Bachelorarbeit, 2017
66 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition und Beschreibung des Vorurteils
2.2 Die Entstehung des Vorurteils – Theorien und Prozesse
2.2.1 Kategorisierung
2.2.2 Theorie der sozialen Identität
2.2.3 Intergroup Threat Theory
2.3 Definition der Motivation und Implikationen
2.3.1 Begriffsklärung Motivation und Motive
2.3.3 Selbstbestimmungstheorie der Motivation
2.3.4 Kontakthypothese
2.4 Verhalten im Kontext des Intergruppenkontakts
2.5 Häufig angewandte Messverfahren
2.5.1 Skalen zur Messung der Motivation zu vorurteilsfreiem Verhalten
2.5.2 Messung impliziter Einstellungen
2.6 Fragestellungen
3 Methodik
3.1 Datenbasis
3.2 Suchbegriffe
3.3 Ein- und Ausschlusskriterien
3.4 Anmerkung zu den Skalen für die Motivationsmessung
4 Ergebnisse
4.1 Bedrohung, Vorurteilsentstehung und Motivation (F 1)
4.1.1 Nichtrauchende und rauchende Personen
4.1.2 Kanadier/-innen und arabische Muslime
4.1.3 Unterschiedliche Ethnien
4.2 Positive Fremdgruppenbeziehung gegen Vorurteile (F 2)
4.2.1 Direkter Kontakt
4.2.2 Vorgestellter Kontakt
4.3 Höhere internale bzw. selbstbestimmte Motivation (F 3)
4.3.1 In Verbindung mit persönlichen Merkmalen und Überzeugungen
4.3.2 Fremdgruppenakzeptanz und Kontakt
4.3.3 Interventionen
4.4 Aussagekraft der Vorurteilsregulation in Interventionen (F 4)
5 Diskussion
5.1 Strukturmodell und Interpretation der Ergebnisse
5.1.1 Vorurteilskontrolle bzw. -abbau durch Motivation bei Bedrohung
5.1.2 Vorurteilskontrolle bzw. -abbau durch positiven Kontakt
5.1.3 Erhöhende Faktoren für die internale bzw. selbstbestimmte Motivation
5.1.4 Aussagekraft der Motivation über die Wirksamkeit von Interventionen
5.2 Einschränkungen und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht systematisch den Zusammenhang zwischen der internalen bzw. selbstbestimmten Motivation zur Vorurteilskontrolle und verschiedenen Faktoren wie Intergruppenbedrohung und Kontakt zu Fremdgruppen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis des Zusammenspiels von Personen- und Situationsmerkmalen bei der Regulation von Vorurteilen in einer diversen Gesellschaft zu gewinnen.
2.2.3 Intergroup Threat Theory
An dieser Stelle wird Bezug auf die eingangs unter 2.1 erwähnte Bedrohung genommen, die augenscheinlich von der Fremdgruppe ausgeht und laut den Autoren häufig offene Vorurteile zur Folge hat (Pettigrew & Meertens, 1995; Zick et. al, 2011). Um die Vorurteilsentstehung durch wahrgenommene Intergruppenbedrohung näher zu erläutern, folgt die Darstellung der Intergroup Threat Theory von Stephan und Mealy (2011). Diese sieht realisierte Bedrohungen, die von der Fremdgruppe ausgehen sollen, als Nährboden für Vorurteile und Intergruppenkonflikte. Vier grundlegende Arten von Bedrohungen gelten hier als Auslöser für Spannungen zwischen Gruppen. Diese können wiederum entlang von zwei Dimensionen variieren. Dabei bezieht sich die erste Dimension darauf, ob die Bedrohung realistische, das Wohlergehen der Eigengruppe betreffende oder symbolische, immaterielle Schäden in der Eigengruppe verursacht. Die Bedrohung des politischen Systems, ökonomische oder physische Bedrohungen sind als Beispiele für realistische Schäden anzuführen. Symbolische Schäden können dagegen etwa durch die Bedrohung der Eigengruppenidentität, wie Werte, Überzeugungen, Normen oder die Lebensweise dargestellt werden. Die zweite Dimension veranschaulicht, ob die Bedrohung als die gesamte Eigengruppe betreffend erscheint oder an einzelne Mitglieder gerichtet ist. Kombiniert ergeben sich aus diesen beiden Dimensionen vier Arten von Bedrohungen:
x Realistische Gruppenbedrohung (realistic group threats)
x Symbolische Gruppenbedrohung (symbolic group threats)
x Realistische individuelle Bedrohung (realistic individual threats)
x Symbolische individuelle Bedrohung (symbolic indiviual threats)
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ein und begründet die Relevanz der Untersuchung menschlicher Motivation zur Vorurteilskontrolle.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Vorurteil und Motivation und erläutert theoretische Ansätze wie die Intergroup Threat Theory und die Selbstbestimmungstheorie.
