Bachelorarbeit, 2017
62 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
1.1 Relevanz
1.1.1 Fragestellung
1.1.2 Methodik
1.2 Stand der Forschung
2. Der Neoklassizismus
2.1 Der Neoklassizismus in Deutschland im Kontext nationalsozialistischer Architektur
2.2 Die Diversität und Uneinheitlichkeit der Architektur im Nationalsozialismus
3. Planung und Bau der Neuen Reichskanzlei
3.1 Die Planungsabsichten treten in ein konkretes Stadium
3.2 Das Vorhaben der Neugestaltung Berlins zur Welthauptstadt Germania
3.3 Die Bauausführung der Neuen Reichskanzlei
4. Einordnung des Gebäudes in die NS-Repräsentationsarchitektur und Ideologie
4.1 Die öffentliche Wahrnehmung der Neuen Reichskanzlei als politisches Machtzentrum des Reiches
5. Fazit
5.1 Ergebnisse der Untersuchungen und Beantwortung der Fragestellung
5.2 Bewertung von Quellenmaterial und Literatur
5.3 Mögliche Forschungsansätze, Potentiale und Desiderata
Die vorliegende Arbeit untersucht die Interdependenz zwischen nationalsozialistischer Architektur und Ideologie am Beispiel der Neuen Reichskanzlei von Albert Speer. Dabei wird die These hinterfragt, ob es sich bei dem Bau um ein bloßes Machtinstrument der nationalsozialistischen Staatsführung handelte und ob die propagandistisch beworbene Bauzeit der historischen Wahrheit entspricht.
1. Einleitung
Folgender Bericht des, unter anderem am Bau der Neuen Reichskanzlei beteiligten, Künstlers und Bildhauers Arno Breker bietet stellvertretend für Hitlers persönliche Kunst- und Architekturauffassung einen aufschlussreichen Einblick darin, welche Funktion die Architektur im Dritten Reich einnehmen sollte. 1940 begleitete Breker Hitler in Paris bei einem Rundgang durch die Staatsoper und schildert das Erlebnis:
„Nach einem äußeren Rundgang betreten wir das Innere. Hitler scheint sich für diesen besuch vorbereitet zu haben. Er kennt den Grundriß, die genauen Ausmaße im großen wie im Detail, wie sie ausführlicher und präziser nicht im Baedeker¹ zu finden sind. [...] Wir gehen die Treppen hinauf und betreten den Zuschauerraum. Hingerissen von dem überwältigenden Eindruck [...], ruft Hitler aus, dies sei das schönste Theater der Welt. [...] In aufgeräumter Stimmung fordert er mich auf den Logenschließer zu sagen, er möchte uns den Weg zeigen, den der Präsident der Republik nehme, wenn er seine Loge aufsuche. (Dieser) geht [...] voraus, die monumentale Freitreppe meidend, über kleine, winklige Treppen und enge Flure bis zur versteckt liegenden Loge des Präsidenten. Hitler wirft noch einen letzten Blick in den Zuschauerraum, dann erkundigt sich er nach dem Empfangsraum des Präsidenten der Republik. Der (Logenschließer) kennt keinen solchen Raum. Ich animiere ihn nachzudenken, dann fällt ihm ein, daß sich hinter der Rückwand der Präsidentenloge ein Saal befindet, der aber dem Präsidenten nicht zur Verfügung steht. Hitler amüsiert die Auskunft, er sagt: ‚Sehen Sie meine Herren, das ist Demokratie.‘ Die von Hitler ironisch gemeinte Frage, wie sich der Präsident der Republik in der Staatsoper bewegen habe, zielte auf eine Bestätigung seiner Vermutungen. In dieser Prozedur sah er die Mißachtung der ersten Persönlichkeit des Staates [...]. Nach seiner Auffassung war der Präsident die zentrale Erscheinung und als solcher entsprechend zu würdigen und herauszustellen. Hier aber war er nicht mehr der Mittelpunkt des Geschehens, sondern bescheiden unauffällig zur Seite gerückt: man will ihn unter Kontrolle halten.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Verbindung von NS-Ideologie und Repräsentationsarchitektur ein und erläutert die Relevanz der Forschungsfrage.
2. Der Neoklassizismus: Das Kapitel definiert den Neoklassizismus als architektonische Stilrichtung und beleuchtet die Diversität der Bauformen im Nationalsozialismus.
3. Planung und Bau der Neuen Reichskanzlei: Hier wird der chronologische Prozess der Planung, die politische Zielsetzung Hitlers und die tatsächliche Bauausführung des Projekts analysiert.
4. Einordnung des Gebäudes in die NS-Repräsentationsarchitektur und Ideologie: Dieses Kapitel betrachtet die Funktion der Reichskanzlei als Kulisse für politische Inszenierung und deren Wirkung auf die Öffentlichkeit.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen, bewertet die verwendete Literatur und thematisiert zukünftige Forschungsdesiderata.
Neue Reichskanzlei, Albert Speer, Nationalsozialismus, Architektur, Ideologie, Repräsentationsarchitektur, Neoklassizismus, Machtanspruch, Staatsführung, NS-Propaganda, Baugeschichte, Bauausführung, Kunstauffassung, Machtdarstellung, Berlin
Die Arbeit analysiert die funktionale und ideologische Verbindung zwischen dem Bau der Neuen Reichskanzlei durch Albert Speer und dem Machterhaltungsanspruch des NS-Regimes.
Zentrale Themen sind die Rolle der Architektur als Mittel der Machtdemonstration, die widersprüchliche Ästhetik des NS-Regimes und die Entlarvung propagandistischer Mythen um Speers Bauprojekte.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Behauptungen über die "Rekordbauzeit" zu überprüfen und die Interdependenz zwischen nationalsozialistischer Ideologie und der architektonischen Realisierung der Neuen Reichskanzlei zu ergründen.
Die Arbeit verfolgt einen kunsthistorischen und deskriptiven Ansatz, bei dem das Bauprojekt in zeithistorische Kontexte eingeordnet und quellenkritisch hinterfragt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Baustils, die konkrete Analyse von Planung und Bauabschluss sowie die inhaltliche Einordnung in das politische System.
Besonders hervorzuheben ist die quellenkritische Auseinandersetzung mit autobiografischen Erzählungen der beteiligten Akteure, insbesondere Albert Speers, und die Entlarvung historischer Legendenbildungen.
Der Begriff wurde von der NS-Führung bewusst gewählt, um das Projekt gegenüber der Öffentlichkeit und dem Ausland als Fortsetzung bestehender Bautätigkeiten zu tarnen und so von den tatsächlichen, imperial geprägten Expansionsplänen abzulenken.
Hitler erließ Dekrete, die das Amt des Generalbauinspektors von üblichen verwaltungstechnischen Instanzen und kommunalen Zuständigkeiten entkoppelten und direkt seinem Willen unterstellten.
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