Diplomarbeit, 2009
112 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Hintergrundinformationen
2.1 Kosten
2.2 Nutzen
2.3 Berufsausbildung in Deutschland
Duale Berufsausbildung
3. Ökonomie der Berufsbildung
3.1 Die Humankapitaltheorie
3.1.1 Die Humankapitaltheorie nach Becker
3.1.2 Generelles Humankapital
3.1.3 Betriebsspezifisches Humankapital
3.1.4 Grenzen der Humankapitaltheorie bei der Übertragbarkeit auf das betriebliche Ausbildungsverhalten
3.2 Die Finanzierung der Ausbildung nach ökonomischen Theorien
3.2.1 Produktionsorientierte Lehrlingsausbildung
3.2.2 Investitionsorientierte Lehrlingsausbildung
3.2.3 Reputationsansatz
3.2.4 Methoden zur Bestimmung von Ausbildungsstrategien
4. Vorstellung der Studie des BIBB
4.1 Allgemeines zur Studie des BIBB
4.2 Ziele der Studie
4.2.1 Repräsentationsgrad
4.2.2 Durchführung der empirischen Erhebung
4.2.3 Ausfallgründe
5. Darstellung der Kosten der betrieblichen Ausbildung
5.1 Vorgehensweise bei der Erhebung der Ausbildungskosten
5.2 Das Verfahren der Vollkostenrechnung
5.2.1 Personalkosten der Auszubildenden (Vollkostenrechnung)
5.2.2 Personalkosten der Ausbilder (Vollkostenrechnung)
5.2.3 Anlage- und Sachkosten (Vollkostenrechnung)
5.2.4 Sonstige Kosten
5.3 Das Verfahren der Teilkostenrechnung
5.3.1 Allgemeines zur Teilkostenrechnung
5.3.2 Das Problem der Kostenerfassung bei nebenberuflichen Ausbildern
5.4 Zusammenfassung Teil- und Vollkostenrechnung
5.5 Ausbildungserträge während der Ausbildung
5.5.1 Nutzen durch den Auszubildenden
5.5.2 Ermittlung der Ausbildungserträge
6 Die Ergebnisse der Kostenerhebung
6.1 Die Kostenerhebung nach der Vollkostenrechnung
6.2 Die Kostenerhebung nach der Teilkostenrechnung
6.2.1 Teilkosten insgesamt sowie eine Differenzierung zwischen alten und neuen Bundesländern
6.2.2 Teilkosten und Vollkosten nach Ausbildungsbereichen
6.2.3 Teilkosten in Betrieben mit und ohne Lehrwerkstattausbildung
6.2.4 Teilkosten nach Betriebsgrößenklassen
6.2.5 Teilkosten nach Ausbildungsjahren
6.2.6 Teilkosten nach gewerblich-technischen und kaufmännisch-verwaltenden Berufen
7. Der Nutzen der Ausbildung
7.1 Der Nutzenbegriff in der betrieblichen Ausbildung
7.2 Erträge der Auszubildenden während der Ausbildung
7.3 Komparative Kostenvorteile nach der Ausbildung
7.3.1 Personalbeschaffungskosten für extern ausgebildete Fachkräfte
7.3.2 Kosten für Einarbeitung und Anpassungsqualifizierung
7.3.3 Höhere Lohn- und Gehaltskosten durch die Einstellung externer Fachkräfte
7.3.4 Fehlbesetzungsrisiko
7.3.5 Fluktuationskosten
7.3.6 Imageverlust
7.4 Einschätzung der Betriebe über Quantität und Qualität der Fachkräfte auf dem externen Arbeitsmarkt
7.4.1 Stellenwert externer Rekrutierung
7.4.2 selbst ausgebildete vs. extern rekrutierte Fachkräfte
7.5 Bewertung des Ausbildungsnutzens durch ausbildende Betriebe
7.6 Zufriedenheit der Betriebe mit dem Verhältnis von Kosten und Nutzen der eigenen Ausbildung
7.7 Ausbildung aus Sicht nicht ausbildender Betriebe
8. Gesamtbetrachtung
Die Arbeit untersucht die ökonomische Sinnhaftigkeit der betrieblichen Berufsausbildung unter Berücksichtigung der Kosten-Nutzen-Relation. Das primäre Ziel besteht darin, auf Basis der ökonomischen Theorie sowie empirischer Daten des BIBB zu eruieren, ob eine Ausbildungstätigkeit für Betriebe investitionsorientiert sinnvoll ist oder ob sie als produktionsorientiertes Modell eher kurzfristigen Nutzen stiftet, um so die Eingangsfrage nach dem „Warum“ der betrieblichen Ausbildung zu beantworten.
3.2.1 Produktionsorientierte Lehrlingsausbildung
Kennzeichnend für die produktionsorientierte Berufsausbildung ist das Merkmal, dass nach der Ausbildung keine Nettokosten vorhanden sind. Das heißt, dass die produktiven Leistungen der Auszubildenden höher sind als die mit der Ausbildung verbundenen Kosten. Eine genaue Beschreibung der Berechnungen der Ausbildungserträge sind in Kapitel 5.4.2 zu finden (vgl. Kap. 5.4.2).
