Bachelorarbeit, 2022
50 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Identität und Geschlecht
2.1. Anfänge des Identitätsbegriffs bis in die Moderne
2.2. Geschlechterforschung
2.2.1. Geschlechteridentität
2.2.2. Geschlechterrollen
2.2.3. Geschlechtergerechtigkeit
3. Kleidung und Mode
3.1. Entstehungstheorien von Kleidung
3.2. Kleidung als Grund- und/oder Wahlbedürfnis
3.3. Modebegriff
4. Mode als Ausdrucksmöglichkeit der weiblichen und männlichen Identität
4.1. Weiblichkeit und Männlichkeit in der Modegeschichte ab der Französischen Revolution bis heute
4.2. Mode als Ausdrucksmöglichkeit von Identität am Beispiel der Kleidungsstücke Hose und Rock
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob die heutige Mode geschlechtergerecht ist und jedem Individuum ermöglicht, die eigene Identität frei auszudrücken. Dabei werden die wechselseitigen Beziehungen zwischen Mode, Identitätskonstruktion und gesellschaftlichen Geschlechterrollen historisch und soziologisch analysiert.
4.1. Weiblichkeit und Männlichkeit in der Modegeschichte ab der Französischen Revolution bis heute
Die Auflösung der Stände durch die Französische Revolution Ende des 18. Jahrhunderts bewirkt neben des veränderten Modeverhaltens auch differenziertere Auffassungen über Weiblichkeit und Männlichkeit, was wiederum Auswirkungen auf die Kleiderordnungen hat. Daher wird die Modegeschichte in der vorliegenden Arbeit ab diesem Zeitpunkt bis heute erläutert. Außerdem ist dieses Unterkapitel als Ergänzung zu Kapitel 2.2.2. „Geschlechterrollen“ zu verstehen, da u. a. Geschlechterrollen in Bezug auf Kleidung und Mode angesprochen werden.
Ende des 18. Jahrhunderts wird Männlichkeit als die „Welt des Seins“ und Weiblichkeit als die „Welt des Scheins“ gesehen. Der Mann kleidet sich zurückhaltend, schlicht und überwiegend in dunklen Anzügen. Er verkörpert Vernunft, Sachlichkeit, Ökonomie, aber auch Authentizität. Die Frau ist bzw. dient als Repräsentantin des Mannes und dessen Sozialstatus und präsentiert seine Stellung nach außen. Dabei trägt sie unpraktische und für die Arbeit im Haus hinderliche Kleidung. Dieser Aufgabe steht andererseits die sexuelle Funktion der Frau gegenüber. Die Frau soll dem Mann gefallen. Das Bild der Frau entspricht demnach Sinnlichkeit, Erotik und Intimität. Somit wird der Bereich des Textilen und der Mode überwiegend Frauen zugeschrieben (vgl. Sommer/Wind 1988: 16).
Bereits 1762 erkennt Jean Jacques Rousseau, ein bedeutender Schweizer Philosoph, folgende Tatsache: „Der Mann ist nur in wenigen Augenblicken Mann, die Frau aber ihr ganzes Leben lang Frau“ (Gaugele 2005: 308).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, hinterfragt die geschlechtsspezifische Trennung in der Modeindustrie und stellt die Forschungsfrage nach Geschlechtergerechtigkeit.
2. Identität und Geschlecht: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Identität, Geschlechtsidentität und soziale Rollenbilder und ordnet diese historisch und wissenschaftlich ein.
3. Kleidung und Mode: Hier werden Kleidung als textiles Produkt und Mode als soziales Ausdrucksmittel abgegrenzt sowie Theorien zur Entstehung von Kleidung und das Bedürfnis der Selbstverwirklichung beleuchtet.
4. Mode als Ausdrucksmöglichkeit der weiblichen und männlichen Identität: Dieses Hauptkapitel untersucht die historische Entwicklung von Geschlechternormen in der Mode, insbesondere anhand der Kleidungsstücke Rock und Hose, und analysiert aktuelle Trends wie Unisex-Mode.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, konstatiert die mangelnde Geschlechtergerechtigkeit in der heutigen Mode und plädiert für ein kritischeres Verständnis gesellschaftlicher Geschlechterkonstruktionen.
Mode, Identität, Geschlechtergerechtigkeit, Geschlechterrollen, Kleidung, Sozialgeschichtliche Entwicklung, Modegeschichte, Weiblichkeit, Männlichkeit, Unisex-Mode, Performativität, Identitätsentwicklung, Geschlechterforschung, Emanzipationsgeschichte, Gesellschaftskonstruktion
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Mode als Mittel zur Identitätsbildung und den gesellschaftlichen Erwartungen an geschlechtsspezifische Kleidung.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Identität und Geschlecht, die Geschichte der Moderezeption seit der Französischen Revolution sowie aktuelle soziologische Debatten um Geschlechtergerechtigkeit.
Ziel ist es zu untersuchen, ob heutige Mode geschlechtergerecht ist und ob sie jedem Individuum ungeachtet des Geschlechts ausreichend Raum zur freien Identitätsentfaltung bietet.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer historisch-systematischen Untersuchung, die soziologische Theorien (z.B. von Goffman, Simmel und Butler) auf modegeschichtliche Phänomene anwendet.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der historischen Entwicklung von Geschlechternormen in der Mode, der Bedeutung von Kleidungselementen wie Hose und Rock und dem modernen Diskurs um Diversität und Unisex-Trends.
Wesentliche Begriffe sind Identität, Geschlechterrolle, Modegeschichte, Emanzipation, Performativer Akt und gesellschaftliche Konstruktion.
Die Hose wird als ein zentrales Symbol der Emanzipationsgeschichte gesehen, dessen Aneignung durch Frauen einen langen gesellschaftlichen Aushandlungsprozess erforderte und das traditionelle Weiblichkeitsideal nachhaltig veränderte.
Die Autorin sieht in der Unisex-Mode zwar einen Ansatz zur Überwindung starrer Normen, stellt jedoch fest, dass diese Einseitigkeit oft nur in Richtung einer Angleichung von Frauen an männliche Standards verläuft und der Markt weiterhin stark binär strukturiert bleibt.
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