Magisterarbeit, 2008
106 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1. Vorgehensweise und Ziel der Arbeit
1.2. Das Open-Air-Kino
1.2.1. Mobilität
1.2.2. Distribution
1.2.3. Öffentlichkeit
1.2.4. Dispositive der Wahrnehmung
1.3. Filmgeschichte Wanderkino
1.3.1. Die Frühphase des Wanderkinos in Europa
1.3.2. Das deutsche Wanderkino nach 1913
1.4. Die Kinosituation in Göttingen
1.5. Arbeitsdefinition Open-Air-Kino
2. DIE ANEIGNUNG DER CULTURAL STUDIES
2.1. Das Encoding-Decoding Modell
2.1.1. Das Filmprogramm als Diskurs
2.1.2. Die Aneignung des visuellen Zeichens
2.1.3. Kultur als Bedeutungszuweisung
2.2. Fernsehaneignung
2.2.1. Kinoaneignung als Vermittlungsprozess
2.3. Der filmische Diskurs
2.3.1. Die filmischen Codes
2.3.2. Kommunikative Aneignung
2.3.3. Die populäre Ökonomie
2.4. Das Konzept der Artikulation
2.5. Kontexte des Filmkonsums
2.6. Fragestellung und Bereiche der Analyse
3. METHODEN
3.1. Teilnehmende Beobachtung
3.2. Filmanalyse
3.3. Programmanalyse
3.4. Kulturgeographie
3.5. Visuelle Anthropologie und Photointerview
4. DAS SOMMERKINO GRONE
4.1. Der Stadtteil Grone- Diskurs des Lebensraumes
4.2. Die Filmfreunde Grone
4.2.1. Der Programmdiskurs
4.2.2. Genres, Produktionsländer, Themen 2007
4.2.3. Genres, Produktionsländer, Themen 2003 bis 2006
4.3. Der Aneignungsdiskurs
4.3.1. Die Vorführung des Filmes Grüne Tomaten
4.3.1.1. Der Inhalt des Filmes
4.3.1.2. Der Aneignungsdiskurs von Grüne Tomaten
4.3.1.3. Der Gender-Diskurs
4.3.1.4. Der Ehegewalt- Diskurs
4.3.1.5. Der Alters- Diskurs
4.3.1.6. Der Freiheits- Diskurs
4.3.1.7. Der Wohlstands- Diskurs
4.3.1.8. Der Rassismus- Diskurs
4.3.2. Die Vorführung des Filmes 8Mile
4.3.2.1. Der Inhalt des Filmes
4.3.2.2. Der Aneignungsdiskurs von 8Mile
4.3.2.3. Der Rassismus- Diskurs
4.3.2.4. Der Familien- Diskurs
4.3.2.5. Der Sport- Diskurs
4.3.2.6. Der Sex- Diskurs
4.3.2.7. Der Verantwortungs- Diskurs
4.3.2.8. Der Beziehungs- Diskurs
4.3.2.9. Familie, Sex und Rassismus
4.3.3. Der Hassan- Exkurs
4.4. Rezeptionskulturelle Unterschiede
4.5. Die Dekonstruktion des Sommerkinos
5. ZUSAMMENFASSUNG UND BEANTWORTUNG DER FRAGESTELLUNG
6. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die kommunikative Aneignung von fiktionalen Filmen im Rahmen von Open-Air-Kino-Veranstaltungen. Ziel ist es, mittels einer diskursanalytischen Perspektive der Cultural Studies zu entschlüsseln, welche Diskurse bei verschiedenen Publika während der Filmvorführungen wirksam werden und wie diese Aneignungsprozesse durch den sozialen und räumlichen Kontext sowie die Distribution der Filme beeinflusst werden.
