Bachelorarbeit, 2021
133 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Sicherstellung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung
2.1 Ambulante Versorgungsformen
2.2 Bedarfsplanung
2.3 KV: Vorgaben und praktische Umsetzung
2.4 Hausärztliche Versorgung als Schwerpunkt
2.4.1 Begriffsabgrenzung hausärztliche Versorgung
2.4.2 Aktuelle Situation: Entwicklung zu einer Unterversorgung?
2.4.3 Strukturdefizitäre Regionen
3. Digitalisierung im Gesundheitswesen
3.1 Begriffsabgrenzungen
3.2 Aktuelle Situation und Entwicklungen
4. Videosprechstunde als Schwerpunkt
4.1 Begriffsdefinition und -abgrenzung
4.2 Anforderungen an die Implementierung
4.3 Prozessintegration der Videosprechstunde
4.3.1 Ablauf in der Praxisorganisation
4.3.2 Übersicht zur Vergütung und Abrechnung
5. Forschungsstand zu der Akzeptanz von Videosprechstunden
6. Akzeptanzmodelle
6.1 Technology Acceptance Model
6.2 Value-based Adoption Model
7. Methodisches Vorgehen
7.1 Untersuchungsdesign
7.1.1 Forschungsmethode – Empirische Studie
7.1.2 Stichprobenziehung
7.1.3 Vorgehen Datenerhebung
7.2 Datenanalyse
7.2.1 Qualitative Datenanalyse nach Mayring
7.2.2 Datenauswertung
8. Empirische Ergebnisse
9. Diskussion der empirischen Ergebnisse
9.1 Anbindung an die Forschungen aus dem bestehenden Diskurs
9.2 Anwendbarkeit der Akzeptanzmodelle und Gütebeurteilung
9.3 Interpretation und Zusammenfassung der Ergebnisse für die Praxis
10. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht qualitative Faktoren, welche die Akzeptanz von Videosprechstunden bei niedergelassenen Hausärzten beeinflussen, um Strategien gegen die drohende medizinische Unterversorgung in ländlichen Regionen zu entwickeln.
4.1 Begriffsdefinition und -abgrenzung
Die Videosprechstunde stellt eine telemedizinisch gestützte Betreuung von Patienten in Echtzeit dar, welche von Vertragsärzten als synchrone Kommunikation angeboten werden kann (Deutscher Bundestag, 2016). Bei der Behandlung zwischen dem untersuchenden Arzt und seinem Patienten besteht kein unmittelbarer Kontakt (Bundesärztekammer, 2015). Die Videosprechstunde ermöglicht eine Behandlung über räumliche Distanzen (Jorzig & Sarangi, 2020). Die Konsultation erfolgt mit der von dem Patienten zur Verfügung stehenden technischen Ausstattung. Der Einsatz von technischen Hilfsmitteln wie Bild- und Tonaufzeichnungen werden zur Überwindung der räumlichen Distanz verwendet. Eine freiwillige Teilnahme wird vorausgesetzt (Kassenärztliche Bundesvereinigung, 2020a).
Seit dem 1. April 2017 dürfen Hausarztpraxen den Arzt-Patienten Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde durchführen und abrechnen. Die Verwendung der Videosprechstunde knüpft an mehrere Anforderungen an (Deutscher Bundestag, 2018). Die Anforderungen für die Durchführung telemedizinischer Anwendungen werden in der von der KBV und dem Spitzenverband der Krankenkassen geschlossenen Vereinbarung zum BMV-Ä geregelt. Die Vereinbarung findet in der vertragsärztlichen Versorgung Anwendung (Kassenärztliche Bundesvereinigung, 2016). Die Anforderungen an den Vertragsarzt sowie an den Videosprechstundenanbieter lassen sich daraus ableiten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medizinische Unterversorgung als gesellschaftliche Herausforderung und definiert die Reanz der Videosprechstunde als digitale Alternative.
