Bachelorarbeit, 2022
41 Seiten, Note: 2,0
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Die Arbeit vergleicht die Moral in Grimms Märchen „Sneewittchen“ und Disneys „Snow White and the Seven Dwarfs“, um herauszufinden, inwiefern sich die unterschiedliche Art des Todes der Stiefmutter auf die Interpretation des „Happy End“ auswirkt. Dabei werden die Darstellungen der Stiefmutter und Snow White in beiden Werken untersucht und im Kontext der Selbstverwirklichungsphasen analysiert.
Kapitel 1: Einleitung
Die Einleitung stellt den Kontext des Vergleichs zwischen Grimms „Sneewittchen“ und Disneys „Snow White and the Seven Dwarfs“ dar und beleuchtet den Erfolg beider Werke in ihren jeweiligen historischen Kontexten. Sie führt in die Thematik des Happy Ends ein und stellt die Frage nach der Moral der Geschichten im Hinblick auf das Sterben der Stiefmutter.
Kapitel 2: Die böse Stiefmutter
Dieses Kapitel untersucht die Darstellung der Stiefmutter in beiden Werken. Es werden die unterschiedlichen Aspekte ihrer Persönlichkeit und ihre Motivationen beleuchtet und miteinander verglichen.
Kapitel 3: Die Selbstverwirklichungsphasen
Dieses Kapitel analysiert die Selbstverwirklichungsphasen von Snow White in beiden Werken im Kontext der Auseinandersetzung mit ihrer Stiefmutter. Es werden die unterschiedlichen Formen der Bekämpfung des Bösen untersucht und die Bedeutung des Prinzen für das Happy End beleuchtet.
Die Arbeit fokussiert auf die Schlüsselbegriffe Moral, Happy End, Selbstverwirklichung, Stiefmutter, Snow White, Grimms Märchen, Disney-Verfilmung und die entsprechenden Interpretationen im Kontext der beiden Werke. Die Analyse bezieht sich auf die Figurencharakterisierung, die Handlungsstrukturen und die unterschiedlichen Interpretationen des Sterbens der Stiefmutter.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Art des Todes der Stiefmutter und der aktiven bzw. passiven Rolle von Snow White bei der Bekämpfung des Bösen.
Während Disney das Happy End explizit ankündigt ("happily ever after"), hinterfragt die Arbeit kritisch, ob bei Grimm durch die Grausamkeit am Ende wirklich von einem reinen Happy End gesprochen werden kann.
Mithilfe des Modells wird geprüft, ob Snow White eine echte psychologische Selbstverwirklichung durchläuft oder lediglich ein Symbol für das Gute bleibt.
Sie wird als Verkörperung des Bösen, als eitle Rivalin ("die Schönste im Land") und als Hexe der schwarzen Magie analysiert.
Das Zwergenhaus wird als eine der Selbstverwirklichungsphasen betrachtet, in der Snow White lernt, sich in einer neuen sozialen Struktur zu behaupten.
In der Moral beider Märchenfassungen ist der Tod des Bösen die Voraussetzung für die glückliche Zukunft des Guten und markiert den Abschluss des Reifeprozesses.
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