Diplomarbeit, 2008
142 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
2. Situationsanalyse
2.1 Arbeitsmarkt Pflege
2.1.1 Exkurs Pflegeversicherung
2.1.2 Situation des Pflegemarkts
2.1.3 Perspektiven des Pflegemarkts
2.2 Situationsanalyse der Pflegekräfte
2.2.1 Anforderungs- und Belastungsprofil der Pflegekräfte „heute“
2.2.2 Anforderungs- und Belastungsprofil der Pflegekräfte „morgen“
3. Gegenstandsanalyse
3.1 Begriffseingrenzung Gesundheitsförderung
3.2 Begriffseingrenzung Prävention
3.3 Betriebliche Primärprävention
3.3.1 Motive für eine betriebliche Primärprävention
3.3.2 Primärprävention im Arbeitsmarkt Pflege
4. Theoretische Inhaltsaufbereitung
4.1 Rücken und Rumpf
4.1.1 Aufbau und Funktion der Rückenmuskulatur
4.1.2 Aufbau und Funktion der Rumpfmuskulatur
4.1.3 Risikobilder
4.2 Kraft
4.2.1 Definition der Kraft
4.2.2 Dimensionen der Kraft
4.2.3 Kraft und inter-/intramuskuläre Koordination
4.2.4 Bedeutung der Kraft und inter-/intramuskulären Koordination
4.3 Krafttraining
4.3.1 Dimensionen des Rücken- und Rumpfkrafttrainings
4.3.2 „Sanftes Krafttraining“ nach Mießner (2003)
4.3.3 Anwendbarkeit des „sanften Krafttrainings“
4.4 Stress und Entspannung
4.4.1 Definition und Entstehung von Stress
4.4.2 Definition von Entspannung/Entspannungsreaktion
4.5 Entspannungsverfahren
4.5.1 Entspannungsverfahren – ein Überblick
4.5.2 Die Progressive Muskelrelaxation (PMR)
5. Methodik
5.1 Fragestellung und Hypothesenbildung
5.2 Projektdesign
5.3 Evaluationsinstrumente
5.3.1 Der Pre-Fragebogen
5.3.2 Der Post-Fragebogen
5.3.3 Der Eingangs- und Ausgangstest
5.4 Probandenrekrutierung
5.5 Beschreibung der Aktiv- und Passivgruppe
5.6 Trainingsinhalte
5.7 Problemfelder
5.8 Datenauswertung
6. Ergebnisdarstellung
6.1 Aktivgruppe
6.1.1 Eingangs- und Ausgangstest
6.1.2 Pre- und Post-Fragebögen
6.2 Passivgruppe
6.2.1 Pre- und Post-Fragebögen
6.3 Gruppenvergleich der Pre-Fragebögen
6.4 Gruppenvergleich der Post-Fragebögen
6.5 Projektbewertung
6.6 Drop-out
7. Hypothesenzentrierte Ergebnisinterpretation
8. Diskussion
8.1 Diskussion I – Die Ergebnisse
8.2 Diskussion II – Ausblick
9. Zusammenfassung
Ziel der Arbeit ist es, die Belastungsfähigkeit von Pflegekräften durch ein konzeptionelles Kurzprogramm zur Primärprävention zu steigern, um den physischen und psychischen Anforderungen des Berufsalltags besser zu begegnen. Dabei wird evaluiert, ob ein gesundheitsorientiertes Trainingsprogramm (sanftes Krafttraining kombiniert mit Progressiver Muskelrelaxation) das subjektive Belastungsempfinden der Mitarbeiter positiv beeinflussen kann.
4.3.3 Anwendbarkeit des „sanften Krafttrainings“
Das sanfte Krafttraining stellt die ideale Form des Krafttrainings für Pflegekräfte im Rahmen einer betrieblichen Primärprävention dar. Was es ausmacht und warum es ideal zu sein scheint, wird im folgenden Text deutlich.
Das sanfte Krafttraining basiert, wie im vorherigen Kapitel erwähnt, auf der Annahme, dass jede Person mit unterschiedlicher Motivation, unterschiedlichen Vorraussetzungen, unterschiedlichen vorangegangenen Belastungen, etc…- sprich mit einer unterschiedlichen Tagesform ihr Training absolviert. Daraus leitet sich die Annahme ab, dass dem Übenden nicht ein Trainings-Soll-Wert vorgegeben werden kann, da die Tagesform, teilweise erheblich, die Leistungsfähigkeit der Person beeinflusst.
Genau diese Grundvorrausetzungen finden sich auch bei Pflegekräften im ambulanten Dienst.
Die Belastungen der Angestellten unterscheiden sich dahingehend, dass jeder Mitarbeiter unterschiedliche Patienten mit unterschiedlichen Anforderungen zu versorgen hat. Sie formen maßgebliche die letztendliche „Tagesform“, mit der die Person das Training absolviert.
