Diplomarbeit, 2009
61 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Eine institutionelle Analyse des Kyoto-Protokolls
2.1 Entstehung und Aufbau
2.2 Ziele und Eckpunkte
2.3 Die Instrumente des Kyoto-Protokolls
2.3.1 Joint Implementation
2.3.2 Clean Development Mechanism
2.3.3 Emissions Trading
2.3.4 Grafische Darstellung der Funktionsweise
3. Eine ökonomische Analyse des Kyoto-Protokolls
3.1 Die Einpreisung externer Effekte
3.2 Die Vernachlässigung der Angebotsseite
3.3 Ein ideales Klimaschutzabkommen
4. Eine empirische Analyse des Kyoto-Protokolls
4.1 Prognosen, Wirkungen und Kosten des Klimawandels
4.2 Entwicklung der CO2-Emissionen
4.3 Vergleich der Kyoto-Ziele mit der tatsächlichen Entwicklung
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Kyoto-Protokoll sowie dessen flexible Mechanismen durch eine institutionelle, ökonomische und empirische Analyse, um dessen Eignung als Instrument gegen die globale Erwärmung zu bewerten.
2.3.1 Joint Implementation
Der Begriff JI wird im Kyoto-Protokoll nicht direkt erwähnt. Das Konzept des JI liegt zwei Instrumenten des Kyoto-Protokolls zu Grunde. Hierzu gehört der Transfer von Emissionsreduktionseinheiten nach Artikel 6 und der Transfer von zertifizierten Emissionseinheiten nach Artikel 12. Die Klausel in Artikel 6 wird als JI-Klausel bezeichnet (vgl. Oberthür / Ott, 1999, S. 151).
JI ermöglicht es länderübergreifende Klimaschutzprojekte durchzuführen und die dadurch eingesparten Emissionen auf die eigenen Emissionsvorgaben angerechnet zu bekommen. Klimaschutzprojekte im Sinne dieses Artikels stellen z. B. die Errichtung von Solarstrom- oder Windkraftanlagen dar. Die Anrechnung der durch das Projekt vermiedenen Emissionen erfolgt über sogenannte Emissionsreduktionseinheiten (ERUs), die dem durchführenden und dem das Projekt finanzierenden Land zugerechnet werden. Im Gegenzug werden die ERUs dem Land, in dem die Durchführung des Projektes stattfindet, von den zugebilligten Emissionen abgezogen. Dieses Instrument gilt, im Gegensatz zum CDM, nur für Projekte, die zwischen den Annex I-Staaten durchgeführt werden. Durch die Hinzurechnung auf der einen und dem Abzug der ERUs auf der anderen Seite wird erreicht, dass es zu keiner Ausdehnung der Emissionen kommt, da für die Annex B-Staaten verbindliche Reduktionsziele gelten, die in der dem Protokoll zu Grunde liegenden Periode von 2008 bis 2012 eingehalten werden müssen (vgl. Oberthür / Ott, 1999, S. 155 und Endres, 2007, S. 262).
Die ERUs werden als Emissionsgutschrift ausgegeben. Das die ERUs empfangende Land kann diese Emissionsgutschrift entweder als Emissionsguthaben verwenden oder sich die verminderten Emissionen auf das eigene Reduktionsziel anrechnen lassen, so dass faktisch im empfangenden Land mehr emittiert werden darf als im Kyoto-Protokoll ursprünglich vorgesehen. Mit Hilfe des JI können die Reduktionsziele eines Landes somit entweder durch interne Reduktion des Schadstoffausstoßes, welches einer Durchführung von Reduktionsmaßnahmen im eigenen Land entspricht und ergänzend durch externe Reduktion der Schadstoffemissionen, gleichbedeutend mit Reduktionsmaßnahmen in anderen Industrieländern, erreicht werden (vgl. Endres, 2007, S. 262).
1. Einleitung: Darstellung der Vorgehensweise und Unterteilung der Arbeit in institutionelle, ökonomische und empirische Analyseeinheiten.
2. Eine institutionelle Analyse des Kyoto-Protokolls: Analyse der Entstehungsgeschichte, der Ziele sowie der flexiblen Instrumente des Protokolls.
3. Eine ökonomische Analyse des Kyoto-Protokolls: Ökonomische Bewertung der Einpreisung externer Effekte, der Angebotsseite fossiler Ressourcen und eines idealen Klimaschutzmodells.
4. Eine empirische Analyse des Kyoto-Protokolls: Darstellung der Klimawandel-Prognosen sowie detaillierte Untersuchung der CO2-Emissionsentwicklungen im Vergleich zu den verbindlichen Zielen.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse aller drei Analysebereiche und Ausblick auf künftige Klimaschutzverhandlungen.
Kyoto-Protokoll, Klimaschutz, CO2-Emissionen, Emissionshandel, Joint Implementation, Clean Development Mechanism, Pigou-Steuer, Externe Effekte, Fossile Brennstoffe, Hotelling-Regel, Pareto-Effizienz, Klimawandel, Treibhausgase, Annex B-Staaten, Umweltökonomie
Die Arbeit untersucht, ob das Kyoto-Protokoll ein geeignetes Instrument zur Bekämpfung der globalen Erwärmung darstellt, und nutzt hierfür eine interdisziplinäre ökonomische, empirische und institutionelle Analyse.
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise der Kyoto-Mechanismen (JI, CDM, Emissionshandel), der ökonomischen Theorie der Internalisierung externer Effekte und der empirischen Entwicklung der Treibhausgasemissionen seit 1960.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Effizienz der Instrumente des Kyoto-Protokolls zu beurteilen und aufzuzeigen, ob die getroffenen Vereinbarungen ausreichen, um die globalen Emissionsziele unter Berücksichtigung ökonomischer Anreize tatsächlich zu erreichen.
Der Autor nutzt sowohl eine institutionelle Betrachtung des Regelwerks als auch eine ökonomische Analyse mittels modelltheoretischer Ansätze (wie der Pigou-Steuer und Hotelling-Regel) sowie eine empirische Auswertung von Zeitreihendaten zu CO2-Emissionen.
Der Hauptteil gliedert sich in die institutionelle Analyse des Regelwerks, die ökonomische Betrachtung von Marktfehlern bei fossilen Brennstoffen sowie eine empirische Auswertung, die regionale und nationale Emissionsdaten den Kyoto-Verpflichtungen gegenüberstellt.
Die Arbeit lässt sich durch Fachbegriffe wie Kyoto-Protokoll, Emissionshandel, Umweltökonomie, Externe Effekte, Pareto-Effizienz und Treibhausgasemissionen zusammenfassen.
Der Autor betont, dass eine rein nachfrageorientierte Klimapolitik oft scheitert, da ein sinkender Preis bei starrem Angebot dazu führt, dass die Emissionen lediglich in Nicht-Kyoto-Länder abwandern, anstatt global reduziert zu werden.
Die Hotelling-Regel wird genutzt, um das Abbauverhalten von Ressourcenbesitzern zu erklären: Da fossile Vorräte im Boden wie ein Kapitalvermögen an Wert gewinnen, wählen Eigentümer einen volkswirtschaftlich effizienten Pfad, was staatliche Eingriffe in bestimmten Marktkonstellationen kritisch hinterfragen lässt.
Die empirische Analyse zeigt ein gemischtes Bild; während einige Staaten ihre Ziele aufgrund spezifischer historischer Entwicklungen erreichten, verfehlen viele andere die ambitionierten Reduktionsvorgaben deutlich, was den Bedarf für weitreichendere und inklusivere Folgeabkommen unterstreicht.
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