Examensarbeit, 2009
100 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Hintergrund der Arbeit
1.2 Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Methodische Vorgehensweise
1.4 Forschungsstand im Überblick
2 Historie der Kampfsportarten
2.1 Judo – der sanfte Weg
2.2 Entwicklung des Judos in Deutschland
2.3 Die Grundelemente des Judo
3 Dimensionen der seelischen Gesundheit
3.1 Was versteht man unter Ärger?
3.1.1 Wie entsteht Ärger?
3.1.2 Formen des Ärgers
3.2 Was versteht man unter Aggression?
3.2.1 Wie entsteht Aggression?
3.2.2 Formen der Aggression
3.3 Gegenüberstellung von Ärger und Aggression
4 Aktueller Forschungsstand: Effekte des Judos auf die seelische Gesundheit
4.1 Studie von Reynes & Lorant (2002)
4.2 Studie von Reynes & Lorant (2004)
4.3 Studie von Nosanchuk & MacNeil (1989)
4.4 Studie von Nosanchuk (1981)
4.5 Studie von Nosanchuk & Lamarre (1999)
4.6 Studie von Trulson (1986)
4.7 Studie von Skelton, Glynn & Berta (1991)
4.8 Studie von Daniels & Thornton (1990)
4.9 Studie von Robazza, Bertollo & Bortoli (2006)
4.10 Fazit
5 Aktueller Forschungsstand: Effekte des Fußballs auf die seelische Gesundheit
5.1 Studie von Lemieux, P., McKelvie, S. & Stout, D. (2002)
5.2 Studie von Thomas, S., Reeves, C. & Smith, A. (2006)
5.3 Studie von Coulomb, G. & Pfister, R. (1998)
5.4 Studie von Coulomb, G. & Rascle, O. (2006)
5.5 Fazit:
6 Eigene empirische Untersuchung
6.1 Fragestellung
6.2 Aufbau des Fragebogens
6.2.1 Das State-Trait-Ärgerausdrucks-Inventar
6.2.2 Der „Aggression Questionnaire“
6.2.3 Selbst entwickelter Teil des Fragebogens
6.3 Vorgehensweise der Befragung
6.3.1 Befragung von Judokas (n=40)
6.3.2 Befragung von Fußballern (n=40)
6.4 Ergebnisse: Aggressions- und Ärgerpotential bei Judokas und Fußballern
6.4.1 Wie unterscheiden sich Judokas von Fußballern auf dem State-Trait-Ärgerausdrucks-Inventar?
6.4.2 Wie unterscheiden sich Judokas von Fußballern auf dem Aggression Questionnaire?
6.4.3 Unterschiede im Bezug auf die Körpergröße
6.4.4 Wie beeinflusst die Bildungsstufe Aggression und Ärger?
6.4.5 Aggressive Handlungen vor und seit Trainingsbeginn
6.4.6 Was sind die Trainings- und Motivationsgründe von Judokas und Fußballern?
6.5 Interpretation der Ergebnisse
7 Zusammenfassung und kritische Diskussion
7.1 Aussichten und Implikationen für die Praxis
7.2 Kritik und Würdigung der eigenen Untersuchungsmethode
7.3 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von regelmäßigem Judotraining auf das psychische Wohlbefinden, insbesondere auf Aggressionspotential und Ärgerkontrolle, im direkten Vergleich mit Fußballspielern. Ziel ist es zu ergründen, ob Judotraining Aggressionen abbaut, Selbstbeherrschung fördert und die Kompetenz im Umgang mit Ärger steigert.
3.2.1 Wie entsteht Aggression?
Die Ethnologie, deren bekannteste Vertreter Lorenz (1963) und Eibl-Eibesfeldt (1970) sind, führt Aggression auf einen biologischen Trieb zurück. Lorenz (1963) ist der Meinung, dass unser Organismus habituell aggressive Impulse produziert, welche sich so lange aufstauen, bis eine gewisse Schwelle überschritten wird. Die Folge ist eine Entladung in einer aggressiven Aktion. Im Anschluss herrscht erst einmal Ruhe. Aggressive Impulse stauen sich allerdings langsam wieder an und nach einem gewissen Zeitraum kommt es wieder zu einer aggressiven Handlung. Lorenz (1963) sieht in dem Aggressionstrieb einen arterhaltenden Instinkt. Beide Forscher sind der Meinung, dass diese Energie zur Regulierung des Aggressionstriebes auf Ersatzhandlungen – beispielsweise sportliche Wettkämpfe – umgeleitet werden kann. Die Hypothese der kathartischen Wirkung ist experimentell allerdings nicht haltbar.