Ob ein Betrieb produktionsorientiert ausbildet, kann vor der Ausbildung nicht genau festgestellt werden, da die erwarteten Nettokosten nicht genau eingeschätzt werden können. Bei einer produktionsorientierten Ausbildung erbringt der Auszubildende eine produktive Mindestleistung. Diese befindet sich laut Mühlemann (2007) auf gleichem Niveau wie bei ungelernten Arbeitskräften. Der Grund liegt darin, dass Auszubildende während ihrer Ausbildung dem Arbeitgeber oft auf Grund außerbetrieblicher Maßnahmen, wie zum Beispiel Berufsschule, nicht zur Verfügung stehen. Dabei wird von einem Berufsschulanteil von ca. zwölf Stunden pro Woche ausgegangen (vgl. Rebmann et al. 2005, S. 58). Die Entlohnung des Auszubildenden liegt während der Ausbildung unter der eigentlichen Grenzproduktivität des Auszubildenden. Dies wird mit den Kosten begründet, die dem Betrieb während der Ausbildung entstehen. Der Auszubildende bekommt somit lediglich eine Ausbildungsvergütung, die gleich der Nettoproduktivität ist (vgl. Kap. 3.1.4). Darüber hinaus ist laut Faix zu beachten, dass „Lernen eine [...] der produktiven Ressourcen bindet.“ (Faix, 2006, S. 1)
Nach Mühlemann (2007) kann der Fall eintreten, dass die produktive Arbeitsleistung die Kosten der Ausbildung überschreitet. Das bedeutet, dass der Betrieb durch die produktive Leistung des Auszubildenden einen Gewinn erzielt. Es ist theoretisch möglich, dass eine produktionsorientierte Ausbildung ohne Ausbildungsabsicht durchgeführt wird „und [...] der Substitution von tiefqualifizierten Arbeitskräften durch Lernende dient.“ (Mühlemann et al. 2007 S. 21). Danach findet nach Kempf (1985, S. 66) neben dem Lernen am Arbeitsplatz keine Vermittlung von Humankapital statt, so dass nicht von einer Ausbildung im engeren Sinne ausgegangen werden kann (Kempf, 1985, S. 66).
1. Einleitung: Beleuchtet die Ausgangslage auf dem Ausbildungsmarkt und leitet die Fragestellung nach der ökonomischen Sinnhaftigkeit der betrieblichen Ausbildung ab.
2. Hintergrundinformationen: Definiert die zentralen Begriffe "Kosten" und "Nutzen" im betriebswirtschaftlichen Kontext und gibt einen Überblick über das deutsche Berufsausbildungssystem.
3. Ökonomie der Berufsbildung: Erläutert theoretische Grundlagen wie die Humankapitaltheorie und Finanzierungsmodelle (produktions- vs. investitionsorientiert) für die Ausbildung.
4. Vorstellung der Studie des BIBB: Beschreibt das Forschungsprojekt des BIBB sowie dessen Ziele, Aufbau und methodische Vorgehensweise bei der empirischen Erhebung.
5. Darstellung der Kosten der betrieblichen Ausbildung: Erörtert die methodischen Ansätze der Voll- und Teilkostenrechnung sowie die Vorgehensweise bei der Erfassung von Ausbildungserträgen.
6 Die Ergebnisse der Kostenerhebung: Analysiert die empirischen Daten zur Kostenstruktur differenziert nach Voll- und Teilkostenrechnung, Bundesländern und Branchen.
7. Der Nutzen der Ausbildung: Untersucht die qualitativen und komparativen Nutzenaspekte wie Rekrutierungsvorteile, Risikominimierung und Reputation.
8. Gesamtbetrachtung: Führt die theoretischen und empirischen Ergebnisse zusammen, um die abschließende Antwort auf die Forschungsfrage zu formulieren.
Berufsausbildung, Humankapitaltheorie, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Nettokosten, Bruttokosten, Ausbildungserträge, betriebsspezifisches Humankapital, Rekrutierungskosten, Fachkräftemangel, Reputationsansatz, Investitionsorientierung, Produktionsorientierung, duale Ausbildung, BIBB-Studie.
Die Arbeit untersucht, ob es für Unternehmen ökonomisch rational ist, junge Menschen in der dualen Berufsausbildung auszubilden, indem sie Kosten und Nutzen dieser Investition gegenüberstellt.
Die Arbeit fokussiert sich auf die ökonomische Begründung betrieblicher Ausbildung durch die Humankapitaltheorie, die methodische Abgrenzung von Voll- und Teilkosten sowie den direkten Vergleich zwischen Ausbildungskosten und Rekrutierungskosten.
Die zentrale Frage lautet, ob Betriebe aus ökonomischer Sicht ausbilden sollen oder ob es für sie rationaler ist, auf externe Rekrutierung von Fachkräften auszuweichen.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse ökonomischer Theorien sowie auf die systematische Auswertung einer groß angelegten empirischen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Berufsbildungsökonomie, eine detaillierte Erläuterung der Kostenarten und -rechnungsverfahren sowie eine umfassende Analyse der empirischen Ergebnisse bezüglich Kosten und Nutzen.
Die wichtigsten Begriffe sind betriebliche Ausbildung, Kosten-Nutzen-Rechnung, Humankapital, Nettokosten, Investitions- und Produktionsorientierung sowie Fachkräftemangel.
Betriebe wählen diesen Weg, weil sie nach der Ausbildung den Fachkräftebedarf aus eigenem Hause decken und so die langfristige Produktivität sichern wollen, was insbesondere bei komplexen Berufen mit hohem Bedarf an betriebsspezifischem Wissen vorteilhaft ist.
Die Arbeit zeigt, dass größere Betriebe häufiger in kostspielige Infrastruktur wie Lehrwerkstätten investieren und die Ausbildung als strategische Zukunftsinvestition betrachten, während kleinere Betriebe die Kostenbelastung oft skeptischer bewerten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

