Masterarbeit, 2022
80 Seiten, Note: 1,3
A. Einleitung
I. Problemstellung und Zielsetzung
II. Gang der Untersuchung
B. Theoretische Grundlagen
I. Geschäfts- oder Firmenwert nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechts (HGB)
1. Begriffsabgrenzung und Rechtsnatur
2. Entstehung des GoF als Folge der Kapitalkonsolidierung
a) Vorbemerkung
b) Methodik der Kapitalkonsolidierung nach der Erwerbsmethode
3. Bilanzielle Behandlung des GoF nach HGB
a) Ansatz, Bewertung und Ausweis
b) Folgebewertung
II. Goodwill nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS)
1. Wesen und bilanzielle Behandlung des Goodwill
2. Goodwillermittlung − Erstmaliger Wertansatz und Folgebehandlung
a) Ermittlungsmethode nach IFRS 3
b) Full Goodwill Methode vs. Neubewertungsmethode
c) Folgebewertung
III. Zwischenvergleich: Synopse der Goodwillbilanzierung nach HGB und IFRS
C. Werthaltigkeitstest des Geschäfts- oder Firmenwertes nach DRS 23
I. Überblick über DRS 23
II. Grundkonzeption des Werthaltigkeitstests nach DRS 23
1. Zeitpunkt der Durchführung des Werthaltigkeitstests
2. Vorgehensweise nach dem Standardverfahren
3. Aufteilung des Geschäfts- oder Firmenwertes auf Geschäftsfelder
4. Wertaufholung
III. Alternatives Verfahren
D. Konzeption und bilanzielle Auswirkungen des Impairment Tests nach IAS 36
I. Überblick über IAS 36
II. Konzeption des Goodwill Impairment Tests
1. Pflicht zur Durchführung des Impairment Test
2. Pflicht zur Überprüfung einer möglichen Wertaufholung
3. Systematik des Impairment Tests
III. Wertkategorien des erzielbaren Betrags
1. Beizulegender Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten
2. Nutzungswert
IV. Verteilung des Goodwill auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten
1. Vorbemerkung
2. Abgrenzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
3. Goodwill Allokation auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten
V. Bilanzielle Erfassung einer Wertminderung
1. Verteilung des Wertminderungsaufwands
2. Berücksichtigung nicht-beherrschender Anteilen
E. Vergleichende Analyse und daraus resultierende Konsequenzen
I. Fallbeispiele zur Prüfung und Ermittlung des Abschreibungsbedarfs
1. Vorbemerkung
2. Ermittlungsmethode nach DRS 23
3. Ermittlungsmethode nach IAS 36
II. Vergleich hinsichtlich der Konzeption des Impairment Tests
1. Anhaltspunkte
2. Bewertungsobjekt (Werthaltigkeitstestebene des Goodwill)
3. Verteilung des Geschäfts- oder Firmenwertes
III. Vergleich hinsichtlich der Behandlung der zwischenzeitlich entstandenen stillen Reserven und Lasten
IV. Vergleich hinsichtlich bilanzpolitischer Ermessensspielräume
F. Aktuelle Themen zur Folgebilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes
I. IASB Discussion Paper DP/2020/1 „Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment”
II. Ukraine Krieg und seine Auswirkungen
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das primäre Ziel, die Konzeptionen und bilanziellen Auswirkungen des Goodwill Impairment Tests nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IAS 36) sowie dem deutschen Rechnungslegungsstandard (DRS 23) vergleichend zu analysieren und kritisch zu würdigen.
B. Theoretische Grundlagen
Für die Bilanzierung im Handelsrecht ist − abhängig von der Entstehungsweise − eine Unterscheidung zwischen einem selbst geschaffenen (originären) und einem entgeltlich erworbenen (derivativen) Geschäfts- oder Firmenwert (GoF) vorzunehmen. Gemäß § 246 I S.4 HGB ist der derivative GoF einem zeitlich begrenzt nutzbaren Vermögensgegenstand (VG) gleichgestellt, womit handelsrechtlich eine Aktivierungspflicht besteht. Anders verhält es sich mit dem durch die eigene Geschäftstätigkeit geschaffenen GoF. Für diesen besteht mangels gesetzlicher Fiktion ein Bilanzierungsverbot.
Die Definition des derivativen GoF ergibt sich ebenfalls aus § 246 I S.4 HGB als die positive Differenz aus der für die Übernahme eines Unternehmens bewirkten Gegenleistung und dem Wert der einzelnen VG des Unternehmens abzüglich der Schulden im Zeitpunkt der Übernahme. Damit stellt der GoF als Residualgröße jenen Bestandteil des Kaufpreises dar, der über den Zeitwert des Reinvermögens (Vermögen abzüglich Schulden) des übernommenen Unternehmens hinausgeht. Ähnlicher Ansicht ist auch der BFH, nach dessen Rechtsprechung der GoF sich als den Mehrwert definiert, den ein Unternehmen für das übernommene Unternehmen über dessen Substanzwert der einzelnen materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter abzüglich der Schulden hinaus zu zahlen bereit ist. Er drückt damit die Aussicht auf Gewinnchancen aus, die durch die besonderen Vorteile des Unternehmens begründet sind. Dazu gehören beispielsweise der Ruf des Unternehmens, der Kundenkreis und die Unternehmensorganisation.