Neben diesen triebtheoretischen Ansätzen sind die Frustrations-Aggressions-Hypothese von Dollard et al., sowie die Theorie der aggressiven Hinweisreize von Berkowitz zu nennen (Schlicht und Strauß, 2001). Erstgenannte besagt, dass Reize wie Frustration oder Ärger zu einem aggressiven Verhalten führen. Letztgenannte beinhaltet, dass das Auftreten von Aggressionen wahrscheinlicher ist, wenn erregte Personen Hinweisreize erhalten, die sie mit Aggressionen verbinden. Berkowitz postulierte weiterhin, dass Frustration nicht unweigerlich zu dem Bedürfnis führt, einem anderen lebenden Organismus Schaden zuzufügen. Der Prozess wird vielmehr durch den emotionalen Status des Ärgers vermittelt.
1 Einleitung: Stellt den Hintergrund der Untersuchung dar, definiert die Fragestellung zur Wirkung von Judo und Fußball auf die seelische Gesundheit und umreißt die methodische Vorgehensweise.
2 Historie der Kampfsportarten: Beleuchtet die Entwicklung der Kampfkünste, die Philosophie des Judos und dessen Geschichte sowie die Grundelemente dieses Sports.
3 Dimensionen der seelischen Gesundheit: Analysiert theoretische Definitionen und Entstehungsbedingungen von Ärger und Aggression sowie deren Abgrenzung.
4 Aktueller Forschungsstand: Effekte des Judos auf die seelische Gesundheit: Fasst sportpsychologische Studien zu den Wirkungen von Judotraining zusammen und unterzieht diese einer kritischen Würdigung.
5 Aktueller Forschungsstand: Effekte des Fußballs auf die seelische Gesundheit: Diskutiert einschlägige Studien zur Aggressionsproblematik im Fußball und reflektiert deren Ergebnisse.
6 Eigene empirische Untersuchung: Beschreibt detailliert das Studiendesign, den verwendeten Fragebogen, die Durchführung der Befragung und präsentiert die Analyseergebnisse von Judokas und Fußballern.
7 Zusammenfassung und kritische Diskussion: Synthetisiert die Ergebnisse, leitet Implikationen für die Praxis ab und bewertet kritisch die eigene Untersuchungsmethode.
Judo, Fußball, Aggression, Ärgerkontrolle, Psychologie, Sportpsychologie, Empirische Untersuchung, State-Trait-Ärgerausdrucks-Inventar, Aggressionspotential, Selbstbeherrschung, Kampfsport, Aggressionsbewältigung, Persönlichkeitsentwicklung, Wettkampfsport, Trainingswirkung.
Die Arbeit untersucht, ob Sport, insbesondere Judo, einen positiven Einfluss auf das psychische Wohlbefinden, die Ärgerkontrolle und das Aggressionspotential im Vergleich zu Fußballspielern ausübt.
Das Werk behandelt die psychologischen Aspekte von Ärger und Aggression, die Geschichte des Judos sowie aktuelle sportpsychologische Studien zum Aggressionsverhalten in verschiedenen Sportarten.
Das Ziel ist die empirische Klärung, ob männliche Judokas weniger aggressiv sind und ihren Ärger besser kontrollieren können als männliche Fußballspieler.
Es handelt sich um eine Querschnittstudie, in der Judokas und Fußballer mittels des STAXI (State-Trait-Ärgerausdrucks-Inventar) und des Buss-Perry Aggression Questionnaires befragt wurden.
Im Hauptteil erfolgt eine theoretische Aufarbeitung der Begriffe Ärger und Aggression, eine ausführliche Literaturanalyse zum Forschungsstand beider Sportarten sowie eine eigene empirische Datenerhebung und deren Auswertung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Judo, Fußball, Aggression, Ärgerkontrolle, Sportpsychologie und empirische Untersuchung.
Die Arbeit vermutet, dass Judokas außerhalb der Gewichtsklassen auf der Matte wenig Erfahrung damit haben, sich körperlich Unterlegene gegenüber Größeren behaupten zu müssen, oder dass dies mit einer bewussten Suche nach Kräftemessen in anderen Lebensbereichen zusammenhängt.
Die Studie stellt fest, dass Probanden mit niedrigerem Bildungsabschluss in den meisten Aggressionsvariablen höhere Werte aufweisen, wobei Judo einen überproportionalen Anteil an Sportlern mit höherer Schulbildung aufweist.
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