Bachelorarbeit, 2022
50 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlagen der Umkehrhypothek
2.1. Herkunft und Begriffserklärung
2.2. Funktionsweise der Umkehrhypothek
2.3. Rechtliche Grundlagen
3. Immobilienverzehr
3.1. Motive für den Gebrauch von Immobilienverzehrprodukten
3.2. Alternative Instrumente zum Immobilienverzehr
3.3. Immobilienverzehr in den USA
4. Kalkulation der Umkehrhypothek
4.1. Hauptrisiken für Anbieter
4.1.1. Wertverlust der beliehenen Immobilie
4.1.2. Überschreitungsrisiko durch Zinserhöhung
4.1.3. Langlebigkeitsrisiko
4.2. Wichtige Kennzahlen für Kunden
4.2.1. Der maximale Auszahlungsbetrag
4.2.2. Auszahlungsquote
4.2.3. Monatliche Auszahlung
4.3. Praxisbeispiel
4.4. Vergleich: Verkauf der Immobilie
4.4.1. Anfallende Kosten für den Verkäufer
4.4.2. Ergebnis und Bewertung
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die Umkehrhypothek als Instrument der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Ziel ist eine fundierte monetäre Bewertung des Produkts, indem die Risiken aus Anbietersicht analysiert, kundenrelevante Kennzahlen dargelegt und ein Vergleich zur direkten Veräußerung der Immobilie gezogen wird.
2.2. Funktionsweise der Umkehrhypothek
Bei den meisten Anbietern ist der Besitz einer schuldenfreien, selbst bewohnten Wohnimmobilie Voraussetzung für die Vergabe einer Umkehrhypothek.
Der Kunde vereinbart mit der Bank bzw. dem Kreditgeber ein Immobiliardarlehen mit lebenslanger Zinsbindung, welchem die abbezahlte Immobilie als Sicherheit dient. Zu diesem Zweck wird eine Grundschuld vereinbart und ins Grundbuch eingetragen.
Die Höhe der Grundschuld bemisst sich an der Höhe des Kreditbetrags, welchen die Bank individuell vergibt. Hierzu ermittelt ein Gutachter im Auftrag der Bank den Beleihungswert der Immobilie. Der Beleihungswert ist ein unter Sicherheitsabschlägen kalkulierter Betrag, welcher im Verwertungsfall während der gesamten Laufzeit erzielt werden kann. Der Beleihungswert berücksichtigt mögliche Wertschwankungen am Immobilienmarkt und kann daher deutlich unter dem tatsächlich realisierbaren Verkehrswert des Beleihungsobjektes liegen.
Der Kreditnehmer bleibt während der gesamten Laufzeit Eigentümer der Immobilie. Es muss kein gesondertes Wohnrecht vereinbart werden. Die Auszahlung des Kredits erfolgt im Sinne der „Verrentung“ monatlich. Je nach Ausgestaltung des Darlehensvertrags sind eine Einmalzahlung oder eine Kombination aus Einmalzahlung und Verrentung ebenfalls möglich.
1. Einleitung: Beschreibt das Spannungsfeld „Home rich, cash poor“ bei älteren Eigenheimbesitzern und erläutert das Ziel der Arbeit, eine stichhaltige monetäre Bewertung der Umkehrhypothek vorzunehmen.
2. Grundlagen der Umkehrhypothek: Definiert das Produkt, seine Herkunft und die daraus resultierenden grundlegenden rechtlichen sowie funktionalen Mechanismen wie die Grundschuldbestellung und Stundung der Zinsen.
3. Immobilienverzehr: Erörtert die Motive der Zielgruppe für diesen Schritt sowie alternative Instrumente wie Immobilienrenten und den US-amerikanischen Markt als Vergleichsmodell.
4. Kalkulation der Umkehrhypothek: Analysiert detailliert die Anbieterrisiken (Wertverlust, Zinsanstieg, Langlebigkeit), stellt Kennzahlen für Kunden vor und führt einen konkreten Vergleich zum Immobilienverkauf durch.
5. Fazit und Ausblick: Führt die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Produkt wirtschaftlich teuer ist, jedoch für die Zielgruppe aus emotionalen Gründen eine sinnvolle Ergänzung der Altersvorsorge darstellen kann.
Umkehrhypothek, Immobilienverzehr, Altersvorsorge, Beleihungswert, Grundschuld, Immobilienverkauf, Rentenvertrag, Langlebigkeitsrisiko, Zinseszinseffekt, Auszahlungsquote, demographischer Wandel, Altersarmut, Liquiditätssicherung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse und Bewertung der Umkehrhypothek als Finanzinstrument für Immobilienbesitzer im Rentenalter.
Es werden Fragen zur Funktionsweise, den rechtlichen Aspekten, den Risiken bei der Kalkulation für Anbieter und dem Vergleich zu anderen Liquidierungsstrategien behandelt.
Das Ziel ist eine stichhaltige monetäre Bewertung des Produktes Umkehrhypothek unter Berücksichtigung von Anbieter-Risiken und kundenrelevanten Kennzahlen.
Der Autor führt eine theoretische Analyse sowie eine quantitative Beispielrechnung durch, die auf aktuellen Marktdaten und einem Praxismodell basiert.
Im Hauptteil werden die Risiken für Anbieter, Kennzahlen zur Bemessung der Vorteilhaftigkeit sowie ein konkretes Praxisbeispiel im direkten Vergleich zum Immobilienverkauf untersucht.
Die Arbeit zeichnet sich durch einen klaren Fokus auf die Verbindung zwischen ökonomischer Kalkulation und der emotionalen Bindung der Senioren an ihr Eigenheim aus.
Es fehlen ein staatliches Ausfallbürgschaftssystem wie in den USA sowie ein flächendeckender Standard, wodurch Anbieter hohe Sicherheitsabschläge zur Risikominimierung einplanen müssen.
Trotz der im Vergleich zum Immobilienverkauf geringeren monetären Rendite ist das Produkt attraktiv, da es den Verbleib im gewohnten sozialen Umfeld ermöglicht.
Sie dient als konkretes Praxisbeispiel für ein deutsches Kreditinstitut, das ein eigenes Produkt für das Rentendarlehen ohne staatlichen Versicherungstopf anbietet.
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