Bachelorarbeit, 2018
32 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Erste Abhandlung: Gut und Böse, Gut und Schlecht
2.1 Die Herkunft der Moral
2.2 Die aristokratische Gesellschaft und die Umwertung von Gut und Schlecht zu Gut und Böse
2.3 Nietzsches Verhältnis zum Ressentiment
3. Zweite Abhandlung: Schuld, schlechtes Gewissen und Verwandtes
3.1 Verantwortlichkeit und Gewissen
3.2 Ressentiment und Kultur
3.3 Verinnerlichung und Ressentiment
3.4 Schuldbewusstseins-Entwicklung und die Götter
4. Dritte Abhandlung: was bedeuten asketische Ideale?
4.1 Kunst und asketisches Ideal
4.2 Philosophie und asketische Ideal
4.3 Priesterschaft und asketisches Ideal
4.4 Wissenschaft und asketisches Ideal
5. Schlussbemerkungen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die genealogische Untersuchung der Herkunft und Verbreitung abendländischer Moralvorstellungen, wie sie Nietzsche in seiner Schrift Zur Genealogie der Moral darlegt, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Moral, Kritik und dem Spätwerk des Philosophen.
Die aristokratische Gesellschaft und die Umwertung von Gut und Schlecht zu Gut und Böse
„Nehmen wir sofort das größte Beispiel. Alles was auf Erde gegen ‚die Vornehmen‘, ‚die Gewaltigen‘, ‚die Herren‘, ‚die Machthaber‘ getan worden ist, ist nicht der Rede wert im Vergleich mit dem, was die Juden gegen sie getan haben: die Juden jenes priesterliche Volk gemäß, das sich an seinen Feinden und Überwältigern zuletzt nur eine radikale Umwertung von deren Werten, also durch einen Akt der geistigsten Rache Genugtuung zu schaffen wusste. So allein war es eben einem priesterlichen Volke gemäß, dem Volke der zurückgetretensten priesterlichen Rachsucht. Die Juden sind es gewesen, die gegen die aristokratische Wertgleichung (gut = vornehmen = mächtig = schön = glücklich = gottgeliebt) mit einer furchteinflößenden Folgerichtigkeit die Umkehrung gewagt und mit den Zähnen des abgründlichsten Hasses (des Hasses der Ohnmacht) festgehalten haben (…).“
Diese andere Vorstellungswelt verdrängt und ersetzt die aristokratische Welt sowohl durch die sokratisch-platonische Welt als auch durch die jüdisch-christliche Moral (priesterliche Aristokratie). Nietzsche sieht die christliche Moral als Kontinuität der jüdischen Moral. „Diese von den Juden vollzogene Umwertung der Werte war aber erst der Beginn des Sklaven-Aufstandes in der Moral. Mit dem Christentum trat eine Weltreligion die Erbschaft dieser jüdischen Umwertung an.“ Es wird durch diese Erbschaft eine klare Trennungslinie in der Menschheitsgeschichte gezogen. „Und in der Tat sind durch sie schließlich Klüfte zwischen Mensch und Mensch aufgerissen worden.“ Das geht bis in die Gegenwart hinein.
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert Nietzsches Streitschrift, das Ziel der Arbeit zur genealogischen Herkunft der abendländischen Moral sowie die zentrale Problematik des Verhältnisses von Kritik und Genealogie im Spätwerk.
2. Erste Abhandlung: Gut und Böse, Gut und Schlecht: Dieses Kapitel behandelt den Ursprung moralischer Vorurteile und die historische Rekonstruktion der Begriffe „Gut“ und „Böse“ durch die Transformation von aristokratischen Idealen in eine Demutsmoral.
3. Zweite Abhandlung: Schuld, schlechtes Gewissen und Verwandtes: Hier wird analysiert, wie Verantwortlichkeit und Gewissen als kulturelle Dressurakte entstanden sind und wie die Verinnerlichung von Instinkten zur Entstehung des schlechten Gewissens unter dem Einfluss des Christentums führte.
4. Dritte Abhandlung: was bedeuten asketische Ideale?: In diesem Hauptteil wird untersucht, welche Bedeutung das asketische Ideal bei Künstlern, Philosophen, Priestern und Wissenschaftlern als Instrument zur Verneinung oder Lenkung des Lebens spielt.
5. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst Nietzsches Verständnis von Zivilisation und Moral zusammen und reflektiert die Tragweite seiner Genealogie für die moderne Reflexion über menschliche Werte und den Übermenschen.
Nietzsche, Zur Genealogie der Moral, Moral, Ressentiment, Askese, Gut und Böse, schlechtes Gewissen, Sklavenmoral, Christentum, Verantwortung, Kulturgeschichte, Umwertung der Werte, Macht, Wille, Übermensch.
Die Arbeit untersucht Nietzsches philosophische Streitschrift „Zur Genealogie der Moral“ und analysiert kritisch, wie Nietzsche die Entstehung unserer moralischen Werte herleitet.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Moral, der psychologischen Bedingtheit von Schuld und Gewissen sowie der Kritik an asketischen Idealen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.
Das Ziel ist es, Nietzsches genealogische Methode aufzuzeigen, mit der er die Herkunft der abendländischen Moral aus ihren historischen und psychologischen Bedingungen erläutert.
Die Arbeit nutzt die genealogische Analyse nach Nietzsche, kombiniert mit einer philologischen Untersuchung des Originaltexts und einer interdisziplinären Sichtweise durch zeitgenössische Kommentatoren.
Im Hauptteil werden die drei Abhandlungen Nietzsches detailliert analysiert – von der Umwertung der Begriffe Gut und Böse über die Entstehung des schlechten Gewissens bis hin zur Rolle der asketischen Ideale.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Ressentiment, Genealogie, Sklavenmoral, asketische Ideale und die philosophische Krise der Moderne charakterisieren.
Laut Nietzsche ist das Ressentiment der entscheidende psychologische Motor für die Umwertung aristokratischer Werte in eine Sklavenmoral, bei der die Schwachen ihre eigene Machtlosigkeit als „Tugend“ deklarieren.
Nietzsche sieht die aristokratische Welt durch Selbstbejahung und Macht definiert, während die christliche Moral als eine Umkehrung der Werte auf dem Fundament von Schuld, Sündenbewusstsein und Verneinung des irdischen Lebens basiert.
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