäre Umwelteinflüsse, Bewältigungsstrategien, Sozialisation.
Die Diplomarbeit untersucht, wie sich belastende Lebensumstände und psychosoziale Risikofaktoren auf die kognitive und sozial-emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirken.
Die Schwerpunkte liegen auf der Risikoforschung im Kindes- und Jugendalter, der Bedeutung familiärer Umwelteinflüsse und der Frage nach protektiven Schutzfaktoren.
Ziel ist es zu prüfen, ob die in der allgemeinen Forschung als bedeutsam identifizierten psychosozialen Risikofaktoren auch bei körperbehinderten und sehgeschädigten Kindern wirksam sind und welche Rolle dabei die spezifische Behinderung spielt.
Die Arbeit nutzt einen quantitativen Ansatz, basierend auf den Daten der Humboldt-Studie, und wendet statistische Korrelationsanalysen an, um Zusammenhänge zwischen Lebensbedingungen und Entwicklungsindikatoren zu prüfen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition und Wirkung von Risikofaktoren, diskutiert relevante Longitudinalstudien und beleuchtet die besonderen Herausforderungen der Persönlichkeitsentwicklung im Jugendalter.
Wichtige Begriffe sind Risikokumulation, Resilienz, Vulnerabilität, psychosoziale Belastung und pädagogische Entwicklungsbegleitung.
Die Analyse zeigt, dass behinderte Kinder ähnliche Risikostrukturen wie andere Kinder aufweisen, wobei sich ihre Reaktionen hinsichtlich IQ-Wert und Auffälligkeiten oft nicht signifikant von nicht-behinderten Kindern unterscheiden.
Es zeigt sich ein Zusammenhang zwischen beengten Wohnverhältnissen und Beeinträchtigungen, wobei bei behinderten Kindern oft eine komplexe Kausalität (z.B. durch benötigte Spezialausstattung) vorliegt, die schwer isoliert zu bewerten ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