Zusätzlich ist die Belegschaft recht heterogen in Bezug auf ihre körperlichen Merkmale, was wiederum das Prinzip der individuellen Trainingsgestaltung erfordert.
Ebenfalls entscheidend ist das Schichtdienstsystem. Das bedeutet, dass einige Pflegekräfte noch frisch und ausgeruht vor ihrer Schicht das Trainingsprogramm absolvieren können, andere jedoch schon durch ihren Arbeitstag beeinflusst worden sind.
Daran anknüpfend bietet das sanfte Krafttraining einen weiteren Pluspunkt. Es verzichtet auf eine Trainingsplangestaltung mit unterschiedlichen Übungen und unterschiedlich vorgegebenen Intensitäten für jeden Übenden.
Stattdessen sind die Übenden selbst für sich verantwortlich, d.h. auf Grund ihres eigenen Belastungsempfindens steuern sie ihre Belastung und Trainingsintensität.
Laut Buskies (1999) und Mießner (2003) liegt die effektivste Intensität bei einem Wert von acht bis elf (bezogen auf die RPE-Skala in Abb.10).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die hohen physischen und psychischen Anforderungen des Pflegealltags und skizziert die Notwendigkeit von Primärprävention zur Stärkung der Mitarbeiterressourcen.
2 Situationsanalyse: Dieses Kapitel analysiert den Arbeitsmarkt Pflege, die demographischen Entwicklungen und das daraus resultierende Anforderungs- und Belastungsprofil der Pflegekräfte.
3 Gegenstandsanalyse: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung und Begriffseingrenzung der Primärprävention und Gesundheitsförderung sowie die Herleitung von Motiven für Arbeitgeber.
4 Theoretische Inhaltsaufbereitung: Dieser Hauptteil behandelt die Anatomie von Rücken und Rumpf, die physiologischen Grundlagen der Kraft sowie Ansätze zu Stress und Entspannung als Basis für das Trainingskonzept.
5 Methodik: Der Abschnitt beschreibt das Projektdesign, die Auswahl der Evaluationsinstrumente (Fragebögen und Tests) sowie die Rekrutierung und Beschreibung der Aktiv- und Passivgruppen.
6 Ergebnisdarstellung: Hier werden die erhobenen Daten der Aktiv- und Passivgruppe deskriptiv aufbereitet und die signifikanten Veränderungen der Belastungswerte dargestellt.
7 Hypothesenzentrierte Ergebnisinterpretation: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen und prüft deren statistische Signifikanz.
8 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse kritisch, bewertet die Wirksamkeit des Kurzprogramms und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung der Primärprävention im Pflegesektor.
9 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Eignung des Programms zur Stärkung der Belastungstoleranz von Pflegekräften.
Ambulante Pflege, Primärprävention, Betriebliche Gesundheitsförderung, Rückengesundheit, Rumpfmuskulatur, Sanftes Krafttraining, Progressive Muskelrelaxation, Belastungsprofil, Stressprävention, Pflegenotstand, Belastungssteuerung, RPE-Skala, Arbeitnehmergesundheit.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Evaluation eines konzeptionellen Kurzprogramms zur Primärprävention, um die körperliche und psychische Belastungssituation von Pflegekräften im ambulanten Dienst zu verbessern.
Zu den Kernbereichen zählen die Situationsanalyse des Pflegemarkts, anatomische Grundlagen der Rumpfmuskulatur, trainingswissenschaftliche Prinzipien der Kraft sowie Stress- und Entspannungsmanagement.
Das Hauptziel ist es, die Belastungsfähigkeit der Pflegekräfte in Bezug auf ihre täglichen Arbeitsabläufe durch ein niedrigschwelliges Trainingsprogramm zu erhöhen.
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie ein experimentelles Projektdesign mit Pre- und Post-Fragebögen und standardisierten physischen Eingangstests zur Evaluation.
Der Hauptteil gliedert sich in eine anatomische/physiologische Theoriebildung (Rücken/Rumpf, Kraft, Stress) und die methodische Beschreibung des Trainings (sanftes Krafttraining und PMR) sowie die anschließende Ergebnisauswertung.
Primärprävention, ambulante Pflege, sanftes Krafttraining, Progressive Muskelrelaxation (PMR), Belastungstoleranz und betriebliche Gesundheitsförderung sind die prägenden Begriffe.
Es zeichnet sich durch hohe Flexibilität aus, benötigt keine Geräte, lässt sich individuell auf die Tagesform der Pflegekräfte anpassen und ist somit besonders gut in den Arbeitsalltag integrierbar.
Die PMR fungiert als „Coping-Skill“, um mentale Entlastung zu schaffen und die Wahrnehmung für muskuläre Spannungszustände zu schärfen, was präventiv gegen schmerzhafte Verspannungen hilft.
Die Teilnehmer nahmen das Programm sehr positiv an; sie berichteten von einer verbesserten Körperhaltung, reduzierten Schmerzen und einem allgemeinen Zuwachs an physischer Kraft.
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