A. Einleitung: Die Einleitung definiert das Problem des derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts, die methodische Differenz zwischen HGB und IFRS und setzt das Ziel der kritischen vergleichenden Analyse.
B. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Definition und Entstehung des Geschäfts- oder Firmenwerts nach nationalen HGB-Vorschriften und internationalen IFRS-Regelungen.
C. Werthaltigkeitstest des Geschäfts- oder Firmenwertes nach DRS 23: Das Kapitel widmet sich der Grundkonzeption des Werthaltigkeitstests nach DRS 23 sowie den Standard- und alternativen Verfahren zur Ermittlung des Abschreibungsbedarfs.
D. Konzeption und bilanzielle Auswirkungen des Impairment Tests nach IAS 36: Hier wird der Impairment Test nach IAS 36 detailliert dargelegt, inklusive der Bestimmung des erzielbaren Betrags und der Goodwill-Allokation auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten.
E. Vergleichende Analyse und daraus resultierende Konsequenzen: Die Analyse vergleicht anhand von Fallbeispielen und Kriterien wie Bewertungsobjekt, Abschreibungsbedarf und bilanzpolitische Spielräume die beiden Standards miteinander.
F. Aktuelle Themen zur Folgebilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes: Der abschließende Hauptteil diskutiert das IASB-Diskussionspapier zum Thema Goodwill sowie die Auswirkungen externer Krisen wie den Ukraine-Krieg auf die Werthaltigkeitsrechnung.
Geschäfts- oder Firmenwert, GoF, Goodwill, Impairment Test, IAS 36, DRS 23, Kapitalkonsolidierung, Werthaltigkeit, bilanzielle Behandlung, Folgebilanzierung, Erwerbsmethode, zahlungsmittelgenerierende Einheit, ZGE, Zeitwert, Full Goodwill Methode
Die Arbeit befasst sich mit dem Management und der bilanziellen Erfassung des Geschäfts- oder Firmenwerts (Goodwill) und untersucht, wie Wertminderungen nach deutschen (DRS 23) und internationalen Standards (IAS 36) festgestellt werden.
Die zentralen Themen sind die initialen Bewertungsansätze für den Goodwill, die verschiedenen Werthaltigkeitstestverfahren, die Allokation auf Geschäftsfelder beziehungsweise zahlungsmittelgenerierende Einheiten sowie der Vergleich der bilanzpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten.
Ziel ist es, die unterschiedlichen Konzeptionen zur werthaltigkeitsorientierten Abschreibung nach DRS 23 und dem Impairment Only Approach nach IAS 36 systematisch gegenüberzustellen und kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine vergleichende Analyse der Rechnungslegungsstandards, ergänzt durch Fallbeispiele, um die Auswirkungen unterschiedlicher Berechnungsverfahren auf den ausgewiesenen Buchwert des Goodwills zu verdeutlichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Goodwills, die detaillierte Darstellung des Werthaltigkeitstests nach DRS 23 und IAS 36, eine vergleichende Analyse der Konsequenzen sowie aktuelle regulatorische Debatten durch das IASB.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Konzepte der Kapitalkonsolidierung, des Impairment Only Approach, des erzielbaren Betrags, der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie des Goodwill-Synergiepotenzials geprägt.
In der modifizierten Alternative des DRS 23 werden wesentliche stille Reserven und Lasten explizit bei der Ermittlung des außerplanmäßigen Abschreibungsbedarfs berücksichtigt, was zu einer genaueren Annäherung an das Standardverfahren führt.
Während IAS 36 zwingend auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (ZGE) abzielt, bleibt DRS 23 stärker auf die rechtliche Einheit fokussiert, wobei die Aufteilung auf Geschäftsfelder im deutschen Standard lediglich als Empfehlung formuliert ist.
Externe Ereignisse wie die Corona-Pandemie oder der Ukraine-Krieg können Triggering Events darstellen, welche Unternehmen zur sofortigen Überprüfung der Werthaltigkeit ihres Goodwills verpflichten, obwohl empirische Analysen eine gewisse Trägheit in der Goodwill-Abwertung zeigen.
Kritisiert wird, dass der aktuelle Impairment Only Approach (IOA) zu komplex und kostspielig sei und Wertminderungen oft zu spät oder in zu geringer Höhe erfasst werden, weshalb sie sich für eine Rückkehr zur planmäßigen Abschreibung aussprechen.
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