2. Sicherstellung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung: Dieses Kapitel erläutert den gesetzlichen Rahmen der Bedarfsplanung sowie die aktuelle demografische Situation der Ärzteschaft in Deutschland.
3. Digitalisierung im Gesundheitswesen: Hier werden zentrale Begriffe wie Telemedizin und Telematikinfrastruktur definiert und in den Kontext der aktuellen digitalen Transformation des Gesundheitssektors eingeordnet.
4. Videosprechstunde als Schwerpunkt: Dieses Kapitel detailliert Definition, Anforderungen an die Implementierung sowie die organisatorische Prozessintegration und Abrechnungsmodalitäten.
5. Forschungsstand zu der Akzeptanz von Videosprechstunden: Eine Literaturübersicht bestehender internationaler und nationaler Studien, aus der sich die Forschungsfrage der Arbeit ableitet.
6. Akzeptanzmodelle: theoretische Grundlagen der Technologieakzeptanz (TAM) und des erweiterten Value-based Adoption Model (VAM) zur Erklärung der Nutzungsintention.
7. Methodisches Vorgehen: Beschreibung des qualitativen Forschungsdesigns, der Datenerhebung mittels halbstandardisierter Experteninterviews sowie der Inhaltsanalyse nach Mayring.
8. Empirische Ergebnisse: Wertungsneutrale Darstellung der Kernergebnisse aus der Expertenbefragung.
9. Diskussion der empirischen Ergebnisse: Interpretation der Daten im Forschungskontext, Abgleich mit der Literatur sowie Handlungsempfehlungen für die Praxis.
10. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der digitalen hausärztlichen Versorgung.
Unterversorgung, Hausarzt, Videosprechstunde, Digitalisierung, Telemedizin, Telematikinfrastruktur, Akzeptanzmodelle, Qualitatives Interview, Bedarfsplanung, Gesundheitswesen, Patientenbetreuung, Implementierung, Honorierung
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren die Nutzung und Akzeptanz von Videosprechstunden unter Hausärzten beeinflussen, um diese als Strategie gegen drohende medizinische Unterversorgung in ländlichen Regionen zu evaluieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der hausärztlichen Bedarfsplanung, der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens (insb. Telematikinfrastruktur) und der konkreten Implementierung der Videosprechstunde in der Praxis.
Das Ziel ist es, Akzeptanzbarrieren und Förderfaktoren bei Hausärzten zu identifizieren sowie Handlungsempfehlungen für eine breitere Implementierung dieser digitalen Betreuungsform abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einem qualitativen Forschungsdesign. Es wurden halbstandardisierte Experteninterviews mit Hausärzten geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse digitaler Versorgungsstrukturen sowie eine empirische Untersuchung, in der die Sichtweisen von Hausärzten hinsichtlich technischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Aspekte analysiert werden.
Die zentralen Schlüsselbegriffe sind hausärztliche Unterversorgung, Videosprechstunde, Telemedizin, Akzeptanzmodelle und digitale Transformation im Gesundheitswesen.
Die Pandemie fungierte als zentraler Katalysator für die Implementierung der Videosprechstunde, da sie den Schutz von Patienten und Ärzten vor Ansteckung priorisierte und die Fernbehandlung in den Fokus rückte.
Die Vergütung wird zwar als wichtiges Argument für die Nutzung genannt, jedoch zeigen die Interviews, dass sie allein nicht ausreicht; Faktoren wie die technische Zuverlässigkeit und der Zeitaufwand bei der Implementierung wiegen schwerer.
Hausärzte betonen, dass körperliche Untersuchungen, der Aufbau von Vertrauen und die Behandlung komplexer oder hochinfektiöser bzw. emotionaler Fälle den direkten Patientenkontakt notwendig machen, weshalb die Videosprechstunde als Ergänzung, nicht als vollständiger Ersatz betrachtet wird.
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