1. Einleitung
Das Begehren sagt: » Ich möchte nicht in jene gefährliche Ordnung des Diskurses eintreten müssen; ich möchte nichts zu tun haben mit dem, was es Einschneidendes und Entscheidendes in ihm gibt; ich möchte, dass er um mich herum eine ruhige, tiefe und unendlich offene Transparenz bilde, in der die anderen meinem Erwarten antworten und aus der die Wahrheiten eine nach der anderen hervorgehen; ich möchte nur in ihm und von ihm wie ein glückliches Findelkind getragen werden.« Und die Institution antwortet: » Du brauchst vor dem Anfangen keine Angst zu haben; wir alle sind da, um Dir zu zeigen, dass der Diskurs in der Ordnung der Gesetze steht; dass man seit jeher über seinem Auftreten wacht; dass ihm ein Platz bereitet ist, der ihn ehrt, aber entwaffnet; und dass seine Macht falls er welche hat, von uns und nur von uns stammt.« (Foucault 1972/2003: 10)
In diesem Zitat, in dem Michel Foucault auf die Ordnung der Diskurse verweist, stehen sich das Begehren und die Institution gegenüber. Sowohl das Begehren, als auch die Institution stehen in einem Bezug zum Diskurs, einmal in Form eines Wunsches, auf der anderen Seite in Form einer Überzeugung. Beide Seiten stehen auch in einer Beziehung zur Macht, einmal unterwürfig, einmal kontrolliert. Diesem Zitat zufolge gäbe es keine Eindeutigkeit im Umgang mit dem Diskurs. Dieser Diskurs über den Diskurs offenbart genau betrachtet die unterschiedlichsten Perspektiven und Zugänge zu jeglichem Diskurs und sogar die Verweigerung desselben. Während meiner teilnehmenden Beobachtungen bei Open-Air Kinoveranstaltungen für diese Magisterarbeit begegnete mir wenig Eindeutiges, eher ein Dirkursgewimmel, das weder überzeugend kontrollierbar, noch durch unterwürfiges Wünschen beherrschbar erschien. Dieses Diskursgewimmel zu entflechten ist mein Problem und meine Aufgabe in dieser Arbeit, zugleich.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des Diskursgewimmels bei Open-Air-Veranstaltungen und Darlegung des Forschungsziels, die Artikulationen und Diskurse in diesem Kontext sichtbar zu machen.
2. DIE ANEIGNUNG DER CULTURAL STUDIES: Theoretische Grundlegung durch das Encoding/Decoding-Modell und Konzepte der Fernsehaneignung, um das Open-Air-Kino als medienkulturelle Bedeutungszuweisungspraxis zu analysieren.
3. METHODEN: Vorstellung der methodischen Vorgehensweise, bestehend aus teilnehmender Beobachtung, Filmanalyse, Programmanalyse, Kulturgeographie sowie visueller Anthropologie und Photointerview.
4. DAS SOMMERKINO GRONE: Empirische Untersuchung am Fallbeispiel, wobei Stadtteil-Diskurse, Programmgestaltung und spezifische Aneignungsweisen der unterschiedlichen Rezipientengruppen (z.B. deutsch-türkische Jugendliche) analysiert werden.
5. ZUSAMMENFASSUNG UND BEANTWORTUNG DER FRAGESTELLUNG: Resümee der Ergebnisse, das die Verbindung von mobiler Distribution, ideologischer Instrumentalisierung und spezifischen Aneignungsformen im öffentlichen Raum aufzeigt.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Einordnung der Ergebnisse in den Kontext des deutschen Kinosystems und abschließende Reflexion über die Rolle des Open-Air-Kinos als Medium des Begehrens nach Kommunikation.
Cultural Studies, Open-Air-Kino, Diskursanalyse, Aneignungsforschung, Encoding-Decoding Modell, Filmrezeption, Sozialer Raum, Wanderkino, Medienöffentlichkeit, Rezeptionskulturen, Artikulation, Identität, Interkulturalität, Fiktionale Filme, Alltagspraxis.
Die Arbeit untersucht die kommunikative Aneignung von fiktionalen Filmen während Open-Air-Kino-Veranstaltungen im Göttinger Stadtteil Grone mittels einer diskursanalytischen Perspektive.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Cultural Studies, die räumliche Organisation sozialer Beziehungen, die Bedeutung von Distribution und die Rolle der Zuschauer als aktive Produzenten von Bedeutung.
Das Ziel ist es, die Diskurse und Artikulationen freizulegen, die entstehen, wenn Filme in den öffentlichen Raum der Peripherie verlagert werden und dort auf diverse Publika treffen.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen methodischen Ansatz, der vor allem teilnehmende Beobachtung, systematische Filmanalyse, visuelle Anthropologie und Photointerviews kombiniert.
Der Hauptteil analysiert konkret das "Sommerkino Grone", dessen Entstehungsgeschichte, das Programm, die räumlichen Kontexte und die sehr unterschiedlichen Rezeptionsweisen verschiedener sozialer Gruppen.
Schlüsselbegriffe sind Cultural Studies, Aneignung, Diskurs, Lebensraum, Artikulation und Rezeptionskultur.
Es zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen einer "sprachlosen" Aneignung bei Erwachsenen und einer hochaktiven, den Raum umgestaltenden kommunikativen Aneignung durch Jugendliche.
Die Arbeit zeigt, dass soziokulturelle Hintergründe, wie die deutsch-türkische Identität der Jugendlichen, stark beeinflussen, wie filmische Inhalte – etwa zu Themen wie Familie oder Rassismus – in den Alltag übertragen und verhandelt werden.
Das Wanderkino dient als diachrone Vergleichsfolie, um zu zeigen, dass mobile Distributionsformen historisch oft instrumentalisiert wurden, um soziale oder ideologische Ziele in räumlichen Peripherien zu verfolgen.
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