3 Methodik: Es wird das Vorgehen bei der systematischen Literaturrecherche beschrieben, einschließlich der Suchbegriffe sowie der Ein- und Ausschlusskriterien für die Primärstudien.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse der zwanzig selektierten Studien werden nach den Forschungsfragen sortiert und chronologisch dargestellt, um Zusammenhänge zwischen Motivation und Vorurteilskontrolle aufzuzeigen.
5 Diskussion: In der Diskussion werden die Studienergebnisse anhand eines Strukturmodells interpretiert, Forschungslücken identifiziert und Einschränkungen sowie ein Ausblick für zukünftige Arbeiten formuliert.
Vorurteilskontrolle, Internale Motivation, Selbstbestimmungstheorie, Intergruppenkontakthypothese, Intergroup Threat Theory, Stereotypisierung, Vorurteilsreduktion,Diversitätstraining, Implizite Einstellungen, Motivationspsychologie, Fremdgruppenakzeptanz, Sozialpsychologie, Persönlichkeitsmerkmale, Interethnische Angst, Kognitiv-affektives Persönlichkeitssystem.
Die Arbeit untersucht, wie Menschen ihre Vorurteile kontrollieren und welche Rolle dabei die internale (selbstbestimmte) Motivation spielt. Sie beleuchtet, wie äußere und innere Gegebenheiten diesen Prozess beeinflussen.
Die zentralen Themen sind Vorurteilsforschung, Motivationspsychologie, Intergruppenbeziehungen, sowie die Rolle von Bedrohungsszenarien und positivem Kontakt (real oder vorgestellt) beim Abbau von Vorurteilen.
Das Ziel ist es, ein systematisches Literaturreview zu Korrelaten der Motivation zu vorurteilsfreiem Verhalten zu erstellen, um Strukturen und Bedingungen zu identifizieren, die eine erfolgreiche Vorurteilskontrolle fördern.
Es handelt sich um ein systematisches Literaturreview. Die Autorin hat zwanzig wissenschaftliche Primärstudien analysiert, die unter anderem experimentelle Designs und Längsschnittuntersuchungen sowie statistische Verfahren wie ANOVAs und Strukturgleichungsmodellierungen nutzen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise bei der Literaturrecherche und die systematische Darstellung der Studienergebnisse in Bezug auf Bedrohung, Kontakt, steigernde Faktoren der Motivation und die Wirksamkeit von Interventionen.
Besonders prägend sind die Begriffe Internale Motivation (IMS), Vorurteilskontrolle, Selbstbestimmungstheorie und Intergroup Threat Theory.
Gemäß der Intergroup Threat Theory provozieren Bedrohungen (realistisch oder symbolisch) durch eine Fremdgruppe Vorurteile, wobei eine starke internale Motivation diesen Effekt moderieren kann, indem sie hilft, trotz Bedrohung ein tolerantes Verhalten aufrechtzuerhalten.
Studien in diesem Review zeigen, dass bereits die lebhafte Vorstellung einer positiven Begegnung mit einem Fremdgruppenmitglied (z. B. durch LKM-Meditation oder Visualisierungsübungen) effektiv zur Reduktion von Vorurteilen und Stereotypen beitragen kann.
Ja, eine in der Arbeit angeführte Studie deutet darauf hin, dass bei Männern Achtsamkeit und bei Frauen Herzlichkeit gegenüber feministisch eingestellten Personen als Prädiktoren für eine stärkere internale Motivation zu sexismusfreiem Verhalten fungieren.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit von Diversitätstrainings durch die Steigerung der internalen Motivation verbessert werden kann, wobei Interventionen, die auf kognitive Prozesse abzielen, oft vielversprechende Ergebnisse liefern.
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